Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Lebensverhältnisse der Eisenbahnarbeiter, 1847
1847 erschien erstmals der Beitrag „Die Fürsorge für das Loos der Eisenbahnarbeiter“, die der damalige kurhessische Hauptmann Maximilian von Ditfurth (1806–1861) verfasst hatte, um auf die „unter Umständen sehr folgenreiche, unverkennbare Mißstände“ bei der Behandlung der Eisenbahnarbeiter aufmerksam zu machen.
Die Bauarbeiter, die für den Bau der Eisenbahnstrecken in Hessen verantwortlich waren, litten trotz eines relativ hohen Arbeitslohnes unter schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen. Es war üblich, Verträge an die Unternehmer zu vergeben, die zum niedrigsten Preis die Arbeiten anboten. In öffentlichen Versteigerungen erhielt der „Wenigstnehmende“ den Zuschlag und musste die Arbeiten zum Festpreis erledigen. Das hatte zur Folge, dass bei steigenden Kosten an anderer Stelle Einsparungen erfolgen mussten. Oft wurden in dem Fall die Akkordleistungen erhöht oder Arbeitszeiten verlängert. Die Arbeitstage konnten bis zu 14 Stunden lang sein, Verpflegung und Unterkunft waren ungenügend. Ditfurth kritisierte in seiner Schrift nicht nur die Untätigkeit der Behörden, sondern auch die seiner christlichen Mitbürgerinnen und Mitbürger.
(StF)
- Belege
- Ditfurth, Maximilian von: Die Fürsorge für das Loos der Eisenbahnarbeiter, [s.l.] [um 1850], S. 20, 38, Digitalisat (eingesehen am 5.2.2024)
- Ludwig Brake, Die ersten Eisenbahnen in Hessen, Wiesbaden 1991, S. S. 224
- Weiterführende Informationen
- [Anzeige in der Großherzoglich Hessischen Zeitung vom 2. Januar 1848 über die Ausführung von Erdarbeiten für die Main-Weser-Bahn; Arbeitsbedingungen der Eisenbahnarbeiter, aus „Die Fürsorge für das Loos der Eisenbahnarbeiter Die Fürsorge für das Loos der Eisenbahnarbeiter“ von Maximilian von Ditfurth]
- Empfohlene Zitierweise
- „Lebensverhältnisse der Eisenbahnarbeiter, 1847“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7459> (Stand: 24.11.2025)
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