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Portrait

Wilhelmine Caroline Amalie von Tischbein-Apell
(1757–1838)

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GND-Nummer

1104195054

Tischbein-Apell, Wilhelmine Caroline Amalie von [ID = 2847]

* 3.10.1757 Kassel, † 7.7.1838 Kassel
Malerin, Miniatur-Malerin
Biografischer Text

Amalie Tischbein erscheint erstmals in den Listen der 2. Klasse der Kunstakademie 1777/78 und brilliert bereits auf der ersten Ausstellung der Kasseler Kunstakademie, 1778. In diesem Jahr heiratet sie allerdings auch David (von) Apell, aufsteigender Hofbeamter, und durchaus in europäischen, musikwissenschaftlichen Kreisen noch anerkannter Komponist und vielreisender Intellektueller. Über finanzielle Schwierigkeiten durch das übermäßige Engagement von David von Apell für das Kasseler Theater wird bereits Ende der 1790er Jahre öffentlich berichtet. 1805 erfolgte seine Entmündigung durch seine Familie. Die folgenden problematischen Lebensumstände, die für Amalie erst 1819 mit einer Scheidung endeten, scheinen Amalies Talent nicht gut getan zu haben. In der Nachlass-Auktion von Wilhelm Böttner am 27. Oktober 1805 wird ein Ölgemälden (Nr. 19) von Amalie Tischbein angeboten. Es sollen weitere Verkäufe auch ohne Namensangabe erfolgt sein. Nach ihren ersten beachtlichen künstlerischen Erfolgen und der leitenden Rolle in Vater Tischbeins Werkstatt bis 1789 trat sie künstlerisch ein halbes Jahrhundert bis zu ihrem Tod 1839 nicht mehr namentlich in Erscheinung. Es ist zwar zu vermuten, dass die intelligente und vielseitig interessierte Frau unter Pseudonym weiter gearbeitet hat, doch lässt sich dies bislang nicht eindeutig belegen. Allerdings kam in Zusammenhang mit Johann Friedrich Rochlitz (1769–1842) die Vermutung auf, dass eine mehrteilige Schrift von Amalie Will (sein? Pseudonym) mit dem Titel „Freuden und Leiden als Jungfrau und Gattin“1 und schließlich Mutter über sie berichten oder gar von ihr verfasst sein könnte. Der Text der Amalie Will war häufig rezensiert worden.2 Vor allem macht eine Bemerkung aufmerksam, demnach „die gute und empfindsame Mutter dem Gemälde zuviele Farben verliehen habe.“3 Das Gemälde ihrer drei Kinder (heute Stadtmuseum Kassel) leidet tatsächlich unter anderem unter einem zu pastosen Farbauftrag. Nachdem sie durch die Scheidung wieder eigenständig handeln konnte, verfasste sie am 7. November 1819 ein Testament, das am 27. November 1839 eröffnet wurde.4

M. Sitt


  1. Meine Freuden und Leiden als Gattin und Mutter eine Fortsetzung der Schrift: meine Freuden und Leiden als Jungfrau und Gattin, erschienen im Intelligenzblatt 1797, Jg. 12, November, S. (CCLIX)–(CCLX), URL: http://zfbb.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jparticle_00092379, Neue Ausgabe 1802 unter Rochlitz Namen URL: https://books.google.de/books?id=rb9gAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q=Maler&f=false.
  2. 1798 s. http://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_derivate_00045795/ALZ_1798_Bd.1+2_0671.tif.
  3. Neue allgem dt. Bibliothek 1797, Bd. 44, S. 273.
  4. Testament HStAM Best. 266 Kassel Nr. 2201.

Literatur