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Hessische Biografie

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Portrait

Ludwig Orth
(belegt 1484–1498)

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Weitere Informationen

GND-Nummer

1398426962

Orth, Ludwig [ID = 21852]

belegt 4.8.1484–18.9.1498
Rentmeister, Bürgermeister
Biografischer Text

Biogramm bei Demandt, Personenstaat

Rentmeister zu Marburg seit 1484 August 41, im Amt 14872, dann Bürgermeister zu Marburg und mit anderen landgräflichen Räten am dortigen Kanzleigericht tätig 1489 Juni 223. Wiederum Rentmeister seit 14984 noch 1504 Mai 25, 1510 April 216 bis 1514 Januar 6/77. Gerät dann in die Auseinandersetzungen zwischen den Regenten und der Landgräfin Anna und wird 1514 von den ritterschaftlichen Ausschußmitgliedern des Regiments und der Stadt Marburg angeklagt, an den Machenschaften des Landhofmeisters Ludwig von Boyneburg beteiligt gewesen zu sein, die Anklageerheber verdächtigt zu haben, Marburg und das Land Hessen dem jungen Landgrafen Philipp entziehen zu wollen, um es dem Herzog von Jülich und Berg zuzuwenden, und den städtischen Freiheiten zuwider gehandelt zu haben8. Unterhält 1517 März 8 eine Herberge in Marburg9. – Orth war mit dem hessischen Fürstenhaus versippt, denn seine Frau Kuntzel war die Tochter der Christine Dietz und eine unebenbürtige Tochter Landgraf Heinrichs III.10. 1498 September 18 verleiht Landgraf Wilhelm III. Ludwig Orth wegen seiner Dienste und auch dem verwandtnis nach, so sin husfrau Kuntzel uns verwant ist, das Fischwasser zu Goßfelden11 und gestattet ihnen 1499 Oktober 25, auch in der Lehmgrube oberhalb Wehrdas einen Fischteich anzulegen12.


  1. Rechn. I, Marburg (75/5 Bl. 3). Er rechnet 1485 März 9 mit dem Kammerschreiber über das vergangene Amtsjahr ab (ebd. Ämterrezesse 9/42).
  2. Rechn. I, Marburg Hofmeister (10/2 Bl. 17v.). Anschließend wird der neue Rentmeister Heiderich [von Bortshausen] genannt.
  3. Schunder, Oberhessische Klöster I Nr. 1157.
  4. Rechn. I, Marburg Hofmeister (10/11. Bl. 14v.).
  5. Rechn. I, Butzbach (36/5d Bel.). – 1505 Februar 2 heißt sein Knecht Peter (ebd. Marburg 78/2 Bl. 91).
  6. Rechn. I, Ziegenhain (122/3 Bel.).
  7. Ebd. 122/7 Bel.
  8. Küch, Marburger Rechtsquellen I Nr. 184. Dieser beschreibt ebd. S. 514 sein Siegel und bildet es Tf. IV Nr. 2 ab.
  9. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (14a/2 Bel.).
  10. Christine war vermutlich die Frau des Malers und Glasers Henne Dietz. Sie bekam als ehemalige landgräfliche Beischläferin eine jährliche Rente von 20 fl. (Rechn. I, Marburg Kammerschreiber 4/10 Bel. zu 1493 Dezember 10). Hierin nennt sie Ludwig Orth ihren Schwiegersohn und bezeichnet sich selbst als Bürgerin zu Marburg. Im Dienerbuch Landgraf Wilhelms II. (Kopiar 130a Bl. 8v.) wird Stine Dietz unter dem Hausgesinde mit einem Lohn von 20 fl. jährlich genannt! Erstmals erscheint sie in der Marburger Kammerschreiberrechnung von 1485 (5/6 Bl. 42v.): 15 fl. 15 alb. gebin Styn Dieczels. Die Rente zahlt ihr von 1501–1517 der Marburger Rentmeister (s. Rechn. I, Marburg 80/4 Bl. 111v.).
  11. Kopiar 15 Nr. 145. Orth besitzt es noch 1505 (Rechn. I, Marburg 78/2 Bl. 35v.).
  12. Kopiar 15 Nr. 172.

Literatur