Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Usseln

Ortsteil · 590 m über NN
Gemeinde Willingen (Upland), Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14 km westlich von Korbach

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen im Upland nördlich der Diemelquelle dicht an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen (Hochsauerlandkreis). Kirche an einer Schleife der durch den Ort führenden B 251 (Brilon-Korbach). Jüngere Siedlungsausdehnung vor allem im Osten.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Korbach – Brilon/Wald ("Uplandbahn") seit 1914 (Die Teilstrecke Eimelrod - Usseln wurde am 14.8.1914 eröffnet, die Teilstrecke Usseln - Willingen (Upland) am 2.4.1917).

Ersterwähnung:

1332-1344

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3477008, 5683119
UTM: 32 U 476943 5681286
WGS84: 51.28244004° N, 8.669401732° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635022070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 2224
  • 1961 (Hektar): 2218, davon 1027 Wald (= 46.30 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1541: 34 Häuser
  • 1620: 69 Häuser
  • 1650: 26 Häuser
  • 1738: 72 Häuser
  • 1770: 74 Häuser, 502 Einwohner
  • 1895: 730, davon 717 evangelisch (= 98.22 %), 1 katholisch (= 0.14 %), 12 Juden (= 1.64 %)
  • 1961: 1149, davon 1043 evangelisch (= 90.77 %), 88 katholisch (= 7.66 %)

Diagramme:

Usseln: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1367: Waldeckische Grafschaft zu Usseln
  • 1489: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg, Lehen der Herren von Rhena
  • 1546: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
  • 1755/1757: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eisenberg
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt des Eisenbergs (Sitz in Korbach)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt Eisenberg (Sitz in Korbach)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis des Eisenbergs
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 14. Jahrhundert: Grafschaft Waldeck, Freigericht Usseln
  • 1537/1541: Gogericht Flechtdorf
  • 1814: Oberjustizamt des Eisenbergs in Korbach
  • 1850: Kreisgericht Korbach
  • 1868/69: Amtsgericht Korbach

Herrschaft:

Zwischen 1332 und 1344 gehen waldeckische Lehen an die Herren von Rhena. 1367 versetzen Otto und Heinrich, Grafen von Waldeck, an Hermann von Ryen ihr Schloß Eisenberg, darunter auch Usseln. Die Grafen von Waldeck besitzen 1537 drei Güter, die zuvor der Kirche von Adorf gehörten.

Gemeindeentwicklung:

Vom 31.12.1971 bis 31.12.1973 zwischenzeitlicher Zusammenschluß der Gemeinden Bömighausen, Eimelrod, Neerdar Usseln und Welleringhausen zur Gemeinde Upland, die dann am 1.1.1974 in der Gemeinde Willingen (Upland) aufging. Sitz der Gemeinde ist Willingen (Upland).

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1418 belehnt Erasmus von Itter den Lutteken Tylen, geschworenen Richter in Korbach, und seine Tochter Hempeline mit einer halben Hufe Landes zu Usseln.
  • 1571 haben die von Dorfeld ein Gut in Usseln.
  • Im 18. Jahrhundert sind zahlreiche Güter in Usseln von den Herren von Rhena als Lehen ausgetan.

Zehntverhältnisse:

Zwischen 1332 und 1344 besitzen die Herren von Rhena den Zehnten als waldeckisches Lehen. 1537 gehört der Zehnte denen von Rhene.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1378: Pfarrer
  • 1486: mögliche Renovierung (Jahreszahl in gotischen Minuskeln neben Fenster der Ostwand)
  • 1896-98: Neuromanischer Neubau über quadratischem Grundriss und unter Verwendung der beiden Mittelschiffpfeiler einer gewölbten Basilika des frühen 13. Jahrhunderts
  • 1974 Errichtung der katholischen St. Sturmius-Kirche im Osten, die inzwischen nicht mehr genutzt wird.

Patrozinien:

  • Kilian

Pfarrzugehörigkeit:

Zum Kirchspiel Usseln gehören seit dem Mittelalter Willingen, Schwalefeld und Rattlar. 1976 wird das Kirchspiel Willingen mit zwei Pfarrstellen errichtet, Rattlar und Schwalefeld werden Filialgemeinden, Welleringhausen wird wiederum Usseln eingegliedert. 2018 bilden Usseln, Rattlar und Welleringhausen ein Kirchspiel.

Patronat:

Grafen von Waldeck

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck ab 1526.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Georg Blefkenius 1556-73

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Diözese Paderborn, Archidiakonat Horhausen (Niedermarsberg)

Kultur

Historische Ereignisse:

1844 werden bei einem Dorfbrand über 40 Häuser zerstört

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Von 1971 bis 1974 war Usseln Sitz der Gemeinde Upland.

Mühlen:

1510: Mühle erwähnt

Kirchenmühle am Nordrand von Usseln (Mühlenweg 9) an der Diemel; 1 Mahlgang (oberschlächtig), Wasserrad 1933 durch Turbine ersetzt, Mühle seit 1972 nicht mehr in Betrieb

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Usseln, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1291> (Stand: 16.10.2018)
 
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