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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld

Wüstfeld

Ortsteil · 360 m über NN
Gemeinde Schenklengsfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km südöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem regelhaftem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung nordwestlich von Schenklengsfeld. Hauptachse ist die von Schenklengsfeld über Konrode heran- und nach Erdmannrode weiterführende L 3341.

Ersterwähnung:

1388

Siedlungsentwicklung:

Im Bereich der Gemarkung Raßdorf fanden sich im oberen Abschnitt des Hüttenbachtales Hinweise auf eine Glashütte.

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Hersfeld-Wippershain.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1925

Älteste Gemarkungskarte:

1873

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3557265, 5632450
UTM: 32 U 557168 5630636
WGS84: 50.824623° N, 9.811661° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632019140

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 188, davon 124 Acker (= 65.96 %), 27 Wiesen (= 14.36 %), 26 Holzungen (= 13.83 %)
  • 1961 (Hektar): 1384, davon 1183 Wald (= 85.48 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1571: 9 Hausgesesse
  • 1585: 9 Hausgesesse
  • um 1610: 9 Hausgesesse
  • 1628: 9 Hausgesesse
  • 1673: 7 Hausgesesse
  • 1747: 16 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1818: 19 Bau- oder Feuerstätten mit 119 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 1 Schreiner, 2 Schneider, 1 Zimmermann, 1 Ziegelbrenner, 1 Schäfer und 6 Tagelöhner
  • 1885: 232, davon 232 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 307, davon 267 evangelisch (= 86.97 %), 34 katholisch (= 11.07 %)
  • 1970: 279

Diagramme:

Wüstfeld: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Landeck
  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1832: Justizamt Friedewald
  • 1833: Justizamt Schenklengsfeld
  • 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

In der Amtszeit des Abtes Berthold II. (1367-1388) wird Wüstfeld als Lehen an Dietmar Borsch und seine Brüder als Burglehen ausgetan. Später ist Wüstfeld mit Zubehör Lehen der von Romrod des Klosters Hersfeld, nach dem Ende der Stiftszeit geht es von Hessen aus (Reverse 1456-1822). Doch gelang es denen von Romrod nicht, sich die Hoheitsrechte anzueignen, die bei Hessen verblieb. Nur 1736 bis 1742 fiel es vorübergehend an Kursachsen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche bzw. Bethaus 1804/1812 errichtet, 1942 abgebrochen

Pfarrzugehörigkeit:

1585, 1747, 1818 und 1994 nach Schenklengsfeld eingepfarrt

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich um 1530.

Kultur

Schulen:

1818 ist kein Schulhaus vorhanden, die Kinder gehen grundsätzlich nach Schenklengsfeld zur Schule. Da dies aber beschwerlich ist, darf die Gemeinde einen Schulhalter beschäftigen.

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wüstfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3298> (Stand: 22.4.2026)