Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Südhessisches Flurnamenbuch

Strut

Bär · Bar · Götze · Gras-Ellenbacher · Hain · Hoch · Hof · Klein-Zimmerer · Langstädter · Linde · Peter · Schefter · Semder · Unter · Wern
Deutung
Alle angeführten Belege gehören mit Sicherheit oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu ahd. struot F. ‚Sumpf‘, mhd. struot, strût st. F. ‚Sumpf; Gebüsch, Buschwald, Dickicht‘. Der in Hessen außerordentlich verbreitete FlN benennt entsprechend meist, aber durchaus nicht immer mit Busch oder Wald bewachsene Feuchtgebiete. In Südhessen herrscht eine umgelautete Variante mhd. *strüet vor, die - oft früh zu */ʃdriːd/ entrundet - noch in den Diphthongierungsprozess gerät. In diesen Fällen fällt der Name lautlich mit Streit (s. d.) zusammen. Die historischen Belegreihen und die Kompositionstypen erlauben aber meist eine klare Trennung. In anderen Fällen wird zu Stritt gekürzt. Die Strut-Variante erscheint gelegentlich nach dem gleichen Vorgang zu straut diphthongiert und vereinzelt zu /ʃdrɑːd/ weiter monophthongiert (Momart). - Der FlN in Birkert ist wohl Diminutiv.
Literatur
Schützeichel 273, Lexer 2, 1254; DWB 10, 4, 147; SHessWb 5, 1579 f., PfälzWb 6, 740, SchwäbWb 5, 1887; HessFlNAtl K. 124; Dittmaier (1963), S. 307; Udolph (1986), S. 272-298. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Strut; DWB: → strut; Lexer: → strut; PfälzWb: → strut; Wörterbuchnetz: → Strut