Hessische Biografie
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GND-Nummer
1024912019
Hund, Heinrich [ID = 9543]
- * 1527 Gudensberg, † 9.3.1612 Kassel, Begräbnisort: Kassel, evangelisch-reformiert
JUD – Hofmeister, Rat, Vize-Kanzler - Biografischer Text
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Biogramm bei Gundlach, Dienerbuch
Heinrich Hund (auch Canis genannt), geboren in Gudensberg1, immatrikuliert 1546 in Marburg2. Etwa 1546 verordnete ihm Landgraf Philipp zum Präzeptor seines Sohnes Philipp (aus der Nebenehe)3. Er erhielt eine Ratsbestallung 1553 September 114, wurde von neuem zum Rat und Diener bestellt 1558 September 115, 1560 Juli 18 dem Dr. Didamar als Dezernent für die Kammergerichtssachen beigegeben6; 1561 bis 1564 Erzieher der Grafen Christoph Ernst und Philipp Konrad von Diez während deren Studiums in Straßburg7; 1564 Dezember 28 unter den Räten in Cassel8; 1565 August 21 vom Grafen Philipp d. Ä. von Waldeck zum Advokaten bestellt9 und noch 1567 Mai 110 und später in waldeckischen Diensten (von Haus aus!); hessischer Hofrat 1567 Februar 2811. Landgraf Wilhelm IV. bestellte ihn 1567 Mai 1 zum Rat und Diener in der Kanzlei zu Cassel12, Vizekanzler seit 1568 Juni 1813, als solcher kommt er in der Folgezeit sehr oft vor, zuletzt nachweisbar 1586 November 30. Am 18. Juni 1568 hatte er in Marburg die juristische Doktorwürde erworben14. Als Kanzler finden wir ihn zuerst 1587 September 1415. Landgraf Moritz bestätigte ihn als Kanzler 1593 Januar 1116. Noch 1605 September 29 wird er als Kanzler genannt17. Gewesener Kanzler heißt er 1607 April 2518. Begraben 1612 März 13 in Cassel19.
- Winkelmann, Beschreibung von Hessen II 256 b; Kalkhofs Literalien (Casseler Landesbibliothek Ms. Hass. fol. 101a). Er stammt aus einem unechten Zweige der adligen Familie Hund zu Kirchberg. Der hessische Rat und Amtmann zu Schönstein Otto Hund hatte einen Bruder Hermann Hund, dieser hatte zwei unechte Sprossen Johann und Wolf, halbe Hunde zu Kirchberg (Landaus Kollekt. unter v. Hund in der Casseler Landesbibliothek). Einer dieser beiden, vielleicht Johann (tot 1553), ist wohl der Vater des Obigen. Näheres siehe in der Adelsrepositur unter Hund: Akten, die Bastardlinie der Hunde betreffend. In den Akten betr. Behörden und Beamte (M. St. S. 8395/96) befindet sich eine Selbstbiographie des Kanzlers Hund in lateinischer Sprache (Vitae et servitiorum cancellarii Henrici Hundii deliniatio ab anno 50 ad annum currentem sexcentesimum decasticho compraehensa cum subjuncta eiusdem elucidatione), die er am 28. März 1600 dem Landgrafen Moritz übersandte. ↑
- Marburger Matrikel (Henricus Canicula Goudespergius). Vgl. jedoch Kirchner, De officio et dignitate cancellarii S. 63. ↑
- Kirchner S. 182; Kalkhofs Literalien. ↑
- Nach Bernhardis Aufzeichnung (Casseler Landesbibliothek Ms. Hass. fol. 210). Der Bestallungsrevers ist verschollen. ↑
- Revers in Urkunden, Bestallungen. ↑
- Polit. Archiv Nr. 1286. ↑
- Ebda. Nr. 33. ↑
- Hofhaltung, Generalia. ↑
- Konzept im Waldeckischen Archive. ↑
- Revers in Urkunden, Bestallungen. ↑
- Von Adresse Bings O. W. S. 225. ↑
- Revers in Urkunden, Bestallungen. ↑
- Marburger Matrikel und Hunds eigene Angabe (vgl. Anm. 1). ↑
- Marburger Matrikel. ↑
- Altstädter Kirchenbuch, Taufen. ↑
- M. St. S. 8396. ↑
- Altstädter Kirchenbuch, Taufen. ↑
- Akten betr. Behörden und Beamte. ↑
- Casseler Freiheiter Kirchenbuch. Eine Tochter Elisabeth aus seiner Ehe mit Gertrud Schade aus Wolfhagen verheiratet sich 1593 September 10 in Cassel mit Johann Groth von Lemgo, J. U. D. (Waldeckisches Archiv; Schmalkalder Stadtrechnung), dieser wurde 1593 Januar 1 von Landgraf Moritz zum Rat und Diener bestellt (Revers in Urkunden, Bestallungen), wurde Vizekanzler in Cassel 1612 Januar (M. St. S. 8395/96 und bat 1625 Januar 13 um seine Entlassung vom Vizekanzleramt (ebenda). ↑
- Literatur
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- Werner Guth, Die niederhessische Adelsfamilie Hund in Kirchberg, in: Hessische Familienkunde 23 (1997), S. 203
Gustaf-Götz Eichbaum, Junker Hund/Canis zu Kirchberg und Falkenstein (seit? bis 1660), Fuldabrück 1994
Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 435
Nachrichten der Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen u. Waldeck, 1930, S. 89;
Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 112 f.
Gundlach, Casseler Bürgerbuch, 1895, Stf. 237;
L. v. Lehsten, Die hessischen Reichstagsgesandten 2, 2003, S. 144-147.
Caesar, Catalogus studiosorum scholae Marpurgensis, 3 Bde., Marburg 1875-1882
- Werner Guth, Die niederhessische Adelsfamilie Hund in Kirchberg, in: Hessische Familienkunde 23 (1997), S. 203
