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Portrait

Julius Eduard Adolf von Schlieben
(1828–1896)

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GND-Nummer

1336769904

Schlieben, Julius Eduard Adolf von [ID = 16654]

* 21.2.1828 Landsberg an der Warthe (heute Gorzow Wilekopolski, Polen), † 6.7.1896 Wiesbaden, evangelisch
Offizier, Major, Schriftsteller, Archäologe, Kunsthistoriker
Biografischer Text

Adolf Schlieben wurde im Jahre 1828 in der preußischen Provinz Brandenburg geboren. Nach dem Ende seiner Schulzeit strebte er eine Karriere im Militär an und trat am 1. April 1849 in die preußische Armee ein. Zunächst diente er bei der 1. 12-pfündigen Gardebatterie in Berlin, wo er am 9. Dezember 1851 in den Rang eines Sekonde-Lieutenant erhoben wurde. Am 16. August 1859 wurde Schlieben von Berlin nach Koblenz versetzt, wo er im Rang eines Premier-Lieutenant dem 8. Artillerieregiment zugewiesen wurde. Am 15. März 1864 zum Hauptmann befördert, fungierte er als Batteriechef. In der Zeit der Einigungskriege kam von Schlieben sowohl beim Deutsch-Österreichischen Krieg von 1866 als auch beim Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 zum Einsatz. Während er 1866 noch als Teil der Reserve diente, nahm er fünf Jahre später an den Schlachten von Gravelotte, Amiens und St. Quentin teil. Für seine Leistung im Verlauf dieses Feldzuges wurde ihm das Eiserne Kreuz verliehen und er wurde zudem am 27. November 1872 zum Major befördert. Nach dem Ende seiner Dienstzeit am 12. Dezember 1874 erhielt er eine Pension zugesprochen sowie das Recht, auch im Zivilleben weiterhin Uniform tragen zu dürfen. Kurz danach siedelte er von Koblenz nach Wiesbaden über, wo er sich mit großem Einsatz im Verein für nassauische Geschichte und Altertumskunde engagierte. Bis zu seinem plötzlichen Tod 1896 gehörte er dem Vorstand des Vereins an. Aus seiner Ehe hatte Schlieben zwei Söhne, von denen einer als Hauptmann und Batteriechef im Feld-Artillerie-Regiment 34 diente und der andere, Dr. Fritz Schlieben, Amtsrichter war.

Besondere Verdienste erwarb sich Schlieben als Archäologe, Kultur- und Landeshistoriker. Seine Forschungen auf diesen Gebieten führten zur Veröffentlichung zahlreicher Aufsätze und Monografien, die auch die Vielschichtigkeit seiner Interessen widerspiegelten. In seinem Œuvre lassen sich mit Veröffentlichungen wie „Die reitende Artillerie und ihre Verbindung mit der Cavallerie“ militärtheoretische oder mit Aufsätzen in den Nassauischen Annalen wie „Römische Sonnenuhren in Wiesbaden und Canstatt“ landesgeschichtliche Themen finden. Das Hauptaugenmerk seiner publizistischen Tätigkeiten lag allerdings auf kulturhistorischen Aspekten. Insbesondere beleuchte er die Rolle von Haustieren auf die Entwicklung des Menschen mit Monografien wie „Die Pferde des Altertums“, „Das Schwein in der Kulturgeschichte“ oder „Der Esel und der Mensch, ein Beitrag zur Kulturgeschichte“. Neben der Geschichte hatte von Schlieben eine Neigung zur Musik, der er als Komponist, aber nicht, wie häufig in Literatur genannt, als Liedtexter nachging. Sein Beitrag „Als ich schlummernd lag heut´ Nacht“ wurde beim Wettbewerb für die schönsten deutschen Studentenlieder 1885 mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.

Oliver Teufer


Literatur