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Südhessisches Flurnamenbuch

Schleide

Deutung
Von der sprachlichen Form her sind die Namen am ehesten zu dem linksrhein. relativ häufigen FlN Schleide zu stellen, der wohl auf eine Substantivbildung *sleit zu mhd. slîten st. V. ‚gleiten‘ zurückgeht und einen sanften Hang benennt. In Südhessen ist weiterhin Monophthongierung /AI/ /A:/ erwartbar. Da es sich in Gronau1 und vermutlich (wegen Überbauung nicht mehr feststellbar) in Klein-Gerau um ebene Flächen handelt, ist die Herleitung von mhd. slâte sw. F. ‚Schilfrohr‘ (s. Schlott) jedoch ebenso wahrscheinlich. In Finkenbach liegt vielleicht der Name als Diminutiv vor.
Literatur
Lexer 2, 983; SHessWb 5, 409; Bach 2, § 290, HessFlNAtl K. 91; Dittmaier (1963), S. 271, Ramge (1979), S. 258, Zernecke (1991), S. 458 f. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Schleide; Wörterbuchnetz: → Schleide
Referenz
Vgl. Schlott.

1 Kühner/ Kunz (1985), S. 212.