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Südhessisches Flurnamenbuch
Stiegel
- → Born · Bube · Dick · Eisen · Feld · Fink · Gezäunt · Lorscher · Philipp · Rupert · Schwanheimer · Wiese
- Deutung
- In dem FlN haben sich zwei Wörter vermengt: ahd. stiagil, stiagal M. ‚Stufe, Sprosse‘, mhd. stiegel st. M. ‚Stufe‘ und ahd. stigilla, mhd. stigele, stigel sw. st. F. ‚Vorrichtung zum Übersteigen eines Zauns, einer Hecke‘. Im rezenten Sprachgebrauch Südhessens bezeichnet der Ausdruck darüber hinaus eine ‚enge Gasse zwischen zwei Häusern‘. In FlN dürfte aber immer die aus Stufen bestehende Übersteigvorrichtung Benennungsmotiv gewesen sein, wobei manchmal das Motiv der Stufe, manchmal das des Überstiegs namengebend war. Das erklärt auch das Nebeneinander von mask. und fem. Formen, von kurz- und langvokalischen Formen, von Reibelaut (durch mundartliche Palatalisierung) und Verschlusslaut (durch Verschärfung bei Kurzvokal). Im letzteren Fall fällt Stiegel mit mundartlich Stickel ‚kurzer Holzpfahl‘ und den Steckel-Namen (s. d.) zusammen. Die andernorts nicht seltene Kontraktion zu Stiel ist in Südhessen nur unsicher bezeugt.
- Literatur
- Schützeichel 271, Lexer 2, 1190 u. 1194, Baufeld 226; DWB 10, 2, 2, 2823 f., SHessWb 5, 1421 f. u. 1413 s. u. Stickel, PfälzWb 6, 578; Bach 2, § 378; Dittmaier (1963), S. 303, Ramge (1979), S. 274 f., Zernecke (1991), S. 510, Vielsmeier (1995), S. 472 f. 〈für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich〉
- Vernetzung
- MHFB: → Stiegel; DWB: → stickel; Lexer: → stiegel; Wörterbuchnetz: → Stiegel
- Referenz
- Vgl. Siegel1 · Steckel · Still.

