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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 70. Niederweimar

Gisselberg

Stadtteil · 177 m über NN
Gemeinde Marburg, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4,5 km südlich von Marburg

Lage und Verkehrslage:

Aus 2 Gehöftgruppen bestehendes Dorf am Rande der Lahnniederung. Westlicher Komplex mit teilweise moderner Bebauung in starker Hanglage. Östlicher Komplex beiderseits der durch Gisselberg führenden B 3 im Lahntal.

Durch den Ort führt die Bundesstraße B 3im Zuge eines Zweiges der alten Landstraße Frankfurt-Bremen bzw. Kassel. Südlich Gisselberg Einmündung der B 252 im Zuge alter Landstraße.

Ersterwähnung:

um 1300

Historische Namensformen:

  • Goselberg (um 1300) [Abschrift des 15. Jahrhunderts, [Würdtwein, Dioecesis Moguntina 3, S. 308]
  • Gozlinberg (1357/58)
  • Gozilberg (1357/58) [StAM Rechnungen I 74/5]
  • Gosselberg (1374)
  • Goiszilberg (1402/07)
  • Goesselberg (1572)
  • Gusselberg (1594)
  • Gößellberg (1630)
  • Gieselberg (1708/10)

Umlegung der Flur:

1877

Älteste Gemarkungskarte:

1717

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3482215, 5626274
UTM: 32 U 482148 5624463
WGS84: 50.771658° N, 8.746825° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534014100

Frühere Ortskennziffer:

534014354

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 322 stellbares Land, 130 Wiesen, 11 Gärten, 25 Triesche, 5 Wald
  • 1885 (Hektar): 176, davon 91 Acker (= 51.70 %), 45 Wiesen (= 25.57 %), 7 Holzungen (= 3.98 %)
  • 1961 (Hektar): 177, davon 12 Wald (= 6.78 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 8 hausgesessene Mannschaften
  • 1630: 3 dreispännige, 2 zweispännige, 2 einspännige Ackerleute
  • 1630: 7 hausgesessene
  • 1681: 5 hausgesessene Mannschaften
  • 1746: 1 Schmied, 1 Weißbinder, 2 Wirte, 1 Spielmann, 1 Tagelöhner
  • 1746: 59 Einwohner
  • 1838 (Familien): 8 Ackerbau, 8 Gewerbe, 9 Tagelöhner 7 nutzungsberechtigte, 12 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 6 Beisitzer
  • 1861: 148 evangelisch-lutherische Einwohner
  • 1885: 138, davon 138 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 33 Land- und Forstwirtschaft, 80 Produzierendes Gewerbe, 41 Handel und Verkehr, 24 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 374, davon 324 evangelisch (= 86.63 %), 47 katholisch (= 12.57 %)

Diagramme:

Gisselberg: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1400 und später: Gericht Reizberg
  • 1565: Gerichtstuhl Oberweimar im Gericht Reizberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Gericht Reizberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Gericht Reizberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Marburg
  • 1815. Kurfürstentum Hessen, Amt Kaldern und Reitzberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • 1981: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Landgericht Marburg
  • 1850: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde in die Stadtgemeinde Marburg.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1453 und früher haben die Riedesel und die von Trohe Güterbesitz in Gisselberg
  • 1458 beziehen die von Biedenfeld, 1459 die von Schwalbach Einkünfte aus Güterbesitz
  • 1494: 5 landgräflich Pflüge
  • 1521 verkauft Johann von Linsingen seinen Eigenhof zu Gisselberg an die Marburger Franziskanerinnen (Tertiarinnen)

Zehntverhältnisse:

Der Zehnte ist 1453 landgräfliches Lehen der von Lehrbach und um 1440 der von Vetzberg

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später nach Oberweimar eingepfarrt

Seit 1959: Filiale von Niederweimar

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Oberweimar, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Oberweimarer Pfarrer Ludwig Schenck um 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kultur

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gisselberg, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9076> (Stand: 18.11.2019)