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Historisches Ortslexikon

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4724 Großalmerode
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 24. Grossalmerode
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Uengsterode

Uengsterode

Stadtteil · 285 m über NN
Gemeinde Großalmerode, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10,5 km südsüdwestlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit unregelmäßigem Grundriss und geringer Siedlungsdichte in einer Senke des Laudenbachs, 3 km östlich von Großalmerode. Rundummauerte Kirche in prominenter Spornlage über dem Laudenbach, darunter Lindenplatz; breite Gasse nach Nordosten. Die Hauptverbindungachse (Witzenhäuserstraße Straße, L 3238) verläuft, von Südwesten kommend, parallel zum Bach im Westen des Ortes und stößt 1 km dahinter auf die B 451 Richtung Witzenhausen.

Ersterwähnung:

1322

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1322)
  • Dorf (1438)

Umlegung der Flur:

1937/57

Älteste Gemarkungskarte:

18. Jahrhundert

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3557875, 5679856
UTM: 32 U 557778 5678024
WGS84: 51.250644° N, 9.82788° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636004060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1745: 1283 Acker
  • 1961 (Hektar): 343, davon 26 Wald (= 7.58 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 40 Haushaltungen
  • 1625: 46 Ackerleute und Köttner
  • 1681: 44 Hausgesesse
  • 1745: 306 Einwohner
  • 1747: 65 Mannschaften mit 64 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1869: 21 Baptisten nach Amerika ausgewandert
  • 1961: 444, davon 386 evangelisch (= 86.94 %), 51 katholisch (= 11.49 %)
  • 1970: 479 Einwohner

Diagramme:

Uengsterode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein, Adelsdorf der von Bodenhausen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein, an die von Bodenhausen verlehnt
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Amt Ludwigstein, an die von Bodenhausen verlehnt
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Sooden
  • 1814-1817: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1817-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Großalmerode
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1747: Niederes und peinliches Gericht von Bodenhausen
  • Gerichtsplatz von kreisrunder Quadermauer umgeben bzw. abgestützt
  • Am Ortsausgang nach Laudenbach Sühnekreuz mit Schwert in Ritzzeichnung
  • 1822: Assistenzamt Großalmerode (Justizamt Witzenhausen)
  • 1832: Justizamt Großalmerode
  • 1867: Amtsgericht Großalmerode
  • 1879: Amtsgericht Großalmerode
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

Die Herrschaftsverhältnisse sind im Spätmittelalter ungeklärt. Ansprüche haben die Abtei Fulda und die Landgrafschaft Hessen, die beide vom 14.-16 Jahrhundert Lehen hieraus ausgeben.

1322: Hermann von Felsberg hat Gericht des Dorfes Uengsterode von Landgraf Otto als Burglehen.

1327: Uengsterode ist zum Schloss Rusteberg lieferungspflichtig.

1373: Landgraf versetzt Werner von Felsberg und seinem Sohn Eckehard sein Gericht Uengsterode. 1438: Abt Johann von Fulda belehnt Kraft von Felsberg mit Dorf Uengsterode. 1490 und 1524 wird Georg von Bischofferode damit belehnt. Erst 1575/85 wird es als Dorf Uengsterode der von Bodenhausen geführt, vermutlich als Zubehör von Burg Arnstein.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung in die Stadtgemeinde Großalmerode, deren Stadtteil Uengsterode wurde.

Besitz

Ortsadel:

1381/83

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Spätgotische Kirche um 1500 mit massivem Westturm. Schiff 1687 überarbeitet, 1906 erweitert, 1986 renoviert. Taufstein von 1503 (?), Sandsteinkanzel von 1605 bzw. 1681

Pfarrzugehörigkeit:

1616 - 1791: mit Laudenbach verbunden

1791 - 1804: mit Hundelshausen

1804 - 06: Von einem Kandidaten aus Großalmerode versehen

1806 - 17: mit Dohrenbach verbunden

1872 und 1994: Vikariat von Laudenbach

Patronat:

1585 und 1872: Die von Bodenhausen

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Lepper ca. 1558-1596

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Allendorf

Archdiakonat Heiligenstadt

1585: Superintendentur Rotenburg-Allendorf, Abt. Witzenhausen

1606: aufgehoben

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Hospitäler:

1604: Gründung eines Hospitals genannt Gnadenhaus durch Wilke von Bodenhausen den Jüngeren mit einem Fonds von 2700 Talern für 8 Gebrechliche aus dem Bodenhausen´schen Gericht oder Dienst (HStAM, 17 e, Üngsterode 3)

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Die Mühle am südwestlichen Dorfende wurde mit dem Wasser der Gelster betrieben, 1936 erfolgte der Einbau einer Turbine, 1952 wurde der Betrieb eingestellt.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Uengsterode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/7095> (Stand: 25.9.2024)