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Südhessisches Flurnamenbuch
Streit
- Deutung
- Die Namen erinnern durchweg daran, dass es um die betreffenden Stücke einst Streit gegeben hat, d. h. eine länger währende Auseinandersetzung; zu ahd. strît ‚Streit, Zwietracht‘, mhd. strît st. M. ‚Streit mit Worten oder mit Waffen‘. In den meisten Fällen waren, wie die GT zeigen, Äcker und Wiesen strittig, aber auch ein Wert (s. d.) (Biebesheim am Rhein, dazu Stockstadt am Rhein), verschiedene Gewässer u. a. Der (erhaltene) Streitstein scheint Steitigkeiten um Geleitsrechte geregelt zu haben1. Sprachlich auffällig ist die -er-Erweiterung in Lützelbach, das Diminutiv in Ober-Kinzig (das in Verbindung mit dem genitivischen -s auf einen PN als Namengeber hinweist) und das Partizipialadjektiv steitend in Ober-Liebersbach/Nieder-Liebersbach. Vermengungen mit Strut (s. d.) sind in Einzelfällen möglich, wenn umgelautetes /ʃdryːd/ zu */ʃdriːd/ entrundet und (fälschlich) diphthongiert wird.
- Literatur
- Schützeichel 273, Lexer 2, 1239 f.; DWB 10, 3, 1310 f.; SHessWb 5, 1530, PfälzWb 6, 92 f.; Bach 2, § 285, HessFlNAtl K. 136; Dittmaier (1963), S. 305, Ramge (1979), S. 277, Zernecke (1991), S. 515, Vielsmeier (1995), S. 477. 〈für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich〉
- Vernetzung
- MHFB: → Streit · Strittig; DWB: → streit; Lexer: → streit; PfälzWb: → streit; Wörterbuchnetz: → Streit
- Referenz
- Vgl. Strut.
-
1 Metzendorf (1986), S. 275 f., Köster/Weyrauch (1995), S. 282.

