Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
6116 Oppenheim
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historische Karten
Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 22. Darmstadt
Gerichtsstätten
Geinsheim, Gerichtsstätte

Weitere Informationen

Geinsheim

Ortsteil · 86 m über NN
Gemeinde Trebur, Landkreis Groß-Gerau 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7,7 km südwestlich von Groß-Gerau

Ersterwähnung:

767-768

Historische Namensformen:

  • Gemminisheim, in (767) [2. Hälfte XII Jh., Codex laureshamensis II, S. 17, Nr. 194, Regest 185]
  • Gemminesheim, in (768) [2. Hälfte XII Jh., Codex laureshamensis II, S. 17-18, Nr. 195, Regest 273]
  • Gemminesheim, in (770) [2. Hälfte XII Jh., Codex laureshamensis II, S. 18, Nr. 196, Regest 530]
  • villa Ginsin (1093)
  • villa Gense (1112)
  • villa Gensum (1122)
  • villa Gensen (1194, 1256)
  • villa Genso (1231)
  • Genße, villa imperii (1248)
  • Gensheim (1418/33)
  • Genscheim (1432)
  • Gynßheim, dorff (1450)
  • Gijnßheim (1469)
  • Gynßheim (1469)
  • Genßheym (1486)
  • Geinßheim (1557)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1093,1112/22/94,1231/48/56 villa

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3456640, 5527378
UTM: 32 U 456582 5525607
WGS84: 49.881287° N, 8.395659° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

433014020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3845, davon 3118 Acker, 727 Wiesen
  • 1961 (Hektar): 1314, davon 5 Wald (= 0.38 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1829: 902 Einwohner
  • 1961: 1801, davon 1111 evangelisch (= 61.69 %), 624 katholisch (= 34.65 %)
  • 1970: 2185 Einwohner

Diagramme:

Geinsheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 767/68: Rheingau (in pago rinensi)
  • 1556: Grafschaft Isenburg-Birstein, Amt Offenbach (die Zugehörigkeit ist jedoch umstritten)
  • 1729: Grafschaft Isenburg-Birstein, Oberamt Offenbach
  • 1787: Fürstentum Isenburg-Birstein, Anteil an der oberen Grafschaft Isenburg, Oberamt Offenbach, Amt Dreieich
  • 1816: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Oberamt Offenbach, Amt Dreieich (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Amt Dreieich (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig)
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Dornberg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Groß-Gerau
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Groß-Gerau

Altkreis:

Groß-Gerau

Gericht:

  • 1820: Standesherrliches Am Dreieich
  • 1823: Landgericht Groß-Gerau
  • 1879: Amtsgericht Groß-Gerau

Gemeindeentwicklung:

1.10.1951: Ausgliederung eines Gebietsteils zur Neugründung der Gemeinde Hessenaue

Am 1.1.1977 zur Gemeinde Trebur

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 767 kauft Abt Gundelau von Lorsch eine Wiese, ein Jahr später bekommt das Kloster 8 Morgen Wiesen geschenkt und 768/770 je eine weitere.
  • 1093 schenkt die Nonne Rigalindis dem Kloster Altenmünster in Mainz 1 Mansus, 4 Morgen Acker usw.
  • 1256 schenkt die Nonne Guda ihre Güter, gen. Immenhusen, gelegen in villa Gensen, dem Mariengredenstift in Mainz.
  • 1303 kauft das Kloster Arnsburg insgesamt 81,5 Morgen Äcker, 24 Mansmat Wiesen.
  • 1348 verkauft Philipp von Falkenstein seinen Hof mit Zubehör Heinrich dem Jungen Schwaben,Bürger in Mainz.
  • 1557 Grundbesitzer: von Isenburg, Landgraf, Junker Moßpach, Doktor Helfmann, St. Jakobsberg, Karthäuser, Spital zu Oppenheim.
  • 1781 ergreift die Mainzer Universität Besitz von den Gütern der aufgehobenen Mainzer Klöster.
  • 1781 beschlagnahmt Hessen-Darmstadt das Hofgut.
  • 1801 ergreift das Haus Isenburg Besitz von den Gütern des Klosters Jakobsberg.

Zehntverhältnisse:

1455 Abt von St. Jakobsberg und Pfarrer

1680 bezieht der Pfarrer den Blut- und kleinen Zehnten.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Im 12. Jahrhundert: ecclesia parrochialis
  • Pfarrkirche

Patrozinien:

  • Ulrich

Patronat:

1122: Kloster Jakobsberg

1265 inkorporiert Erzbischof Werner von Mainz die Pfarrkirche zu Geinsheim, deren Patronat er besitzt, dem Kloster Jacobsberg in Mainz.

Bekenntniswechsel:

Eine evangelische Bewegung ist unter Pfarrer Peter Dorsch belegt, der sich 1535 zum Luthertum bekannte und 1536 abgesetzt wurde.

Einführung der Reformation: Anfang der 1550er Jahre.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Fabianus Klug 1570-1589, ehemaliger katholischer Priester

Reformierter Bekenntniswechsel: 1607, 1610-1632, 1633-1635, danach wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

St. Viktor in Mainz; Groß-Gerau

Kultur

Schulen:

Schule im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts errichtet; 1910 Volksschule mit drei Klassen, ein altes und ein 1904 erbautes neues Schulhaus

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Geinsheim, Landkreis Groß-Gerau“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13713> (Stand: 29.4.2024)