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Hessische Biografie

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Portrait

Karl Friedrich Wilhelm Leuschner
(1890–1944)

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Leuschner, Karl Friedrich Wilhelm [ID = 1574]

* 15.6.1890 Bayreuth, † 29.9.1944 Berlin, Begräbnisort: Darmstadt Waldfriedhof
Holzbildhauer, Gewerkschafter, Abgeordneter, Minister, Widerstandskämpfer
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • 1903 Lehre als Holzbildhauer
  • Studium an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg
  • Ausbildung in Bayreuth und Leipzig
  • 1908 Möbelschreiner in Darmstadt
  • 1909/1910 an der Nürnberger Kunstakademie
  • 1908 Eintritt in den Bildhauerverband, 1909 Bezirksleiter des Zentralverbands der Bildhauer Deutschlands
  • Mitglied der SPD
  • 1916-1918 Soldat an der Ostfront
  • 1918 Soldatenrat
  • 1919 Vorsitzender des Gewerksschaftskartells für Darmstadt und Umgebung
  • Landesvorsitzender der Arbeiterjugend Hessens
  • 1919-1927 Stadtverordneter und Vorsitzender des Finanzausschusses in Darmstadt (SPD)
  • 1922 Vorsitzender der SPD-Darmstadt und Mitglied des Provinziallandtages
  • 4.5.1924 erfolglose Kandidatur für den Deutschen Reichstag (Wahlkreis 33 Hessen Darmstadt; Vereinigte Sozialdemokratische Partei; Listenplatz 10)
  • 7.12.1924 erfolglose Kandidatur für den Deutschen Reichstag (Wahlkreis 33 Hessen Darmstadt; Sozialdemokratische Partei Deutschlands; Listenplatz 10)
  • 1924-8.3.1933 Mitglied des Landtags des Volksstaates Hessen, Vizepräsident, Mandatsniederlegung, Nachfolger: Wilhelm Arnoul
  • 1926 Bezirkssekretär des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) für Hessen und Hessen-Nassau
  • 1928-1933 Hessischer Innenminister (Mitarbeiter: Chef der Pressearbeitung: Carlo Mierendorff, Staatsrat Dr. Ludwig Schwamb)
  • ließ 1931 die „Boxheimer Dokumente“ veröffentlichen
  • 11.1932 Mitglied des Verwaltungsrats des Internationalen Arbeitsamtes in Genf
  • 1.1933 Bundesvorstand des ADGB, entwarf die später in der Bundesrepublik Deutschland verwirklichte Einheitsgewerkschaft
  • 5.1933 durch die SS gefangengenommen, gefoltert und misshandelt
  • 6.1933 nochmals durch den NS-Arbeitsfrontführer Robert Ley nach Genf entsandt, um die neu eingeführte „Deutsche Arbeitsfront“ (DAF) als rechtmäßigen Nachfolger der ADGB durchzusetzen, was Leuschner verweigerte
  • 6.1933-6.1934 wieder inhaftiert
  • Vertreter einer kleinen Berliner Metallwarenfabrik, Kontakte zu Sozialdemokraten, Gewerkschaftern, dann zu Militärs
  • 1942 Mitglied des Kreisauer Kreises
  • 16.8.1944 aufgrund von Denunziation verhaftet, am 8.9.1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt, 29.9.1944 hingerichtet

Funktion:

  • Darmstadt, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (SPD), 1919-1927
  • Hessen, Volksstaat, Ministerium des Innern, Minister, 1924-1933
  • Hessen, Volksstaat, 03. Landtag, Mitglied (SPD), 1924-1927
  • Hessen, Volksstaat, 04. Landtag, Mitglied (SPD), 1927-1931
  • Hessen, Volksstaat, 05. Landtag, Mitglied (SPD), 1931-1932
  • Hessen, Volksstaat, 06. Landtag, Mitglied (SPD), 1932-1933

Lebensorte:

  • Nürnberg; Bayreuth; Leipzig; Darmstadt
Familie

Vater:

Leuschner, Wilhelm, 1852–1926, aus Sachsen stammender Töpfer und Ofensetzer in Bayreuth

Mutter:

Dehler, Marie, 1863–1909, aus Donndorf bei Bayreuth

Partner:

  • Batz, Elisabeth, (⚭ Darmstadt 9.9.1911) 1885–1971, Tochter des Franz Batz, Modellschreiner, und der Katharina Schneider
Nachweise

Quellen:

  • HStAD Bestand S 1
  • Nachlässe Carl Ulrich (Abt. O 28), Wilhelm Leuschner (Abt. O 29) und Carlo Mierendorff (Abt. ST 45). Darmstadt: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, 2003.

Literatur:

Zitierweise
„Leuschner, Karl Friedrich Wilhelm“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118572245> (Stand: 10.2.2025)