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Herzogtum Nassau 1819 – 38. Nastätten

Zorn

Ortsteil · 440 m über NN
Gemeinde Heidenrod, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11 km nordwestlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß auf einer Hochebene. Am südlichen Ortsrand Kirche in erhöhter Lage.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • curie (1189/90)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3422736, 5558779
UTM: 32 U 422692 5556996
WGS84: 50.16012955° N, 7.917678266° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439005180

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 610, davon 172 Acker (= 28.20 %), 41 Wiesen (= 6.72 %), 378 Holzungen (= 61.97 %)
  • 1961 (Hektar): 619, davon 375 Wald (= 60.58 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1583: 19 Hausgesäße
  • 1809: 244 Einwohner (6 Juden)
  • 1827: 273
  • 1885: 363, davon 295 evangelisch (= 81.27 %), 51 katholisch (= 14.05 %), 17 Juden (= 4.68 %)
  • 1961: 370, davon 294 evangelisch (= 79.46 %), 72 katholisch (= 19.46 %)
  • 1970: 413

Diagramme:

Zorn: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1530 und 1629: Hessische Niedergrafschaft, Amt Hohenstein
  • 1806-1813: Kaiserreich Frankreich, Niedergrafschaft Katzenelnbogen (sog. pays reservés unter dem vom Departement Donnersberg beauftragten Präfekten Balthasar Pietsch; Verwaltung weiterhin in Langenschwalbach)
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Verwaltungsbezirk VI
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Langenschwalbach
  • 1867: Preußische Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • 1816: Amt Hohenstein
  • 1817: Amt Langenschwalbach
  • 1849: Justizamt Langenschwalbach
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Langenschwalbach
  • 1867: Amtsgericht Langenschwalbach

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 zur neugebildeten Gemeinde Heidenrod.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Die Grafen von Katzenelnbogen sind im 12. Jahrhundert in Zorn begütert und haben 1189/90 die Hälfte der Fronhube an Werner II. von Bolanden zu Lehen ausgetan.
  • Um 1260 werden in der Erbteilung Harpert in Zorn mit Frau und Kinder der älteren Linie des Grafenhauses Katzenelnbogen zugesprochen. 1335 befindet sich Zorn als katzenelnbogisches Lehen in den Händen der Familie Biz von St. Goar. 1361 im Weistum des Vierherrengedings auf dem Einrich genannt. 1623 und 1628 hatten die von Breidbach einen Hof und den nassauischen halbenTeil des Zehnten zu Lehen.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1740/41: Kirche an der Stelle einer baufälligen älteren, möglicherweise aus dem 14. Jahrhundert stammenden, errichtet.

Pfarrzugehörigkeit:

Ursprünglich Filial von Niedermeilingen.

1542: Pfarrei

1583 gehören Algenroth, Dickschied, Hilgenroth und Nauroth zum Kirchspiel Zorn. Dickschied, Hilgenroth und Nauroth jedoch generell zum Kirchspiel Dickschied gehörig. Anfang des 17. Jahrhunderts ist Zorn mit Algenroth Filiale von Nieder-Meilingen.

Patronat:

Ursprünglich haben vermutlich die Grafen von Katzenelnbogen, 1491 die Herren von Breitbach, 1583 die Landgrafen von Hessen das Patronatsrecht inne.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation: 1533

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Marienfels

Kultur

Schulen:

1683 Schule gegründet

Historische Ereignisse:

Am 12. Juli 1866 fand die sogenannt Schlacht bei Zorn statt, ein Scharmützel zwischen nassauischen und preußischen Truppen im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Preußen und Österreich und deren Verbündeten. Obwohl hier siegreich, wurde das Herzogtum Nassau nach der Niederlage Österreichs von Preußen annektiert.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Zorn, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10839> (Stand: 23.3.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde