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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 18. Witzenhausen

Ellershausen

Stadtteil · 148 m über NN
Gemeinde Bad Sooden-Allendorf, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km ostsüdöstlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

3 km nördlich von Bad Sooden-Allendorf unmittelbar an der Landesgrenze zum Freistaat Thüringen gelegen. Über dem Ostufer der Werra Gut, östlich davon abgesetzt geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß um die Kirche an durchlaufender Straße und kreuzender Gasse

Ersterwähnung:

1354

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1385 und 1428)
  • Wüstung (1459 und noch 1485)
  • Dorf (1578 und später)
  • Dorfschaft (1743)

Umlegung der Flur:

1955/1963

Älteste Gemarkungskarte:

1839

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3567225, 5685503
UTM: 32 U 567125 5683668
WGS84: 51.300371° N, 9.962844° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636001040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 236, davon 137 Acker (= 58.05 %), 29 Wiesen (= 12.29 %), 37 Holzungen (= 15.68 %)
  • 1961 (Hektar): 234, davon 49 Wald (= 20.94 %)
  • bis 1744: 7 Hufen, 129 Acker

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 14 Hausgesesse
  • 1747: 22 Hausgesesse mit 27 Feuerstellen
  • 1885: 241, davon 231 evangelisch (= 95.85 %), 10 katholisch (= 4.15 %)
  • 1925: 233 Einwohner (alle evangelisch)
  • 1961: 257, davon 238 evangelisch (= 92.61 %), 15 katholisch (= 5.84 %)
  • 1970: 236 Einwohner

Diagramme:

Ellershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1459: Landgrafschaft Hessen, Amt/Gericht Bilstein
  • 1575/85 und 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Allendorf, Adelsdorf (von Dörnberg)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Allendorf, als Lehen an die von Dörnberg ausgetan
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Allendorf
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Sooden
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Allendorf
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1459: Gericht Bilstein
  • um 1570: Niederes und peinliches Gericht von Dörnberg
  • 1587: Niederes Gericht von Dörnberg, peinliches Gericht Hessen
  • 1747: Niederes Gericht von Dörnberg, peinliches Gericht zwischen von Dörnberg und Stadt Allendorf disputiert
  • 1807: Friedensgericht Sooden
  • 1814: Amt
  • 1822: Justizamt
  • 1867: Amtsgericht Allendorf
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

Bald nach 1376: Die von Wickersrode erhalten 1/3 Ellershausen zu hessischem Mannlehen.

1385: Die von Dörnberg erhalten ihr eigen Dorf Ellershausen von Landgraf Balthasar von Thüringen zu Lehen.

1414: Landgraf Ludwig belehnt Bürger zu Allendorf mit 2 Hufen zu Ellershausen.

1428: Landgraf belehnt die Familie Appe mit 1/4 seines Dorfes Ellershausen, 1459 mit der Hälfte der Wüstung Ellershausen die von Dörnberg, 1485 dieselben mit der ganzen Wüstung Ellershausen.

1575/85: Ellershausen hessisches Lehen der von Dörnberg

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform der Stadt Bad Sooden-Allendorf als Stadtteil eingegliedert.

Besitz

Ortsadel:

1354

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Fachwerkkonstruktion 1590 aufgesetzt, 1954 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

Vor 1585: zur Pfarrei Allendorf

1585: zur Pfarrei Wahlhausen

1. Viertel - Mitte 17. Jahrhundert: mit Diakonat Sooden verbunden

Gegen Ende 17. Jahrhundert - 1720: mit erster Stelle Sooden verbunden

1720 - 1735: mit Konrektorat Allendorf

1735 - 1744: mit erstem Prediger Sooden

1744 - 1749: mit Diakon Sooden

1749: selbstständig

1749 - 1772: mit Konrektor zu Allendorf

1772 - 1817: mit Rektorat Allendorf

1817 - 1825: mit Diakonat Allendorf

1825 - 1857: mit Rektorat Allendorf

1857 - 1868: mit 2. Pfarrei Allendorf

Seit 1860 Rektor zu Allendorf

Seit 1925: Vikariat von Allendorf

Patronat:

1498 durch die von Dörnberg von den von Eschwege gegen einen Pfannenanteil eingetauscht

Patronat noch jetzt: von Dörnberg

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Allendorf, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Allendorfer Pfarrer Jost Winter um 1527.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Allendorf

Archdiakonat Heiligenstadt

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ellershausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5590> (Stand: 23.7.2024)