Historisches Ortslexikon
- Messtischblatt
- 5125 Friedewald
- Moderne Karten
- Kartenangebot der Landesvermessung
- Topografische Karten
- KDR 100, TK25 1900 ff.
- Historische Karten
- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 67. Friedewald
Weitere Informationen
Wölfershausen
-
Stadtteil · 225 m über NN
Gemeinde Heringen (Werra), Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
-
Ortstyp:
Dorf
-
Lagebezug:
19,7 km östlich von Bad Hersfeld
-
Lage und Verkehrslage:
Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung im sich weitenden Mündungsgebiet des Herfabaches zur Werra. Ursprüngliche Entwicklung entlang der Herfaer und Heimbolshauser Str. (L 3255/3066). Heutige Kirche am südlichen Ortsrand auf einer Anhöhe. Jüngere regelhafte Siedlungsausdehnung im Zuge des Kalibergbaus nach Norden und Süden am westlichen Werraufer.
Am östlichen Ortsrand zur Werra hin verlief die ehemalige Eisenbahnlinie Gerstungen – Vacha ("Werratalbahn I") von 1904 bis zur endgültigen Stilllegung der Strecke 1986 (Die Teilstrecke Dankmarshausen - Heringen wurde am 30.3.1904 eröffnet, die Teilstrecke Heringen - Vacha am 2.10.1905).
-
Ersterwähnung:
1397
-
Historische Namensformen:
- Wulfirshus (1397) [Kopiar HStAM Best K Nr. 433, Bl. 43]
- Wolfirshusen (1414) [HStAM Best. Urk. 49 Nr. 1809]
- Wulfershusen (1432) [HStAM Urk. 13, Nr. 5425]
- Wolffershausen (1553) [Friedewalder Salbuch HStAM S Nr. 318]
- Wolffershausen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 80]
- Welfershausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Wolffershausen (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Wölffershausen (1768) [HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 461]
-
Bezeichnung der Siedlung:
- Wüstung (1432)
- Dorf, Dorfschaft (1768)
-
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
-
Umlegung der Flur:
1874
-
Älteste Gemarkungskarte:
1705
-
Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3569726, 5638248
UTM: 32 U 569624 5636432
WGS84: 50.87537° N, 9.989587° O OpenLayers - Statistik ↑
-
Ortskennziffer:
632009080
-
Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 326, davon 207 Acker (= 63.50 %), 49 Wiesen (= 15.03 %), 22 Holzungen (= 6.75 %)
- 1961 (Hektar): 358, davon 1 Wald (= 0.28 %)
-
Einwohnerstatistik:
- 1553: 34 Haushaltungen (Friedewalder Salbuch)
- 1579: 37 Haushaltungen [HStAM Best. S Nr. 320]
- 1585: 33 Haushaltungen (Der ökonomische Staat, S. 80)
- 1747: 36 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
- 1768: 40 steuerpflichtige Häuser oder Feuerstellen mit 219 Menschen; Gewerbetreibende: hauptsächlich Ackerbau, wenige Handwerkern und Tagelöhner, 2 Schneider, 3 Maurer, 1 Schmied, 11 Leinweber, 9 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen, 2 Brandtweinbrenner- und schenker, 1 Müller
- 1885: 254, davon 253 evangelisch (= 99.61 %), 1 katholisch (= 0.39 %)
- 1961: 1609, davon 1284 evangelisch (= 79.80 %), 249 katholisch (= 15.48 %)
- 1970: 1570
-
Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
-
Verwaltungsbezirk:
- 1432: Landgrafschaft Hessen, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1553: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald, Gericht Heringen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Friedewald
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
-
Altkreis:
Hersfeld
-
Gericht:
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1867: Amtsgericht Friedewald
- 1879: Amtsgericht Friedewald
- vor 1945: Amtsgericht Friedewald
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
-
Herrschaft:
1397 hat Herting von Hornsberg Wolfershausen als fuldisches Burglehen in Heringen inne.
Spätestens seit dem 15. Jahrhundert wird das gesamte Amt Friedewald mit dem Untergericht Heringen als landgräflich betrachtet. 1432 verkaufen Grete, Witwe des Kurt von Heringen, und ihr Sohn Heinrich von Heringen das Gericht Heringen für 2.100 Gulden an Landgraf Ludwig von Hessen, wobei Wölfershausen explizit genannt wird. In der Folge, so 1553 und 1768, ist Wölfershausen vollumfänglich landgräflich.
-
Gemeindeentwicklung:
Am 15.9.1968 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Heringen (Werra) eingegliedert.
- Kirche und Religion ↑
-
Ortskirchen:
- Die ältere, zentraler gelegene Fachwerkkirche wurde 1710 errichtet, ist 1768 und 1872 vorhanden und wird 1928 niedergelegt.
- 1925-1927 wird unter Rückgriff auf gotische und barocke Formen eine neue Kirche am südlichen Ortsrand auf einer Anhöhe errichtet
-
Pfarrzugehörigkeit:
1585, 1768, 1872 Filial von Heringen. 1950 wird die neue Pfarrei Wölfershausen-Lengers errichtet, zu der Lengers als Filial und Harnrode gehören. Letzteres scheidet 1958 wieder aus und wird nach Heimboldshausen umgepfarrt.
-
Patronat:
1768 landgräflich
-
Diakonische Einrichtung:
1943 - 1962 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)
-
Bekenntniswechsel:
Da Filial von Heringen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Heringer Pfarrer Caspar Mosebach ab 1526.
- Kultur ↑
-
Schulen:
1768 gehen die Kinder nach Lengers in die Schule
1910 einklassige Volksschule
-
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
-
Wirtschaft:
Im 18. und 19. Jahrhundert vor allem Landwirtschaft und Köhlerei, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts aufblühen der Kaliindustrie.
-
Mühlen:
1768 hat die vom Wasser der Herfa über eine oberschlägiges Wasserrad angetriebene Mühle einen Mahl- und einen Schlaggang, 1927 Einbau einer Turbine, 1974 wird der Betrieb eingestellt
- Nachweise ↑
-
Literatur:
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 409-413
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 96-97
- Schellhase, Kreis Rotenburg, S. 246 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 526
- Classen, Kirchliche Organisation, S. 258
- Zitierweise ↑
- „Wölfershausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3297> (Stand: 10.7.2026)

