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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 70. Niederweimar

Wolfshausen

Ortsteil · 174 m über NN
Gemeinde Weimar (Lahn), Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

ca. 9 km südlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss am Ost-Rand der Lahntalebene; teils in der Aue (Hochwassergebiet) teils an einem Steilhang der Mittelterrasse gelegen. Kirche isoliert am Ost- Rand von Wolfshausen auf der Mittelterrasse.

Die B 3 zieht am West-Rand des Ortes vorbei. In ihrem alten Verlauf vor 1715 führte die Landstraße Frankfurt-Bremen bzw. Kassel über die Furten Wolfshausen und Argenstein bzw. auch über den Uferweg nach Ronhausen. - 1756 Bau der Nehbrücke unterhalb einer alten Lahnfurt ca. 1,2 km nördlich Wolfshausen. Im 19. Jahrhundert wurde hier ein Gehöft mit Straßenwirtschaft angelegt.

Ersterwähnung:

1269

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1947/48

Älteste Gemarkungskarte:

1723

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3481580, 5622002
UTM: 32 U 481513 5620193
WGS84: 50.733236° N, 8.738037° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534020120

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 400 stellbares Land, 90 Wiesen, 12 Gärten, 15 Triesche, 150 Wald
  • 1885 (Hektar): 367, davon 118 Acker (= 32.15 %), 27 Wiesen (= 7.36 %), 186 Holzungen (= 50.68 %)
  • 1961 (Hektar): 367, davon 142 Wald (= 38.69 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577 und 1681: 8 hausgesessene bzw. hausgesessene Manasch. 1743: 79, 1838: 70, 1885: 133, 1925: 129, 1939: 143, 1950: 216, 1961: 215 Einwohner - 1861: 140 evangelisch-lutherisch Einwohner, 6 Mitgl. abweichender Sekten. 1961: 195 evangelisch, 19 römisch-katholisch Einwohner - 1743: 10 Ackerleute, 2 Leineweber, 2 Schmiede, 2 Wagner, 1 Schneider, 3 Wirte. 1838 (Familien): 14 Ackerbau, 1 Gewerbe, 1 Tagelöhner 11 nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisitzer. 1961 (Erwerbspersonen): 38 Land- und Forstwirtschaft, 33 Produzierendes Gewerbe, 18 Handel und Verkehr, 18 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1885: 133, davon 129 evangelisch (= 96.99 %), 0 katholisch, 4 andere Christen (= 3.01 %)
  • 1961: 215, davon 195 evangelisch (= 90.70 %), 19 katholisch (= 8.84 %)

Diagramme:

Wolfshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1400: Gericht Reizberg. 1565 und später: Gerichtstuhl Oberweimar im Gericht Reizberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Landgericht Marburg
  • 1850: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg
  • 1932: Amtsgericht Fronhausen
  • 1948: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 wurde Wolfshausen im Zuge der hessischen Gebietsreform in die Gemeinde Weimar eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1293 hat der Deutsche Orden Marburg Güterbesitz in W.; er umfaßt 1358 einen Hof mit 39 Morgen Ackerland und 3 MorgenWiesen; bis 1549 veräußert. - 1357 haben die Scheuernschloß einen Hof in W. - Die von Weitershausen sind 1374 mit einem Gut, 1455 mit einem Eigenhof in W. begütert. - Der Zehnte gehörte 1334 dem Deutsche Orden Marburg

Ortsadel:

1269-1290

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Patrozinien:

  • Albanus

Pfarrzugehörigkeit:

Pfarrkirche; 1630: Filiale von Niederwalgern; seit 1691 Vikariat von Cappel; seit 1957: Filiale von Roth.

Patronat:

1334 präsentieren abwechselnd der Deutsche Orden Marburg und die von Weitershausen. 1461: von Weitershausen; 1469 ist der Kirchsatz von den von Weitershausen an die Schenken zu Schweinsberg versetzt. Um 1530 sind die Schenken, 1577 die Schenken und die Vögte von Fronhausen Patrone.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606(?), 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Oberweimar. Dekanat Amöneburg

Juden:

Jude 1532 genannt.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

  • S. Enderle, Die Gemarkung Wolfshausen. Ein Beispiel kulturgeographischer Betrachtung. In: Geographische Rundschau 11, 1959, S. 337-343 (Plan)
  • F. MOHN, Wolfshausen, 1974
  • Historisches Ortslexikon Marburg, S. 354-355
Zitierweise
„Wolfshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9408> (Stand: 28.11.2022)