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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 26. Asbach

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Jestädt

Ortsteil · 160 m über NN
Gemeinde Meinhard, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Gerichtsplatz

Lagebezug:

4,5 km nordwestlich von Eschwege gelegen

Ersterwähnung:

876

Historische Namensformen:

  • Gahesteti in Thuringia (874, Fälschung 10. Jahrhundert)
  • Gestete (1324)
  • Gestede (1324)
  • Geystede (1412)
  • Jeestede (1414)
  • Jestade (1414)
  • Gehestedde (1482)
  • Jestädt (1664)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3571231, 5675964
UTM: 32 U 571129 5674133
WGS84: 51.21415547° N, 10.01837521° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636007040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 774, davon 347 Acker (= 44.83 %), 33 Wiesen (= 4.26 %), 331 Holzungen (= 42.76 %)
  • 1961 (Hektar): 617, davon 186 Wald (= 30.15 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Jestädt: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1585: Amt Eschwege
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Eschwege
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Eschwege
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Harz-Departement, Distrikt Heiligenstadt, Kanton Allendorf
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Eschwege
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • Das Gericht Jestädt war Eigentum der Grafen von Eberstein, dann ab 1408 der Herzöge von Braunschweig. Es ging in den Lehenbesitz der von Boyneburg-Hohenstein über. Dazu zählten die Dörfer Jestädt, Motzenrode und Neuerode sowie die Wüstungen Bettelsdorf, Dörrenhain und Dudenhusen. Zum größten Teil lag es in der Zent Bilstein. Seit 1794 war es braunschweigisches Lehen der von Eschwege (Schmincke, Das ehemal. Gericht Jestädt, in: ZHG 10, 1-39).
  • 1822: Kurfürstliches Justizamt Eschwege
  • 1834: Kurfürstliches Justizamt Eschwege II
  • 1867: Amtsgericht Eschwege
  • 1879: Amtsgericht Eschwege

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Meinhard zusammengeschlossen, deren Ortsteil Jesstädt seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Bis 1408 gehörte das Dorf zum Besitz der Grafen von Eberstein.
  • 1414 verliehen es die Herzöge von Braunschweig den von Boyneburg-Hohenstein als ihren Erben, die 1455 auch das Viertel erwarben, das den Dieden zum Fürstenstein zustand. Die von Boyneburg-Hohenstein behielten das Ganze bis zu ihrem Aussterben 1792 als braunschweigisches Lehen, während sie das Halsgericht von Hessen zu Lehen trugen (Rev. 1568-1787).
  • 1794 belehnte Braunschweig die von Eschwege mit dem Dorf (Schmincke, Das ehemalige Gericht Jestädt, in: ZHG 10, 6 - 9).
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1324: Erstmalige Nennung eines plebanus

Pfarrzugehörigkeit:

Zur protestantischen Pfarrei gehörten 1872 als Filiale Motzerode und Neuerode.

Patronat:

Das Patronat besaß die jeweilige Ortsherrschaft.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Kremer ca. 1530 bis kurz vor 1549(?), ehemaliger Augustiner in Eschwege

Kirchliche Mittelbehörden:

Klasse Eschwege (1872)

Juden:

In Jestädt Sammelfriedhof, für Gemeinden Eschwege, Netra, Reichensachsen und Abterode. Es ist vermutlich der älteste jüdische Friedhof Hessens. Er liegt zwischen Jestädt und Motzenrode, am westlichen Fuße des Berges Judenköpfchen. Das älteste Grab von 1645. (alemannia-judaica)

Eine jüdische Gemeinde selbst bestand nicht im Ort.

Wirtschaft

Wirtschaft:

In Jestädt wurde bis ins 18. Jahrhundert Wein angebaut. 1738 waren acht Winzer im Ort ansässig. Sie bewirtschafteten die zum Herrenhaus gehörigen Weinberge.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Jestädt, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6118> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde