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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 107. Hanau
Gerichtsstätten
Großauheim, Gerichtslinde

Weitere Informationen

Großauheim

Stadtteil · 107 m über NN
Gemeinde Hanau, Main-Kinzig-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4 km südöstlich von Hanau

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Hanau – Aschaffenburg ("Maintalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 22.6.1854).

Ersterwähnung:

806

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Wolfgang.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Bei den Belegen der Frühzeit ist mangels präzisierenden Zusatzes eine Unterscheidung von Klein-Auheim nicht möglich.

Historische Namensformen:

  • Euuicheim, in (806) [2. Hälfte XII, Codex Laureshamensis III, S. 131, Nr. 3424]
  • Eweheim (um 850 XII)
  • Oweheim (1062)
  • Auheym (1283)
  • Auweheim (1365)
  • Auwheim (1371)
  • Großen Awheim (1597)

Bezeichnung der Siedlung:

  • Flecken;
  • 1956-1974: Stadt

Ortsteile:

  • Großauheim, Wolfgang (von 31.12.1971 bis zum 1.7.1974)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3496575, 5552065
UTM: 32 U 496502 5550284
WGS84: 50.104798° N, 8.951078° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

435014020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1133, davon 424 Acker (= 37.42 %), 143 Wiesen (= 12.62 %), 445 Holzungen (= 39.28 %)
  • 1961 (Hektar): 1088, davon 360 Wald (= 33.09 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1885: 2761, davon 269 evangelisch (= 9.74 %), 2492 katholisch (= 90.26 %)
  • 1961: 11219, davon 3848 evangelisch (= 34.30 %), 6842 katholisch (= 60.99 %)
  • 1970: 14028

Diagramme:

Großauheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Amt Steinheim
  • 806: Maingau (in pago Moynachgouuw)
  • 1270: Maingau
  • 1425: Kurmainz
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberes Erzstift, Oberamt Steinheim, Amtsvogtei Steinheim
  • 1802: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amtsvogtei Steinheim
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Steinheim
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hanau, Amt Bücherthal
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Hanau
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Landkreis Hanau
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hanau
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Hanau
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Hanau
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Hanau
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis

Altkreis:

Hanau

Gericht:

  • 1822: Landgericht Hanau
  • 1850: Justizamt Hanau I
  • 1867: Amtsgericht Hanau

Herrschaft:

1956 Erhebung zur Stadt durch das Land Hessen.

Gemeindeentwicklung:

Von 1956-1974 Stadt, seit 1.7.1974 Ortsteil der Stadt Hanau.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 806 übereignet eine Irminrat der Abtei Lorsch sechs Hufen Land und 40 Hörige in Rumpenheim, Bellingen und Auheim.
  • 1270 im Besitz der Herren von Eppstein, 1425 Kurmainz. 1438-1485 hanauischer Pfandbesitz.
  • 1802: Hessen-Darmstadt
  • 1816: Kurhessen,
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1498 Pfarrei und Pleban belegt

Patrozinien:

  • Jacobus

Pfarrzugehörigkeit:

Jacobuskapelle zum Landkapitel Rodgau gehörig. Großauheim war noch 1509 Filiale von Groß-Steinheim.

Katholische Pfarrei des Dekanats Steinheim

Patronat:

1483 ist der Patronat bei Kloster Seligenstadt, ebenso 1606

Diakonische Einrichtung:

1918 betreut eine Diakonisse den Kindergarten, begründet als evangelischer Kindergarten durch die Pfarrei; im gleichen Jahr kommt eine Schwester für die Krankenpflege. Ab dem 01.07.1921 wird die Schwesternstation durch Frau Margarete Uharek geleitet, Großauheim, Heimatbuch, S. 254; 1926 nach Ritter, Kirchliches Handbuch, S. 267 eine Gemeindestation mit zwei Krankenpflege- und einer Schulschwester

Bekenntniswechsel:

Der Ort blieb katholisch, erste evangelische Pfarrei 1910.

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzdiözese Mainz, Archidiakonat St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg, Landkapitel Rodgau

Juden:

seit 1905 Großkrotzenburg angeschlossen

1837: keine Juden; 1925: 3 jüdische Familien (11 Seelen).

Kultur

Schulen:

1615 Erwähnung einer Volksschule; 1885 Evangelische Volksschule; 1910 Volksschulen mit 19 Stellen; 1910-38 Bischöfliche Rektoratsschule (Realgymnasium); 1919 Höhere Mädchenschule, 1925 Höhere Mädchenschule der Armen Schulschwestern

1907-38 Gewerbliche Berufsschule für Jungen; 1938 Mädchenberufsschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

Bis Mitte des 19. Jahrhundert nur Landwirtschaft und Fischerei; dann Ansiedlung von Industriebetrieben; Tabakverarbeitung, Diamantschleiferei, Silbeerwerkstätten, Pulveerfabrik, Flößerei

1885 Holzverarbeitung Fa. König, 1885 Holzimprägnierwerk Rütgerswerke, 1899 Marienhütte Eisengießerei; Machinenbau; um1955: 442 Gewerbebetriebe, davon 171 Handwerksbetriebe

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Großauheim, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12401> (Stand: 8.9.2025)