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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 64. Neukirchen
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Weißenborn (Ottrau)

Weißenborn

Ortsteil · 395 m über NN
Gemeinde Ottrau, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km südöstlich von Neukirchen.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in einem vom Weißenbornbach und mehreren Seitentälchen gebildeten Talkessel. Kirche mit wehrhaft ummauertem Kirchhof und Tor in erhöhter Lage am Südost-Rand des Ortes.

Straße Görzhain - Schorbach wird im Ortsbereich gekreuzt von Straße Ottrau - Hausen.

0,5 km nordwestlich von Weißenborn befindet sich ein Bahnhof (Haltepunkt) der Eisenbahnlinie Bad Hersfeld - Schwalmstadt/Treysa von 1907 bis zur Stillegung der Strecke am 10. September 1984.

Ersterwähnung:

1309

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1913/1915

Älteste Gemarkungskarte:

1774

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3530755, 5632073
UTM: 32 U 530668 5630260
WGS84: 50.823246° N, 9.435411° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634020060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 801 stellbares Land, 311 Wiesen, 22 Gärten, 97 Triesche.
  • 1885 (Hektar): 318, davon 195 Acker (= 61.32 %), 74 Wiesen (= 23.27 %), 1 Holzungen (= 0.31 %)
  • 1961 (Hektar): 405, davon 2 Wald (= 0.49 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 45 Hausgesesse
  • 1639: 10 hausgesessene Männer, 10 Witwen, 14 unmündige Waisen+1681: 23 Hausgesesse, 1 Ausschuss, 1 Junggeselle
  • 1777: 2 Schmiede, 2 Maurer, 3 Schneider, 1 Seifensieder, 2 Schreiner, 8 Leineweber (zum Teil nur eigene Tuchherstellung), 1 Wollkämmer, 1 Wagner, 4 Tagelöhner und Spinnerinnen, 3 Schäfer, 5 Ziegel- und Kalkbrenner, 1 Branntweinbrenner und -schenker, 1 Wirt, 1 Müller
  • 1777: 55 Wohnhäuser mit 283 Einwohner
  • 1834: 402, 1885: 350 Einwohner
  • 1838 (Familien): 34 Ackerbau, 33 Gewerbe, 10 Tagelöhner
  • 1861: 395 evangelisch-reformierte Einwohner
  • 1885: 350, davon 350 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 126 Land- und Forstwirtschaft, 26 produzierendes Gewerbe, 21 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 432, davon 404 evangelisch (= 93.52 %), 27 katholisch (= 6.25 %)

Diagramme:

Weißenborn: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1366 und später: Gericht (Amt) Oberaula (ziegenhainischer Anteil)
  • 1807- 1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Oberaula
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Oberaula
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

Gemeindeentwicklung:

Am 1.4.1972 mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Ottrau zusammengeschlossen, deren Ortsteil Weißenborn seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1311 verkauft Ludwig von Schorbach Kloster Immichenhain alle seine Güter in Weißenborn.
  • 1360/67 hat Kloster Immichenhain in Wießenborn Einkünfte von 8 Beständern seines Güterbesitzes.
  • 1375 verkaufen die von Ehringshausen dem Kloster ihr Gut.
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1465 und später: nach Oberaula eingepfarrt.

Seit 1900: Filiale von Olberode.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1777: 1 Müller (vgl. Einwohnerstatistik).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Weißenborn, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4793> (Stand: 1.4.2022)