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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 17. Ermschwerd

Ziegenberg

Forstbezirk / Gutsbezirk · 230 m über NN
Gemarkung Ziegenhagen, Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Hof

Lagebezug:

7,5 km nordwestlich von Witzenhausen gelegen

Lage und Verkehrslage:

Am Nordosthang des Burgberges am Rand einer Quellmulde gelegen

Siedlungsentwicklung:

Gutsbezirk mit Herrenhaus, in den die Familie Buttlar nach Aufgabe der alten Burganlage in der zweiten Hälfte des 16. zog. 1928 erfolgt die Auflösung des Gutsbezirks Ziegenberg und Eingemeindung der Grundstücke nach Ziegenhagen.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Zur Geschichte der namensgebenden Burg mit den frühen Belegen s. Burg Ziegenberg. Die hier aufgeführten Belege beginnen wiederum mit der Nennung der Ländereien am Fuss des Burgbergs, wohin die Familie von Buttlar im 16. Jahrhundert nach Verlassen der Burg in ein gleichnamiges Herrenhaus zog.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • lenderie (1456, 1466)

Burgen und Befestigungen:

Älteste Gemarkungskarte:

1816

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3553524, 5693043
UTM: 32 U 553429 5691205
WGS84: 51.369587° N, 9.767543° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

63601617008

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 29 Hausgesesse
  • 1681: 30
  • 1747: 1 Mannschaft mit 1 Feuerstelle
  • 1872: 96 Einwohner, mit Burg oder Hegemühle
  • 1895: 9 Haushaltungen mit 57 Einwohner
  • 1925: 57 Einwohner (alle evangelisch)
Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1379: Amtleute
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen (zu Ziegenhagen gehörig)

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1271: Vogt
  • 1379: Amtleute
  • 1456: Amtmann
  • Um 1570 und 1747: Niederes und peinliches Gericht von Buttlar
  • 1807: Friedensgericht
  • 1814: Amt Witzenhausen
  • 1822: Justizamt Witzenhausen
  • 1834: Justizamt Witzenhausen II
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

Zur Geschichte der namensgebenden Burg mit den frühen Belegen s. Burg Ziegenberg.

1575/85: Schloss Ziegenberg mit Gericht, Recht, Dörfern, Wildbann und aller Gerechtigkeit hessisches Lehen der von Buttlar. Daneben 1551 die von Berlepsch durch Landgraf Philipp mit Vorwerk Ziegenberg belehnt. Zu den unterschiedlichen Linien des Hauses Buttlar sowie den Besitzverhältnissen s. Wunder, Adel im Hessen des 18. Jahrhunderts, S. 123-125

Besitz

Ortsadel:

1101 - Ende 13. Jahrhundert: Grafen

Anfang 13. Jahrhundert bis 1405: Niederer Adel

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • capellanus (1276)
  • capella sanctorum Ciriaci Anthonii et Agnetis (1518)

Patrozinien:

  • Cyriacus, Antonius, Agatha (1518)

Pfarrzugehörigkeit:

Um 1570 und 1585: Filiale von Blickershausen

1747 und 1872: Eingepfarrt nach Ziegenhagen

Patronat:

Landgraf vpm Jessem

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Witzenhausen

Archdiakonat Heiligenstadt

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Amt

1328: Unter dem Zubehör der Verpfändung des Schloss Ziegenberg noch keine Dörfer und Gericht genannt

1350: Die von Berlepsch auf Ziegenberg kaufen von den von Hanstein die Dörfer Ermschwerd, Stiedenrode und halb Blickershausen, die von Fulda zu Lehen gingen. Die Erwerbungen verblieben wahrscheinlich bei Ziegenberg.

1353: Landgraf erwirbt die Dörfer Laubach und Hohenhohe oder Teile derselben.

1358: Verpfändung beider Dörfer an die von Berlepsch auf Ziegenberg

1369: Landgraf verkauft einzelne Besitzrechte in Ermschwerd.

1379: Amtleute genannt

1383: Ziegenberg erstmals als Amt genannt

1456: Gebiet um Ziegenberg als Gericht und Amt bezeichnet; Zubehör: Ziegenberg, Burghain, Laubach (Kreis Hannoversch Münden), Ziegenhagen, Blickershausen, Stiedenrode, Ermschwerd, Hubenrode, Hungershausen, Oberode (Kreis Hannoversch Münden); Pfandinhaber war Georg von Buttlar, der Amtmann zu Ziegenberg hieß.

1466: Zubehör Ziegenberg, Ermschwerd, Blickershausen, Ziegenhagen, Hubenrode, Laubach (Kreis Hannoversch Münden), Burghagen, Hungershausen, Oberrode (Kreis Hannoversch Münden), Gertenbach

1575/85: zum Amt bzw. Gericht Ludwigstein Witzenhausen; scharf getrennt davon die von Buttlarschen Dörfer

Als solche erkennbar 1494: Ziegenhagen mit der Glashütte, Blickershausen, Hubenrode und Laubach; dazu im 16. Jahrhundert Hof Stiedenrode und Freudenthal

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ziegenberg, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/7373> (Stand: 27.3.2026)