Historisches Ortslexikon
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 67. Friedewald
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Weitere Informationen
Friedewald
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Ortsteil · 387 m über NN
Gemeinde Friedewald, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
11 km ostnordöstlich von Bad Hersfeld
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Lage und Verkehrslage:
Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundissmerkmalen im Grenzbereich zwischen der Kuppenrhön und Seulingswald, nördlich unterhalb des Dreienbergs. Kern der Siedlung sind die Burg bzw. das Amt Friedewald und eine dicht daran angrenzende Kirche am Südrand. Hauptachse ist die den Ort im Zuge der alten Handelsroute ursprünglich durchziehende Landstraße von Hersfeld über Vacha nach Thüringen (B 62, heute Umgehungsstraße). Nördlich der Ortslage verläuft die Bundesautobahn A4 mit Anschlußstelle Friedewald. Außerdem ist Friedewald über die Landesstraßen L3069 und L3255 und die Kreisstraßen K12 und K13 an das Straßenverkehrsnetz angeschlossen. Jüngere regelhafte Siedlungsausdehnung nach Nordosten in Richtung Gewerbegebiet
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Ersterwähnung:
1312
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Siedlungsentwicklung:
Im Bereich der Gemarkung von Friedewald befanden sich Wüstungen, denen bislang keine Namen in Schriftquellen zugewiesen werden konnten.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen der aufgelösten Gutsbezirke Forst Friedewald und Forst Hersfeld-Meckbach.
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Vorbemerkung Historische Namensformen:
Die frühen Belege beziehen sich auf die Burg Friedewald bzw. das Amt
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Historische Namensformen:
- Fridewald (1312) [Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 148]
- Vridewalt (1317) [Schreibweise nach Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 148; HStAM Best. Urk. 13 Nr. 5790]
- Friedewald (1323) [HStAM Best. Urk. 13 Nr. 1768]
- Friedewalt, zu (1429) [Schellhase, Territorialgeschichte, S. 89 mit Anm. 41)
- Frydewalt (1464/65) [F.J. Bendel, Die Würzburger Diözesanmatrikel aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter, 2 H. 2, 1934, S. I-XXX, 1-46, hier S. 17 (Digitalisat]
- Friddewalt (1476) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 25]
- Fridtwaldt; Friddwaldt (1553) [HStAM S Nr. 318 (Friedewalder Salbuch), Bl. 49]
- Friedewaldt (1585) [Der ökonomische Staat, S. 80]
- Friedewalt (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Friedewald (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
- Friedewald (1771) [HStAM Best. 49 d Hersfeld Nr. 65]
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Bezeichnung der Siedlung:
- Burg (1312)
- Dorf (1429, 1553)
- Marktflecken und Amtsort (1771)
- Flecken (1807)
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
- Burg Friedewald
- Dreienburg
- Einsiedel
- Hamundeseiche
- Heiligenmühle
- Hermannshof (Rote Mühle)
- Hirschstall
- Kodenbach
- Lingenbach
- Lucharterode
- Luteruns
- Lütters
- Nadelöhr
- Riffelrode
- Russenrodt
- Sankt Anna
- Tiefe Hohle
- Weißenborn
- Wolfsthal
- Wundorf
- Burg Friedewald (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
- Dreienburg (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
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Umlegung der Flur:
1894, 1947-49, 1968
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Älteste Gemarkungskarte:
1710
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3560506, 5639003
UTM: 32 U 560408 5637187
WGS84: 50.883193° N, 9.858734° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632006010
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 864, davon 584 Acker (= 67.59 %), 191 Wiesen (= 22.11 %), 5 Holzungen (= 0.58 %)
- 1961 (Hektar): 2825, davon 1933 Wald (= 68.42 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1585: 51 Haushaltungen (Der ökonomische Staat, S. 80)
- 1747: 96 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1771: 118 steuerpflichtige Häuser mit 696 Menschen; Gewerbetreibende: 3 Wirte, 3 Krämer, 1 Schlosser, 4 Schmiede, 1 Schnallenmacher, 3 Zimmerleute, 4 Schreiner, 1 Orgelmacher, 2 Wagner, 1 Faßbinder, 1 Fenstermacher, 2 Knopfdreher, 2 Schuhmacher, 7 Schneider, 5 Leinweber, 2 Maurer, 1 Bäcker, 15 Tagelöhner, 3 Kalkbrenner, 20 Tagelöhnerinnen, 12 Invaliden, 1 Feldscherer, 3 Müller
- 1885: 1130, davon 1119 evangelisch (= 99.03 %), 9 katholisch (= 0.80 %), 2 Juden (= 0.18 %)
- 1961: 1581, davon 1325 evangelisch (= 83.81 %), 225 katholisch (= 14.23 %)
- 1970: 1786
- 1981: 2465 (mit Ortsteilen)
- 2003: 2447 (mit Ortsteilen)
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- 1345/1372: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
- 1401: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
- 1553: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gerichtsstuhl Friedewald
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Friedewald
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Hersfeld
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Gericht:
- 1734: Richtstätte des Amtes Friedewald ca. 1,5 km westlich von Friedewald im Bereich der Fluren Galgenfeld, Bei der Galgenpforte [HStAM Bestand Karten Nr. P II 21]
- Friedewald (s. u. Verwaltungsbezirk)
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1867: Amtsgericht Friedewald
- 1879: Amtsgericht Friedewald
- vor 1945: Amtsgericht Friedewald
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
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Herrschaft:
Die Herrschaft des Dorfes ist durch die unmittelbare Zugehörigkeit zur Burg und zum Amt Friedewald gekennzeichnet. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert von hier aus, ihre Herrschaft im Grenzraum gegen die Abtei Hersfeld auszudehnen. 1553 ist das Dorf Friedewald mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebott und Verpott, Dienst und Schaaffdrifft landgräflich, 1771 ebenso.
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Gemeindeentwicklung:
Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der Gemeinden Friedewald, Hillartshausen und Lautenhausen in die neue Gemeinde Friedewald. Zu deren Entwicklung s. Friedewald, Gemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Friedewald.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- 1312 wurde zuerst die Burg Friedewald genannt, die landgräfliches Lehen vom Kloster Hersfeld war. (Schellhase, Territorialgeschichte, S. 86).
- Sie war mehrfach verpfändet, aber 1361 wieder in hessischem Besitz.
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- Kirche 1634 niedergebrannt, 1654-56 wiedererrichtet, 1746 als barocker Saalbau errichtet, 1865 nach Brand repariert 1957 renoviert
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Pfarrzugehörigkeit:
1771 Mutterkirche, in die eingepfarrt sind Herfa und Lautenhausen sowie die dazu gehörigen Höfe Lo ches, Weissenborg neben der Heiligen und der Rothen Mühle. 1994 Mutterkirche mit Lautenhausen, Hillartshausen und Motzfeld sind Filialgemeinden
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Patronat:
1553 und 1585 landgräflich
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Bekenntniswechsel:
Erster evangelischer Pfarrer: Adolarius Dörrbecker ca. 1530-1541, war auch als Schreiber für Landgraf Philipp tätig
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Kirchliche Mittelbehörden:
1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Geisa-Mellrichstadt-Coburg, Landkapitel Geisa
- Kultur ↑
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Schulen:
1771 sind Schulhaus und -diener vorhanden
1910 Volksschule mit drei Klassen
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
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Mittelpunktfunktion:
Zum Amt Friedewald gehörten 1401 die Dörfer Ausbach und Herfa sowie die Wüstungen Richolferode, Weißenborn und Wundorf. 1431 wurde das Dorf Friedewald an Stelle Herfas genannt (GR Friedewald). 1585 gehörten zum Gericht Friedewald die Dörfer und Höfe Friedewald, Ausbach, Herfa, Lautenhausen, Neuenrode und Weißenborn. Sie bildeten das Oberamt, während das Gericht Heringen das Unteramt genannt wurde (Reimer).
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Mühlen:
1771 werden die Heilige, die Rothe und die Ziehbachsmühle genannt
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Zoll:
Zoll wird 1553 erwähnt
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Helmut Derr, Die ehemalige Hinrichtungsstätte des Amtes Friedewald, Mein Heimatland, Band 47 (2008), S. 11-12
- Schellhase, Territorialgeschichte
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 313 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 148 (Flecken und Amt)
- Fundberichte aus Hessen, 26. Jahrgang, 1986, S. 520 (Klaus Sippel), 31. Jahrgang, 1991 (2), S. 433-436 (Klaus Sippel), 36. Jahrgang, 1996 (2), S. 404 (Klaus Sippel)
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 181
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 233-260 (Ortsteil S. 235-248)
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 61, 497
- Zitierweise ↑
- „Friedewald, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3010> (Stand: 1.7.2026)

