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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 45. Sontra

Weitere Informationen

Cornberg

Ortsteil · 275 m über NN
Gemeinde Cornberg, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Kloster; Siedlung

Lagebezug:

10 km nordöstlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Siedlung mit regelhaftem Grundriss zwischen Stölzinger und Richelsdorfer Gebirge an einem Bachzulauf (sog. Cornberger Wasser) zur Sontra. Ausgangspunkt ist das östlich gelegene und heute durch die B 27 getrennte Kloster bzw. die spätere Domäne Cornberg. Die 1938-41 für Hüttenarbeiter angelegte Siedlung wurde der Hanglage angepasst. Die 1957 errichtete katholische Pfarrkirche befindet sich in zentraler Lage

Von Cornberg führt die Kreisstraße K 52 nach Rockensüß, von dort die K 57 nach Königswald.

Südlich von Cornberg befand sich bis 1961 ein Personenbahnhof der südöstlich von Kloster und Siedlung verlaufenden Eisenbahnlinie Bebra – Friedland ("Bebra-Friedländer-Bahn";"Werratalbahn III") (Inbetriebnahme der Strecke 31.10.1875).

Ersterwähnung:

1296

Siedlungsentwicklung:

Die erste Klosterniederlassung befand sich südlich von Cornberg und trug den Namen Bubenbach (vgl. Bubenbach, Benediktinerinnenkloster und Bubenbach)

1928 erfolgt die Auflösung des Gutsbezirks Domäne Cornberg und Eingemeindung der Grundstücke nach Rockensüß.

Schaffung einer regelhaften Siedlung für die Berg- und Hüttenarbeiter des Kupferschieferbergbaues zwischen 1938 und 1941.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Bis zur Auflösung des Benediktinerinnenklosters Cornberg 1526 beziehen sich die Nennungen hierauf. Vgl. die Aufstellung der Historischen Namensformen bei Burkhardt, Artikel Cornberg, S. 116

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Domäne 1831-1960
  • Gutsbezirk

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3560466, 5656651
UTM: 32 U 560368 5654828
WGS84: 51.041817° N, 9.861095° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632005010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1961 (Hektar): 462, davon 219 Wald (= 47.40 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 6 Haushaltungen
  • 1747: 2 Haushaltungen
  • 1885: 69 Einwohner, davon 64 evangelisch (= 92,75 %), 5 katholisch (= 7,25 %)
  • 1961: 1331, davon 931 evangelisch (= 69.95 %), 372 katholisch (= 27.95 %)
  • 1970: 1228
  • 1981: 1873 (mit Ortsteilen)
  • 2003: 1675 (mit Ortsteilen)

Diagramme:

Cornberg: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1568: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Sontra/Abtei Hersfeld (gemeinsame Verwaltung)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Sontra, Dritter Gerichtsstuhl Rockensüß
  • 1616-1831: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Vogtei Cornberg
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Sontra
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Sontra
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Sontra
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Sontra
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg (zu Rockensüß gehörig)
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1538: Gericht Rockensüß
  • 1821: Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Sontra
  • 1954: Amtsgericht Sontra

Herrschaft:

Zu den Anfängen s. Benediktinerinnenklosters Cornberg

Mit der Übernahme der Schutzherrschaft 1388 ist Landgraf Hermann II. in Cornberg präsent. 1525 besetzt Landgraf Philipp das Kloster, das nach dem Bauernkrieg nicht an das Stift Hersfeld zurückgegeben wird. Nach Verpfändung wird es 1568 zu gleichen Teilen vom Landgrafen und vom Abt von Hersfeld ausgelöst und in der Folge von einem Vogt verwaltet, den der Landgraf einsetzt. 1580 überträgt Landgraf Wilhelm IV. seine Hälfte seinem unehelichen Sohn Philipp Wilhelm, der 1572 formell ins Stift Hersfeld eingetreten war. 1582 wurde Philipp Wilhelm nach Heirat und Austritt aus dem geistlichen Stand auch mit dem hersfeldischen Anteil belehnt. 1598 trat er seine Rechte an Landgraf Moritz ab, seitdem blieb das Kloster in hessischem Besitz.

Gemeindeentwicklung:

Entstehung der Gemeinde Cornberg am 01.04.1954 aus Teilen der Gemarkungen der damaligen Gemeinden Mönchhosbach, Rautenhausen und Rockensüß. Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform am 1.10.1971 gebildeten Gemeinde s. Cornberg, Gemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Cornberg.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Bubenbach-Cornberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld.

Ortsadel:

Nach Cornberg heißt eine Adelsfamilie, die von einem "natürlichen" Sohn Landgraf Wilhelms IV., nämlich Philipp Wilhelm, abstammt. Er gilt als Stammvater der althessischen Adelsgeschlechts der "Freiherren von Cornberg"

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Patrozinien:

  • Maria

Pfarrzugehörigkeit:

1585 ist Cornberg zu Berneburg eingepfarrt, 1872 ist es Filiale von Rockensüss

Die nach dem 2. Weltkrieg eingerichtete Pfarrstelle wurde später aufgehoben und Cornberg Vikariatsgemeinde von Rockensüss

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Berneburg, Einführung der Reformation vermutlich um 1527.

Kultur

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Quellen:

Literatur:

Zitierweise
„Cornberg, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3003> (Stand: 8.5.2025)