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Historisches Ortslexikon

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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 11. Giessen

Watzenborn-Steinberg

Stadtteil · 201 m über NN
Gemeinde Pohlheim, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Siedlung

Lagebezug:

6 km südöstlich von Gießen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossene Siedlung mit regelhaften Grundrißmerkmalen an einem nach Nordwesten auslaufenden Hang. Straßendorfartige Bebauung entlang der zum Ortsteil Steinberg führenden Straße Garbenteich - Leihgestern sowie entlang der zur Domäne Schiffenberg führenden Straße.

Moderne Wohnsiedlungen im Süden und Norden bis zur Eisenbahnlinie reichend.

Haltestelle der Eisenbahnlinie Gießen - Gelnhausen ("Lahn-Kinzig-Bahn").

Ersterwähnung:

1141

Siedlungsentwicklung:

1141 gehört Watzenborn zu den fünf durch Rodung neu entstehenden Dörfern. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit Steinberg zusammengeschlossen.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 1141

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • 1141 gehört Watzenborn zu den fünf durch Rodung neu entstehenden Dörfern. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit Steinberg zusammengeschlossen.

Älteste Gemarkungskarte:

1851

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3480012, 5600002
UTM: 32 U 479945 5598202
WGS84: 50.535418° N, 8.717015° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531014060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3463, davon 2442 Acker, 523 Wiesen, 204 Wald
  • 1961 (Hektar): 891, davon 51 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 12 + 7 Männer
  • 1577: 61 Hausgesesse
  • 1630: 6 zweispänn., 22 einspänn. Ackerl., 18 Einläufige, 8 Witwen, 8 Vormundsch.
  • 1669: 353 Seelen
  • 1742: 5 Geistl./Beamte, 149 Untert., 51 Junge Mannschaften, 2 Beisassen/Juden
  • 1804: 747 Einwohner
  • 1834: 1008 Einwohner
  • 1885: 1462 Einwohner
  • 1925: 2149 Einwohner
  • 1939: 2690 Einwohner
  • 1950: 3665 Einwohner
  • 1961: 4247 Einwohner
  • 1830: 632 evangelische, 1 römisch-katholischer Einwohner, 9 Juden. 1961: 3289 evangelische, 739 römisch-katholische Einwohner
  • 1961 (Erwerbspers.): 308 Land- und Forstwirtsch., 1028 Prod. Gewerbe, 373 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 326 Dienstleistung(en) und Sonstige

Diagramme:

Watzenborn-Steinberg: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1353: Gericht Garbenteich
  • 1502: Amt Gießen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Gericht Steinbach
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landamt Gießen
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gießen
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Gießen
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1821: Landgericht, seit 1879: Amtsgericht Gießen

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 Eingliederung nach Pohlheim

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Pfarrzugehörigkeit:

Bis 1532(?): Filiale von Schiffenberg, danach von Hausen, seit 1561 wieder Schiffenberg, seit 1582 nach Steinbach eingepfarrt, seit 1607 eigene Pfarrei mit Steinberg und Garbenteich

Patronat:

1638 werden zwar die von Schwalbach als Kollatoren genannt, seit 1607 übten aber die Landgrafen von Hessen diese aus.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich um 1530.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Nikolaus Clemens 1607-1624

Juden:

1830: 9, 1905: 31 Juden

Begräbnisplatz für die Juden aus Watzenborn war zeitweilig der Friedhof in Großen-Linden, ab 1887 hatte der Ort einen eigenen jüdischer Friedhof, gelegen am Ortsausgang nach Garbenteich. (alemannia-judaica)

Kultur

Schulen:

Um 1610 Gründung einer Schule; im 18. Jahrhundert unterrichten studierte Lehrer; 1910 Volksschule mit sechs Klassen, zwei Schulhäuser von 1842 und 1904

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Watzenborn-Steinberg, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10508> (Stand: 29.4.2024)