Historisches Ortslexikon
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- KDR 100, TK25 1900 ff.
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 76. Eiterfeld
Buchenau
-
Ortsteil · 260 m über NN
Gemeinde Eiterfeld, Landkreis Fulda
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
12,5 km nördlich von Hünfeld
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Lage und Verkehrslage:
Auf und an einem Bergausläufer über dem Eitratal gelegen.
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Ersterwähnung:
1217
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Historische Namensformen:
- Buchenaw (1464/65) [F.J. Bendel, Die Würzburger Diözesanmatrikel aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter, 2 H. 2, 1934, S. I-XXX, 1-46, hier S. 17 (Digitalisat]
- Buchenau (1585) [HStAM Best. Urk. 75 Nr. 1664]
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Ortsteile:
- Buchenau und Giesenhain (ab 01.01.1970)
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
-
Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3554201, 5627536
UTM: 32 U 554105 5625724
WGS84: 50.780748° N, 9.767456° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
631007030
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 1583, davon 289 Acker (= 18.26 %), 65 Wiesen (= 4.11 %), 1198 Holzungen (= 75.68 %)
- 1961 (Hektar): 1584, davon 1238 Wald (= 78.16 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1885: 443, davon 311 evangelisch (= 70.20 %), 118 katholisch (= 26.64 %), 14 Juden (= 3.16 %)
- 1961: 620, davon 480 evangelisch (= 77.42 %), 125 katholisch (= 20.16 %)
- 1970: 637
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- 1585: Ritterschaftliches Patrimonialgericht der von Buchenau als fuldisches Lehen (zum Umfang s. Mittelpunktfunktion)
- 1787: Herrschaft der fränkischen Ritterschaft von Buchenau (fuldisches Mannlehen)
- 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Cent Eiterfeld
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
- 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Eiterfeld
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
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Altkreis:
Hünfeld
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Gericht:
- Das Gericht Buchenau bestand aus den Dörfern Bodes, Branders, Buchenau, Erdmannrode, Fischbach, Giesenhain und Soislieden.
- 1822: Justizamt Eiterfeld
- 1867: Amtsgericht Eiterfeld
- 1945: Amtsgericht Hünfeld
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Herrschaft:
Dorf der von Buchenau im zur Alten Burg Buchenau gehörenden Gericht Buchenau, das von Fulda zu Lehen ging. Die Herrschaft Buchenau erstreckte sich über Branders, Mengers, Buchenau, Eitra, Erdmannrode, Fischbach, Bodes und Körnbach. 1585 wurde das Verhältnis zum Stift Fulda grundlegend geregelt: Fulda erhielt die Zentgerichtsbarkeit, den Herren von Buchenau stand die unumschränkte Vogtei zu. Die Zenthuldigungen an Fulda wurden 1738 und 1763 verweigert, doch bestand Fulda auf seinen Anteil. 1815 starb das alte hessische Adelsgeschlecht in der männlichen Linie aus und der umfangreiche Besitz fiel an Kurhessen, nach dessen Niederlage 1866 an den preußischen Staat.
1787: reichsritterschaftliche Herrschaft Buchenau als fuldisches Mannlehen
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Gemeindeentwicklung:
Am 1.1.1970 wurde im Zuge der hessischen Gebietsreform zunächst Giesenhain der Gemeinde Buchenau eingegliedert. Beide wurden am 1.8.1972 zu Ortsteilen der Gemeinde Eiterfeld.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- Kloster Fulda
- Adlige von Buchenau
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Ortsadel:
Die von Buchenau gehörten 1792 zum Fränkischen Ritterkreis, Kanton Rhön-Werra, Buchisches Quartier
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- Um 1520: plebanus
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Pfarrzugehörigkeit:
Vermutlich gehörte Erdmannrode 1513 als Filiale dazu.
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Patronat:
Vermutlich im Besitz der Herren von Buchenau
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Diakonische Einrichtung:
1926 nach Ritter, Kirchliches Handbuch, S. 238 eine Gemeindestation mit einer Schwester
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation durch die Herren von Buchenau um 1570.
Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Hugius ca. 1580
Seit 1818 unierte Pfarrei.
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Kirchliche Mittelbehörden:
1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Geisa-Mellrichstadt-Coburg, Landkapitel Geisa
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Juden:
1835: 65; 1861: 34; 1905: 8 Juden; 1932/33: 7 Juden; gehört zur Gemeinde Eiterfeld
Judengasse im Ort
- Kultur ↑
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Schulen:
1910 Volksschule mit zwei Klassen
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
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Mittelpunktfunktion:
1585 werden zum Gericht Buchenau die Orte Bodes (diesseits, d.h. südlich des Wassers), Brandes, Buchenau, Erdmannsrode, Fischbach, Giesenhain, Schwarzenborn und Soislieden gerechnet
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Leinweber, Hochstift Fulda, S. 75
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 73 (Ort und Gericht)
- Mitze, Steinköpfe
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 190 f.
- Aschkewitz, Pfarrergeschichte des Sprengels Hanau, S. 826ff.
- Arnsberg, Die jüdischen Gemeinden in Hessen: Anfang, Untergang, Neubeginn, Bd. 1, s. 153
- Zitierweise ↑
- „Buchenau, Landkreis Fulda“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5467> (Stand: 20.4.2026)

