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Hessische Biografie
Weitere Informationen
GND-Nummer
118558358
Jordan, Franz Sylvester [ID = 3303]
- * 30.12.1792 Omes bei Innsbruck, † 15.4.1861 Kassel, katholisch; evangelisch
Prof. Dr. jur.; Dr. phil. – Jurist, Staatsrechtslehrer, Politiker, Gesandter, Professor, Freimaurer, Abgeordneter - Andere Namen ↑
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Weitere Namen:
- Jordan, Franz Silvester*
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Pseudonym(e):
Steverlys, J.
- Wirken ↑
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Werdegang:
- Besuch des Gymnasiums in Innsbruck und München
- Tagelöhner, Schuhmacherlehrling
- Besuch der Gymnasien Innsbruck und München, Abitur 1812
- Studium an den Universitäten Landshut und Wien
- 15.5.1815 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Landshut
- Hauslehrer in München
- Studium der Rechtswissenschaft in Landshut
- 18.8.1817 Promotion zum Dr. jur. in Landshut
- 1817-24.3.1818 Tätigkeit am Landsgericht Landshut
- 1818-1820 Anwaltsvertreter bei dem Oberappellationsgerichtsadvokaten Meinel in München
- 26.5.-13.9.1820 Rechtsanwalt im Büro des Rechtsanwalts Ehrmann in Frankfurt am Main
- 1820 Privatdozent der Universität Heidelberg
- 1.10.1821 außerordentlicher Professor des Staatsrechts an der Universität Marburg
- 11.9.1822 ordentlicher Professor in Marburg und außerordentlicher, ab 7.5.1823 ordentlicher Beisitzer der Juristenfakultät
- Vorlesungen: Staatsrecht, Lehenrecht, Kriminalprozess, Zivilprozess und juristisches Praktikum (bis 1839), Völkerrecht (1823-1827, 1837-1839), Kriminalrecht (1823-1834), Deutsches Privatrecht (1822-1824)
- 1830 Deputierter der Universität Marburg auf dem konstituierenden Landtag und Vorsitzender des Ausschusses für den Verfassungsentwurf, „der den Stempel seines Geistes als eines staatsrechtlichen Theoretikers trägt“ (Losch, S. 31)
- 1831, 1833 Mitglied der Kurhessischen Ständeversammlung (1., 2. Landtag) für die Universität Marburg, seine Wahl 1833 wurde von Hassenpflug angefochten – „Der darum entstandene Streit führte zur Auflösung der Kammer.“ (Losch, S. 31)
- 7.5.1839 vom Amt suspendiert wegen der gegen ihn eingeleiteten Untersuchung wegen Beteiligung an revolutionären Umtrieben
- 28.8.1839 auf dem Marburger Schloss festgesetzt
- 14.7.1843 Verurteilung zu fünfjähriger Festungsstrafe und Dienstentlassung wegen Beihilfe zum versuchten Hochverrat
- 17.10.1845 Freispruch vom Oberappellationsgericht in Kassel
- 1848 Mitglied der Kurhessischen Ständeversammlung (11. Landtag) für die Städte des Schwalmstroms
- 17.3.1848 Aufhebung der Suspension vom Amt
- 1848 Vizepräsident des Frankfurter Vorparlaments
- 12.4.1848-23.2.1850 Kurhessischer Bundestagsgesandter, Geheimer Legationsrat
- 26.7.1848-20.5.1849 Mitglied der Deutschen Nationalversammlung für den Wahlbezirk Kurhessen 4 (Fritzlar) (Württemberger Hof, Landsberg)
- kurhessischer Bevollmächtigter bei der Provisorischen Zentralregierung
- 1850 Angehöriger des Schiedsgerichts des Erfurter Unionsparlaments, anschließend Versetzung in den Ruhestand
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Funktion:
- Marburg, Universität, Juristische Fakultät, Dekan, 1825
- Marburg, Universität, Prorektor, 1826
- Marburg, Universität, Juristische Fakultät, Dekan, 1829
- Kurhessen, Konstituierender Landtag, Mitglied, 1830-1831
- Kurhessen, 01. Landtag, Mitglied, 1831-1832
- Marburg, Universität, Juristische Fakultät, Dekan, 1833
- Kurhessen, 02. Landtag, Mitglied, 1833
- Marburg, Universität, Juristische Fakultät, Dekan, 1836
- Marburg, Universität, Juristische Fakultät, Dekan, 1839
- Kurhessen, 11. Landtag, Mitglied, 1848-1849
- Deutscher Bund, Nationalversammlung, Mitglied, 1848
- Deutscher Bund, Erfurter Staatenhaus, Mitglied, 1849
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Studium:
- Studium der Philosophie, Rechts- und Kameralwissenschaft wissenschaft an den Universitäten Landshut und Wien
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Akademische Qualifikation:
- 15.5.1815 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Landshut
- 18.8.1817 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Landshut
- 1.8.1820 Habilitation an der Universität Heidelberg
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Akademische Vita:
- Heidelberg, Universität / / Rechtswissenschaft / Privatdozent / 1820-1821
- Marburg, Universität / Juristische Fakultät / Staatsrecht / außerordentlicher Professor / 1821-1822
- Marburg, Universität / Juristische Fakultät / / ordentlicher Professor / 1822-1839
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Akademische Ämter:
- 1825, 1829, 1833, 1836 und 1839 Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Marburg
- 1826 Prorektor der Universität Marburg
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Werke:
- Titel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Versuche über allgemeines Staatsrecht, in systematischer Ordnung und mit Bezugnahme auf Politik (1828)
- Lehrbuch des allgemeinen und deutschen Staatsrechts. Erste Abtheilung, die Grundzüge des allgemeinen Staatsrechts, die geschichtliche und allgemeine Einleitung in das deutsche Staatsrecht und das deutsche Bundesrecht enthaltend (1831)
- Ueber die Grundsätze, von welchen bei der Abfassung der churhessischen Verfassungsurkunde ausgegangen ward, in: Jahrbücher der Geschichte und Staatskunst [5] (1832)
- Actenstücke, zum Theil mit Anmerkungen, über die Frage: ob der §. 71. der kurhessischen Verfassungs-Urkunde auch auf den Abgeordneten der Landes-Universität anwendbar sei? Nebst einer Einleitung geschichtlichen und rechtlichen Inhalts und einem Vorworte sammt Bemerkungen über die rechtliche Erörterung der obigen Frage von einem rheinpreußischen Rechtsgelehrten (1833)
- Die Jesuiten und der Jesuitismus (1839)
- Selbstvertheidigung in der wider ihn geführten Criminaluntersuchung, Theilnahme an Hochverrath betreffend. Nebst der Appellationsschrift seines Vertheidigers, Ober-Gerichts-Anwalt C.F. Schantz zu Marburg, und einer Denkschrift, die Rechtfertigung der Beschwerden und zugleich einen Beitrag zur Lehre vom Indicienbeweise enthaltend von dem Angeschuldigten Dr. Sylvester Jordan selbst (1844)
- Die Jesuiten in Tirol. Verfasst von einem Tiroler (1845)
- Wanderungen aus meinem Gefängnisse (1847)
- Gespräche über Staat und Kirche. Aufgezeichnet von J. Steverlys (1848)
- Sylvester Jordan's Politische Erinnerungen aus der Zeit seiner Gefangenschaft 1839–1845. Aus dem literarischen Nachlasse seiner Tochter Henriette Keller-Jordan, hrsg. von Paul Tesdorpf (1912)
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Lebensorte:
- Innsbruck; München; Landshut; Wien; Frankfurt am Main; Heidelberg; Marburg; Kassel; Erfurt
- Familie ↑
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Vater:
Jordan, Matthias, 1752-nach 1790, Schuhmacher, Sohn des Anton Jordan, Bauer in Omes, und der Maria Volderaner aus Telfs
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Mutter:
Jordan, Maria, * 1749, Tochter des Bauern Friedrich Jordan in Oberperfuß bei Innsbruck, und der Petronilla Eißenstecken aus Zirl
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Partner:
- Staudinger, Marie, (⚭ Marburg 1821) † 1832
- Wigand, Johanna Charlotte Elise Pauline, (⚭ Höxter 1832) * 1810, Tochter des Paul Wigand und der Elise Henckel
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Verwandte:
- Keller-Jordan, Henriette <Tochter>, GND, * Marburg 4.6.1835, † München, 10.2.1909, Erzählerin
- Nachweise ↑
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Quellen:
- HStAM Bestand 16 Nr. 3643
- HStAM Bestand 16 Nr. 3644
- HStAM Bestand 16 Nr. 3645
- HStAM Bestand 16 Nr. 3646
- HStAM Bestand 16 Nr. 3663
- HStAM Bestand 16 Nr. 3665
- HStAM Bestand 16 Nr. 3666
- HStAM Bestand 73 Nr. 1040
- HStAM Bestand 73 Nr. 1059/1
- HStAM Bestand 73 Nr. 1059/2
- HStAM Bestand 73 Nr. 1081
- HStAM Bestand 73 Nr. 1449
- HStAM Bestand 250 Nr. 812
- HStAM Bestand 305a Nr. 5510
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Literatur:
- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 14, Leipzig 1881, S. 513-520 (Karl Wippermann)
- Neue deutsche Biographie, Bd. 10, Berlin 1974, S. 603 f. (Wolfgang Klötzer)
- Grothe, Die Abgeordneten der kurhessischen Ständeversammlungen 1830–1866, Marburg 2016, Nr. KSV-217
- Kassel Lexikon, hrsg. von der Stadt Kassel, Bd. 1, Kassel 2009, S. 293 f. (Helmut Berding)
- Roland Hoede, Die Paulskirche als Symbol. Freimaurer in ihrem Wirken um Einheit und Freiheit von 1833 bis 1999, Bayreuth 1999
- Best/Weege, Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Düsseldorf 1996, S. 193 f.
- Lengemann, MdL Hessen 1808–1996. Biographischer Index, Marburg 1996, S. 201
- Frankfurter Biographie, Bd. 1, Frankfurt am Main 1994, S. 374 (Sabine Hock)
- Hellmut Seier (Hrsg.), Akten und Briefe aus den Anfängen der kurhessischen Verfassungszeit 1830-1837, Marburg 1992
- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 439-441
- Koch (Hrsg.), Die Frankfurter National-Versammlung 1848/49. Ein Handlexikon der Abgeordneten der deutschen verfassungsgebenden Reichs-Versammlung, Kelkheim 1989, S. 230
- Günter Kleinknecht, Sylvester Jordan (1792–1861). Ein deutscher Liberaler im Vormärz, Marburg 1983
- Hellmut Seier, Sylvester Jordan und die kurhessische Verfassung von 1831, Marburg 1981
- Schnack (Hrsg.), Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck 1830–1930 Bd. 4, Marburg 1950, S. 163-186 (Rudolf Bovensiepen)
- Werner Kaiser, Sylvester Jordan. Seine Staatsauffassung und sein Einfluß auf die kurhessische Verfassungsurkunde vom 5. Januar 1831, Dresden 1936
- Gundlach, Catalogus professorum academiae Marburgensis 1, Von 1527 bis 1910, Marburg 1927, Nr. 200
- Walter Wieber, Die politischen Ideen von Sylvester Jordan, Tübingen 1913
- Losch, Die Abgeordneten der Kurhessischen Ständeversammlungen von 1830 bis 1866, Marburg 1909, S. 31
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Teil 10, 1863, S. 260–265 Online-Ausgabe
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Bildquelle:
„Silvester Jordan“ (Federzeichnung · 23 x 27,8 cm, beschnitten), in: Ferdinand Justi, Icones Professorum Marpurgensium. Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg (Inventar-Nr. 28.156) / Foto: Bildarchiv Foto Marburg (Thomas Scheidt)
- Zitierweise ↑
- „Jordan, Franz Sylvester“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118558358> (Stand: 23.5.2025)
