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Historisches Ortslexikon

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5521 Gedern
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Gedern
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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 12. Schotten

Weitere Informationen

Gedern

Stadtteil · 315 m über NN
Gemeinde Gedern, Wetteraukreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Stadt

Lagebezug:

16,5 km nordöstlich von Büdingen

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Glauburg/Stockheim – Lauterbach ("Oberwaldbahn") seit 1888. Die 1984 stillgelegte Teilstrecke Glauburg/Stockheim - Gedern wurde am 1.10.1888 eröffnet, die Teilstrecke Gedern - Grebenhain/Crainfeld am 1.4.1906 (stillgelegt bis Ober-Seemen 1982).

Ersterwähnung:

780

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (780)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Im Osten der Stadt Stolberger Schloß mit Resten einer mittelalterlichen Burg

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3514196, 5587615
UTM: 32 U 514116 5585820
WGS84: 50.424234° N, 9.198717° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

440009010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 9537, davon 3136 Acker, 3295 Wiesen, 2697 Wald
  • 1961 (Hektar): 2384, davon 917 Wald (= 38.46 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 2989, davon 2491 evangelisch (= 83.34 %), 451 katholisch (= 15.09 %)
  • 1970: 211 Einwohner (Stadtteil Kaulstoß)
  • 1970: 246 Einwohner (Stadtteil Sichenhausen)
  • 1970: 3229 Einwohner
  • 1970: 480 Einwohner (Stadtteil Burkhards)

Diagramme:

Gedern: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 780: Buchonia (in pago Bochonia)
  • 797: Wettereiba (Wetdereiba)
  • 1787: Fürstentum zu Stolberg-Gedern (Anteil an der Grafschaft Königstein), Amt Gedern
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Gedern (zur Standesherrschaft Stolberg gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Gedern (zur Standesherrschaft Stolberg gehörig)
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Nidda
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Büdingen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Büdingen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Büdingen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis

Altkreis:

Büdingen

Gericht:

  • 1820: standesherrliches Amt Gedern
  • 1821: Landgericht Ortenberg
  • 1879: Amtsgericht Ortenberg
  • 1968: Amtsgericht Büdingen

Herrschaft:

1356 verleiht Kaiser Karl IV. dem Konrad von Trimberg für dessen Dorf Gedern einen Wochenmarkt und das gleiche Recht wie Frankfurt hat [Regesta Imperii VIII Nr. 2399 ]

Gemeindeentwicklung:

1935 endgültig Stadt Gedern.

Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform neu gebildeten Stadtgemeinde s. Gedern, Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Gedern.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Seit 780 erhielt Kloster Lorsch zahlreiche private Schenkungen in Gedern, u.a. einen Bifang und eine Kirche.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 797: ecclesia

Patronat:

bis 1535 Grafen von Königstein, ab 1535 Grafen von Stolberg

Diakonische Einrichtung:

1866 - 1924 Diakonissen des Elisabethenstifts Darmstadt arbeiten in der Gemeindepflege und Siechenhaus (Angaben basieren auf Mitteilungen des Zentralarchivs der EKHNZA in Darmstadt vom 01.07.2021); nach Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Ausgabe von 1954 eine Schwesternstation mit 1 Kraft

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Geiß 1524-1543, zunächst katholischer Priester, um 1530 evangelisch

Kirchliche Mittelbehörden:

Stumpfe Kirche bei Gedern: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Mariengreden, Dekanat Friedberg, Sendbezirk Wingershausen

Kirchspiel Wingershausen

Juden:

1820: 155, 1880: 150, 1905: 160, 1925: 150 Juden, 1933: 8 Familien

1866 Bau der Synagoge

Kultur

Schulen:

Um 1560 Gründung einer Schule; Schulmeister: Jakob Capella nach 1561; 1690 Teilung in Elementar- und Mädchenschule; 1699 Gründung einer dritten, 1843 einer vierten und 1855 einer fünften Schule; 1910 Volksschule mit vier Klassen, Schulhaus von 1880

1871 Gründung einer Privaten Höheren Schule, 1926 Übernahme durch die Stadt

1926 Städtische Landwirtschaftliche und Hauswirtschaftliche Berufsschule

Hospitäler:

Siechenhaus auf dem Schlossberg

1925 Krankenhaus

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Gerichts- und Amtssitz, Residenz bis 1806. 1787 gehörten zum Amt Gedern die Orte Effolderbach (3/6), Gedern, Glauberg, Ranstadt, Usenborn und Volkartshain. Ferner die Höfe bzw. Siedlung Luisenlust und Schönhausen

Wirtschaft:

vor 1431 Waldschmied am Schmittenberg, Zerstörung, 1465 an Kloster Hirzenhain, 1530 Schließung, 1555 Neueröffnung, 1580 endgültiger Niedergang - Herstellung von Schwarz- und Weißblech für die Nürnberger und Leipziger Messe

1679 Brauerei

Weinbau bis ins 18. Jahrhundert

1718 Einheitszunft für Garnherstellung - Entwicklung zur Weberei, 1860 Hoffmann & Co Spinnerei, Zwirnerei

1736 Stecknadelfabrikation, um 1820 noch 12 Betriebe

im 19. Jahrhundert Abbau von Tafelbasalt in 2 Steinbrüchen; Ziegelhütte

um 1820 31 Leineweber, 3 Sägewerke, Seifenfabrik

1840 Strohhutfabrik

1860 Wollspinnerei, Ausbau zur Streichgarnspinnerei mit bis 150 Arbeitskräften

1854 werden 4 Mühlen, die Colonie Schönhausen, 1 Papiermühle und 2 Ziegelhütte erwähnt.

Mühlen:

1685-1865 Papiermühle, Mahlmühlen, Ölmühlen

1854 werden 4 Mühlen, und 1 Papiermühle erwähnt.

Markt:

seit 1356 Wochenmarkt am Montag

seit 1555 zwei Jahrmärkte (Sonntag nach Valentin und Michaelis)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gedern, Wetteraukreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12042> (Stand: 27.3.2026)