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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 6. Gladenbach

Frohnhausen

Stadtteil · 240 m über NN
Gemeinde Gladenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3 km nordöstlich Gladenbach

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss beiderseits der Allna. Hauptkomplex der Siedlung auf einem nach Südwesten abfallenden Schlepphang. Nordwestlich abgesetzt vom Dorf Einzelhof (1910 erbaut), 1 km südöstlich abgesetzt vom Ort Mühlengehöft. Auf die Straße Sinkershausen - Friebertshausen trifft in Ortsmitte Straße von Gladenbach

Ersterwähnung:

1338

Historische Namensformen:

Umlegung der Flur:

1921-1932

Älteste Gemarkungskarte:

um 1830

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3473187, 5627687
UTM: 32 U 473123 5625876
WGS84: 50.784012° N, 8.618743° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534010050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1647, davon 664 Acker (= 40.32 %), 231 Wiesen (= 14.03 %), 717 Wald (= 43.53 %)
  • 1885 (Hektar): 412, davon 148 Ackerland (= 35.92 %), 56 Wiesen (= 13.59 %), 194 Holz (= 47.09 %)
  • 1961 (Hektar): 412, davon 174 Wald (= 42.23 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 11 Männer
  • 1577: 11
  • 1630: 13 Hausgesesse
  • 1630: 7 zweispännige, 3 einspännige Ackerländer, 3 Einläufige
  • 1677: keine Angaben
  • 1742: 27 Haushalte
  • 1830: 185 evangelische Einwohner
  • 1867 (Erwerbspersonen): 68 Landwirtschaft, 2 Verkehr
  • 1885: 198 evangelisch, 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 80 Land- und Forstwirtschaft, 54 produzierendes Gewerbe, 13 Handel und Verkehr, 10 Dienstleistungen und sonstiges
  • 1961: 277, davon 251 evangelisch (= 90.61 %), 26 katholisch (= 9.39 %)

Diagramme:

Frohnhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1400: Gericht Gladenbach
  • 1586 und später: Untergericht Gladenbach
  • 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Biedenkopf

Gericht:

  • 1821: Landgericht Gladenbach
  • 1867: Amtsgericht Gladenbach

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 wurde Frohnhausen im Zuge der hessischen Gebietsreform der neu gebildeten Stadtgemeinde Gladenbach als Stadtteil eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1577 verfügt die Ganerbengemeinschaft der von Rollshausen, von Schwalbach und Schütz über Güterbesitz in Frohnhausen, der von 2 Beständern bewirtschaftet wird.

Zehntverhältnisse:

1338 ist der halbe Zehnte in Frohnhausen nassau-dillenburgisches Lehen der Döring; Lehnserneuerungen bis 1501. 1726 ist der Zehnte (zu Teilen?) landgräfliches Mannlehen der von Breidenbach

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: nach Gladenbach eingepfarrt

1830 und später: Filiale von Gladenbach

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Gladenbach, Einführung der Reformation vermutlich ab 1526.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Gladenbach

Kultur

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

Mühle 15. Jahrhundert und 1702 genannt

1830: Mahl- und Ölmühle (noch in Betrieb)

Auf (Eisen-) Erzvorkommen und ehemaligen Abbau deuten die Flurnamen Vor dem Rothenberg, In den Gruben (im Südwesten der Gemeinde)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Frohnhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9478> (Stand: 21.2.2023)