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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 21. Niedenstein

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Ermetheis

Stadtteil · 330 m über NN
Gemeinde Niedenstein, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6,5 km nordwestlich von Gudensberg.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss unterhalb des Letten-Berges. Kirche im südlichen Ortsbereich; strahlenförmig abführende Wege.

Ersterwähnung:

1334

Historische Namensformen:

  • Ermeteus (1334) (Landau, Beschreibung des Hessengaues S. 61)
  • Ermenteus (1344)
  • Ermetais, czum (1361)
  • Ermetheys, zu (1361)
  • Ermetoys, ztu (1372)
  • Ermentoys (1376)
  • Mermenteys, zu (kurz nach 1376)
  • Ermentoss (1378)
  • Ermeteusch (1478)
  • Ermethews (1497)
  • Ermentheuß (1557)
  • Ermteus (1606)
  • Ermetheyß (1725)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1344: Dorf
  • 1557: in der Gemein

Umlegung der Flur:

1892/1893, 1898/1899

Älteste Gemarkungskarte:

ca. 1685

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3523247, 5677355
UTM: 32 U 523164 5675524
WGS84: 51.230623° N, 9.331759° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634018010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1579: 9 landgräfliche Huben
  • 1742 (Kasseler Acker): 260 Land, 85 Wiesen und Weinberge, 51 Wald
  • 1885 (Hektar): 196, davon 101 Acker (= 51.53 %), 42 Wiesen (= 21.43 %), 21 Holzungen (= 10.71 %)
  • 1961 (Hektar): 196, davon 20 Wald (= 10.20 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 25 Hausgesesse
  • 1639: 14 verheiratete, 1682: 22 Hausgesesse
  • 1735: 28 Mannschaften
  • 1742: 27, 1747: 28 Häuser, 105 Einwohner
  • 1834: 280, 1885: 316 Einwohner
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert
  • 1885: 316, davon 316 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 358, 1939: 328, 1950: 456, 1961: 373 Einwohner
  • 1961 (Erwerbspersonen): 106 Land- und Forstwirtschaft, 84 Produzierendes Gewerbe, 22 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 373, davon 335 evangelisch (= 89.81 %), 38 katholisch (= 10.19 %)

Diagramme:

Ermetheis: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1459, 1497: Landgrafschaft Hessen, Amt Gudensberg, niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1742: Amt Gudensberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton und Friedensgericht Niedenstein
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • Landgraf Heinrich II. bewilligt Ermetheis 1353 ein eigenes Gericht.
  • vor 1822: Kurhessisches Amt Gudensberg
  • 1822: Justizamt Gudensberg
  • 1867: Amtsgericht Gudensberg
  • 1943: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Gudensberg)
  • 1879: Amtsgericht Gudensberg
  • 1971: Amtsgericht Fritzlar

Herrschaft:

1344: Die Hund und die von Holzhausen tauschen ihr Dorf Ermetheis mit Landgraf Heinrich gegen die Hälfte der Wüstung Lautenbach.

1353: Ermetheis ist landgräfliches Kammerdorf; Landgraf Heinrich II. bewilligt Ermetheis ein eigenes Gericht.

1376: Die Landgrafen Heinrich und Hermann versetzen dem Widerold von Wichdorf ihr Dorf Ermetheis.

1378: Die genannten Landgrafen verschreiben den Hund ein Viertel von Ermetheis (folgend bis 1497).

Gemeindeentwicklung:

Am 1.9.1970 schloss sich die Stadt Niedenstein im Zuge der hessischen Gebietsreform mit der Gemeinde Ermetheis zusammen, die seitdem ein Stadtteil von Niedenstein, Stadtgemeinde ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1361: Die Blynar verkaufen ihr landgräfliches Burglehen zu Ermetheis an Kurt von Wichdorf; folgend landgräfliche Belehnungen.
  • 1372: Landgraf Heinrich kann Korngülte zu Ermetheis bei Thomas von Gleichen lösen.
  • Ende 14. Jahrhundert: Rudolf von Wichdorf hat 5 Malter Korn als hessisches Burglehen zu Ermetheis.
  • 1478: Eckebrecht von Grifte setzt seiner Frau einen Zins zu Ermetheis aus.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Untergeschoss des West-Turms der Kirche romanisch, darüber steinernes Geschoss mit kleinen Schlitzfenstern.

Pfarrzugehörigkeit:

1569, 1575/85 und später: Ermetheis Filiale von Metze.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

  • Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg, S. 76 f.
  • R. Haarberg, Siedlungskundliche Untersuchung des Einzugsgebietes der Wiehoff und Matzoff in Niederhessen (Kreis Fritzlar-Homberg). In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 20 (1970), S. 20.
Zitierweise
„Ermetheis, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4096> (Stand: 29.4.2024)