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Historisches Ortslexikon

Winnen

Stadtteil · 310 m über NN
Gemeinde Allendorf (Lumda), Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15 km nordwestlich von Grünberg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss an einem von der nördlichen Wasserscheide (Zwesterohm / Lumda) vorspringenden, stark hängenden Rücken zwischen 2 Quellarmen des Engelbachs. Kirche mit Wehrkirchhof in erhöhter Lage am Nord-Rand des Dorfes.

Straße Nordeck-Leidenhofen im Zuge der alten Grünberger Landstraße; einmündend alte Straße von Allendorf

Letzterwähnung:

1238

Siedlungsentwicklung:

Karolingerzeitliche Keramikfunde beim Friedhof in Westen

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Älteste Gemarkungskarte:

Älteste Gemarkungskarte: 1792

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3488052, 5617667
UTM: 32 U 487982 5615860
WGS84: 50.694437° N, 8.82985° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531001040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 538 stellbares Land, 116 Wiesen, 10 Gärten, 106 Triesche; Wald gemeinsam mit Nordeck
  • 1885 (Hektar): 179, davon 132 Acker (= 73.74 %), 27 Wiesen (= 15.08 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 179, davon 3 Wald (= 1.68 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1500: ca. 9 Hausgesäße
  • 1577: 13 Hausgesäße
  • 1681: 7 Hausgesäße
  • 1747: 20 Hausgesäße
  • 1749: 109 Einwohner
  • 1749: 13 Leineweber, 2 Schneider, 1 Schreiner, 2 Maurer, 1 Wirt, 5 Tagelöhner, 3 Tagelöhnerinnen
  • 1838 (Familien): 28 Ackerbau, 14 Gewerbe, 2 Tagelöhner 25 nutzungsher., 7 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisitzer
  • 1861: 192 evangelisch-lutherische Einwohner
  • 1885: 201, davon 201 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 71 Land- und Forstwirtschaft, 31 Produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 8 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 243, davon 227 evangelisch (= 93.42 %), 10 katholisch (= 4.12 %)

Diagramme:

Winnen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1500: Gericht Nordeck
  • 1577: Adliges Dorf im Amt Allendorf/L.,
  • 1648: im Amt Marburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Gießen
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Assistenzamt Treis/L.
  • 1831: Justizamt Treis/L.
  • 1866: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Herrschaft:

1526 belehnt Landgraf Philipp die Rau von Holzhausen mit Winnen. Seitdem adliges Dorf der Rau; landgräflich Lehnsreverse bis 1831

Gemeindeentwicklung:

Vom 31.12.1970 bis zum 31.12.1976 zwischenzeitlicher Zusammenschluss mit Nordeck zur neu gebildeten Gemeinde Braunstein. Am 01.01.1977 werden beide der Stadt Allendorf (Lumda) eingegliedert.

Besitz

Ortsadel:

Ortsadel: 1274-1300; 1358 (?);

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pleban 1238 (Baur, UB Arnsburg Nr. 27).
  • Pfarrkirche.

Patrozinien:

  • Maria [1445]

Pfarrzugehörigkeit:

1323 trennt Landgraf Otto mit Zustimmung des Pfarrer von Winnen die Filiale Allendorf/L. von ihrer Mutterkirche W.

1577 und später: Nordeck und Wermertshausen eingepfarrt.

Patronat:

Patronat: 1323-1526: landgräflich; seitdem Rau von Holzhausen.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Weygandt Rauwenberg 1527

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Archidiakonat St. Stephan, Dekanat Amöneburg, Sendbezirk Londorf

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Winnen, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10568> (Stand: 29.4.2024)