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Klöster

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4623 Kassel Ost
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Ortskennziffer
61100001044

Prämonstratenserinnenstift Ahnaberg

154 m über NN
Gemarkung Kassel, Gemeinde Kassel, Stadt Kassel
Basisdaten | Geschichte | Besitz | Ausstattung | Nachweise | Zitierweise | Indizes
Basisdaten

Abstract:

Das in der Mitte des 12. Jahrhunderts durch die landgräfliche Familie von Hessen gegründete Prämonstratenserinnenstift Ahnaberg ist eines der wichtigsten Klöster im mittelalterlichen Kassel und eng mit dem Aufstieg der Stadt verbunden. Die Gemeinschaft ist ursprünglich als Doppelstift mit Mönchen und Nonnen entsprechend dem Vorbild der Urkirche angelegt, seit 1184 Chorfrauenstift.

Orden:

Augustiner-Chorherren; Augustiner-Chorfrauen; Prämonstratenser

Ordensprovinz:

Zirkarie Wadgassen, ab 1224 Zirkarie Ilfeld

Alte Diözesanzugehörigkeit:

Kirchenprovinz Mainz, Erzbistum Mainz, Archidiakonat Fritzlar St. Peter in Fritzlar, Archiprespyterat Ditmold

Typ:

wechselnd

Territorium:

  • Landgrafschaft Hessen

Historische Namensformen:

Lage:

Das Kloster liegt im Norden von Kassel auf einer kleinen Anhöhe, dem Ahnaberg, heute in der Nähe der Max-Eyth-Schule, Zeughausstraße/Weserstraße.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3535405, 5687184
UTM: 32 U 535317 5685349
WGS84: 51.31834444° N, 9.506786895° O OpenLayers

Geschichte

Geschichte:

Hedwig von Thüringen, die Witwe des hessisch-thüringischen Landgrafen Ludwigs I. gründet zwischen 1140 und 1148 das Stift in Kassel. Beteiligt ist ihr Sohn Graf Heinrich Raspe II, denn das Kloster soll als Hauskloster und Grabstätte für die Landgrafenfamilie dienen. Auf seine Bitten hin überträgt Kaiser Friedrich I. Barbarossa Grund und Boden auf dem Ahnaberg dem Stift. Ab 1184 wird Ahnaberg als Chorfrauenstift bezeichnet, 1223 heißt es vom Propst des Klosters, dass er Unterstützung erhält, wenn er nach Prémontré reisen möchte. Das Stift wird dem Abt von Spieskappel (Prämonstratenser) unterstellt, eine Priorin steht an der Spitze der Gemeinschaft, deren Größe 1219 auf 40 Nonnen beschränkt wird. Die Ordensgemeinschaft orientiert sich wechselnd an den Augustiner- und Prämonstratenserregeln.

Die Entwicklung des Stifts ist durch zahlreiche Konflikte geprägt. Gestritten wird mit der Prämonstratenserabtei in Spieskappel um das Recht der freien Propstwahl, die 1184 vom Papst für Ahnaberg bestätigt wird, um die Unterstellung des von Ahnaberg aus gegründeten Klosters Eppenberg. 1399 werden die Pröpste abgeschafft, das Kloster Eppenberg wird dem Ilfelder Stift unterstellt. Mit der Stadt Kassel und dem Landgrafen Hermann I. gibt es Auseinandersandersetzungen um die Pfarrkirchen und Patronate. 1490 und 1518 wird Ahnaberg von Kloster Böddeken aus visitiert und es werden Refomen eingeführt.

1527 wird das Kloster aufgehoben und die Chorfrauen und Laienschwestern entschädigt.

Gründungsjahr:

vor 1148 (Augustiner-Chorherren); vor 1223 (Prämonstratenserinnen)

Gründer:

Graf Heinrich Raspe II. von Gudensberg und seine Mutter Hedwig, Witwe des verstorbenen thüringischen Landgrafen Ludwig I.

Aufhebungsjahr:

1527/28

Pfarrrechte:

St.Cyriakus in Kassel (1152), Maria Magdalena (im 13. Jhdt.)

Patrozinien:

Maria, Salvator und Crux

Archivgeschichte:

Klosterarchive 2: Johannes Schultze, Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein

Besitz

Besitz:

Das vorhandene Vermögen wird nach der Aufhebung des Stifts für die Hof- und Landesverwaltung, z. T. für die Kasseler Pfarreien und Schulen verwendet.

Zum umfangreichen Besitz in der Stadt gehören Ländereien im Norden bis Wolfsanger, Ihringhausen und Vellmar.

Abhängigkeitsverhältnis:

Abhängigkeit von Kloster Eppenberg

Ausstattung

Gebäude:

Klostergebäude (1512 neu errichtet), 1568 Zehntscheuer, dann Kaserne und samt der Kirche 1880 abgerissen.

Nachweise

Arcinsys Hessen:

Quellen:

Gedruckte Quellen:

Literatur:

Germania Sacra-ID:

30213

GND-Nummer:

4330357-2

Zitierweise
„Prämonstratenserinnenstift Ahnaberg, Gemeinde Kassel“, in: Klöster <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/kl/id/7753> (Stand: 8.12.2019)
Indizes

Sachbegriffe:

  • Augustinerregel
  • Böddekken
  • Doppelkloster
  • Landgraf
  • Prämonstratenserinnen
  • Propst
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde