Historisches Ortslexikon
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 17. Ermschwerd
Ziegenberg
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Forstbezirk / Gutsbezirk · 230 m über NN
Gemarkung Ziegenhagen, Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Hof
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Lagebezug:
7,5 km nordwestlich von Witzenhausen gelegen
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Lage und Verkehrslage:
Am Nordosthang des Burgberges am Rand einer Quellmulde gelegen
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Siedlungsentwicklung:
Gutsbezirk mit Herrenhaus, in den die Familie Buttlar nach Aufgabe der alten Burganlage in der zweiten Hälfte des 16. zog. 1928 erfolgt die Auflösung des Gutsbezirks Ziegenberg und Eingemeindung der Grundstücke nach Ziegenhagen.
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Vorbemerkung Historische Namensformen:
Zur Geschichte der namensgebenden Burg mit den frühen Belegen s. Burg Ziegenberg. Die hier aufgeführten Belege beginnen wiederum mit der Nennung der Ländereien am Fuss des Burgbergs, wohin die Familie von Buttlar im 16. Jahrhundert nach Verlassen der Burg in ein gleichnamiges Herrenhaus zog.
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Historische Namensformen:
- Czeginberg (1466) [A. Eckhardt, Geschichte der Ämter Ziegenberg und Ludwigstein, in: O. Perst (Hrsg.), Festschrift für Karl August Eckhardt, S. 111-144, hier S. 120]
- Ziegennbergk, in (1518) [A. Würdtwein, Nova Subsidia Diplomatica [...] Bd. 9, Heidelberg 1787, S. 146-147, Nr. 24]
- Ziegenbergk (1585) [Der ökonomische Staat, S. 86]
- Ziegenberg (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 5]
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Bezeichnung der Siedlung:
- lenderie (1456, 1466)
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Burgen und Befestigungen:
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Älteste Gemarkungskarte:
1816
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3553524, 5693043
UTM: 32 U 553429 5691205
WGS84: 51.369587° N, 9.767543° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
63601617008
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Einwohnerstatistik:
- 1575/85: 29 Hausgesesse
- 1681: 30
- 1747: 1 Mannschaft mit 1 Feuerstelle
- 1872: 96 Einwohner, mit Burg oder Hegemühle
- 1895: 9 Haushaltungen mit 57 Einwohner
- 1925: 57 Einwohner (alle evangelisch)
- Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- 1379: Amtleute
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen (zu Ziegenhagen gehörig)
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Altkreis:
Witzenhausen
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Gericht:
- 1271: Vogt
- 1379: Amtleute
- 1456: Amtmann
- Um 1570 und 1747: Niederes und peinliches Gericht von Buttlar
- 1807: Friedensgericht
- 1814: Amt Witzenhausen
- 1822: Justizamt Witzenhausen
- 1834: Justizamt Witzenhausen II
- 1837: Justizamt Witzenhausen
- 1867: Amtsgericht Witzenhausen
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Herrschaft:
Zur Geschichte der namensgebenden Burg mit den frühen Belegen s. Burg Ziegenberg.
1575/85: Schloss Ziegenberg mit Gericht, Recht, Dörfern, Wildbann und aller Gerechtigkeit hessisches Lehen der von Buttlar. Daneben 1551 die von Berlepsch durch Landgraf Philipp mit Vorwerk Ziegenberg belehnt. Zu den unterschiedlichen Linien des Hauses Buttlar sowie den Besitzverhältnissen s. Wunder, Adel im Hessen des 18. Jahrhunderts, S. 123-125
- Besitz ↑
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Ortsadel:
1101 - Ende 13. Jahrhundert: Grafen
Anfang 13. Jahrhundert bis 1405: Niederer Adel
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- capellanus (1276)
- capella sanctorum Ciriaci Anthonii et Agnetis (1518)
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Patrozinien:
- Cyriacus, Antonius, Agatha (1518)
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Pfarrzugehörigkeit:
Um 1570 und 1585: Filiale von Blickershausen
1747 und 1872: Eingepfarrt nach Ziegenhagen
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Patronat:
Landgraf vpm Jessem
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Kirchliche Mittelbehörden:
Archpresbytariat vielleicht Witzenhausen
Archdiakonat Heiligenstadt
- Wirtschaft ↑
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Mittelpunktfunktion:
Amt
1328: Unter dem Zubehör der Verpfändung des Schloss Ziegenberg noch keine Dörfer und Gericht genannt
1350: Die von Berlepsch auf Ziegenberg kaufen von den von Hanstein die Dörfer Ermschwerd, Stiedenrode und halb Blickershausen, die von Fulda zu Lehen gingen. Die Erwerbungen verblieben wahrscheinlich bei Ziegenberg.
1353: Landgraf erwirbt die Dörfer Laubach und Hohenhohe oder Teile derselben.
1358: Verpfändung beider Dörfer an die von Berlepsch auf Ziegenberg
1369: Landgraf verkauft einzelne Besitzrechte in Ermschwerd.
1379: Amtleute genannt
1383: Ziegenberg erstmals als Amt genannt
1456: Gebiet um Ziegenberg als Gericht und Amt bezeichnet; Zubehör: Ziegenberg, Burghain, Laubach (Kreis Hannoversch Münden), Ziegenhagen, Blickershausen, Stiedenrode, Ermschwerd, Hubenrode, Hungershausen, Oberode (Kreis Hannoversch Münden); Pfandinhaber war Georg von Buttlar, der Amtmann zu Ziegenberg hieß.
1466: Zubehör Ziegenberg, Ermschwerd, Blickershausen, Ziegenhagen, Hubenrode, Laubach (Kreis Hannoversch Münden), Burghagen, Hungershausen, Oberrode (Kreis Hannoversch Münden), Gertenbach
1575/85: zum Amt bzw. Gericht Ludwigstein Witzenhausen; scharf getrennt davon die von Buttlarschen Dörfer
Als solche erkennbar 1494: Ziegenhagen mit der Glashütte, Blickershausen, Hubenrode und Laubach; dazu im 16. Jahrhundert Hof Stiedenrode und Freudenthal
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Wunder, Adel im Hessen des 18. Jahrhunderts, S. 123-125
- Denkmaltopographie Werra-Meißner-Kreis, Bd. III: Altkreis Witzenhausen, S. 705-707
- Historisches Ortslexikon Witzenhausen, S. 162 - 165
- A. Eckhardt, Geschichte der Ämter Ziegenberg und Ludwigstein, in: O. Perst (Hrsg.), Festschrift für Karl August Eckhardt, S. 111-144
- Zitierweise ↑
- „Ziegenberg, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/7373> (Stand: 27.3.2026)

