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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 31. Felsberg

Weitere Informationen

Cappel

Stadtteil · 197 m über NN
Gemeinde Fritzlar, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4,5 km östlich von Fritzlar.

Lage und Verkehrslage:

Angerdorf auf flachem Schlepphang der Eder-Niederung. Quadratisch ummauerte Kirche mit mächtigem Chorturm auf dem Anger.

Straße Fritzlar - Ober-Möllrich nach Nieder-Möllrich knickt am Ostende des Angers scharf nach Südosten ab.

Ortsform:

Angerdorf

Ersterwähnung:

1120

Weitere Namen:

  • Kappel

Siedlungsentwicklung:

Im südlichen Ortsbereich frühmittelalterliche (karolingerzeitliche) Keramikfunde.

1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Forst Fritzlar.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Um 1120: villa
  • 1384: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1881

Älteste Gemarkungskarte:

1685

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3523867, 5665879
UTM: 32 U 523783 5664052
WGS84: 51.127446° N, 9.339875° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634005010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 372 Land, 31 Wiesen und Weinberge, 40 Wald.
  • 1885 (Hektar): 170, davon 99 Acker (= 58.24 %), 22 Wiesen (= 12.94 %), 15 Holzungen (= 8.82 %)
  • 1961 (Hektar): 435, davon 228 Wald (= 52.41 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575: 16 Hausgesesse
  • 1682: 16 Hausgesesse
  • 1742: 17 Häuser, 1747: 16 Hausgesesse
  • 1834: 166, 1885: 169 Einwohner
  • 1861: 152 evangelisch-reformierte, 9 jüdische Einwohner
  • 1885: 169, davon 163 evangelisch (= 96.45 %), 0 katholisch, 6 Juden (= 3.55 %)
  • 1925: 212, 1939: 213, 1950: 324, 1961: 237 Einwohner
  • 1961 (Erwerbspersonen): 68 Land- und Forstwirtschaft, 48 Produzierendes Gewerbe, 13 Handel und Verkehr, 7 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 237, davon 221 evangelisch (= 93.25 %), 13 katholisch (= 5.49 %)

Diagramme:

Cappel: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1403/05: Landgrafschaft Hessen, Amt Felsberg (bereits 1413 nicht mehr belegt)
  • 1575/85: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg; niederes Gericht Meisenbug als hessisches Lehen, peinliches Gericht Hessen1742: Amt Gudensberg; niederes Gericht Meisenbug, peinliches Gericht Hessen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton und Friedensgericht Felsberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1575/85: Amt Gudensberg; niederes Gericht Meisenbug als hessisches Lehen, peinliches Gericht Hessen
  • 1601: Gericht Gudensberg zwischen Meisenbug und Hessen strittig
  • 1682: Gericht Meisenbug
  • 1807-1813: Friedensgericht Felsberg
  • 1822: Justizamt Fritzlar
  • 1867: Amtsgericht Fritzlar
  • 1879: Amtsgericht Fritzlar

Herrschaft:

1380: Cappel hessisches Lehen der von Falkenberg

Ende 14. Jahrhundert: Die Spiegel tragen Landgraf Hermann Dorf Cappel zu Lehen auf.

1384: Ritter Hermann Spiegel versetzt mit landgräflicher Genehmigung Cappel an die von Falkenberg.

1428: Landgraf Ludwig belehnt die Meisenbug mit Dorf Cappel; folgend Belehnungen bis 1787.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Fritzlar, Stadtgemeinde eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1120: Kloster Helmarshausen erhält eine Güterschenkung zu Cappel.
  • 1200 und 1310/15: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Cappel,
  • 1371: auch Zennern.

Ortsadel:

1138/39-1369

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Um 1120: Capella (Wenck HLG I Urkundenbuch Nr. 364);
  • 1454: ecclesia

Pfarrzugehörigkeit:

Um 1410: Pfarrei; als solche noch 1569 bestehend, aber schon seit spätestens Mitte des 16. Jahrhundert von Ober-Möllrich versehen.

1575/85 und später: Filiale von Ober-Möllrich.

Patronat:

1482 und 1569: Meisenbug

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Juden:

1835: 2

1861: 9 Juden

1905: 8 Juden

Der Ort war der Gemeinde Fritzlar angeschlossen.

Friedhof liegt in Obervorschütz.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Cappel, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4030> (Stand: 29.4.2024)