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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 22. Darmstadt

Weitere Informationen

Stockstadt am Rhein

Ortsteil · 89 m über NN
Gemeinde Stockstadt am Rhein, Landkreis Groß-Gerau 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11,8 km südlich von Groß-Gerau

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Frankfurt am Main/Sportfeld – (Darmstadt) – Worms ("Riedbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 15.4.1869).

Ersterwähnung:

830-850

Historische Namensformen:

  • Stochestat (830-850)
  • Stockestadt (1338)
  • Stockstadt (1380)
  • Stocstad (1397)
  • Stogstad (1403)
  • Stockstat (1428/75)
  • Stockrstadt, Stockstadt (1447)
  • Storstatt (1472)
  • Storstadt (1492, 1528)
  • Stockstait (1510)
  • Stockstatt (1579)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3461770, 5519199
UTM: 32 U 461710 5517431
WGS84: 49.808105° N, 8.46784° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

433013000

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3237, davon 1991 Acker, 614 Wiesen, 247 Wald
  • 1961 (Hektar): 1873, davon 248 Wald (= 13.24 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1629: 67 Hausgesessene
  • 1794: 41 Gemeindsmänner
  • 1829: 801 Einwohner
  • 1961: 3546, davon 2720 evangelisch (= 76.71 %), 727 katholisch (= 20.50 %)
  • 1970: 3995 Einwohner

Diagramme:

Stockstadt am Rhein: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Obere Grafschaft Katzenelnbogen, Amt Dornberg
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amt Dornberg
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Dornberg
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Dornberg
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Dornberg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Groß-Gerau
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Groß-Gerau
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Groß-Gerau
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau

Altkreis:

Groß-Gerau

Gericht:

  • 1821: Landgericht Groß-Gerau
  • 1839: Landgericht Gernsheim
  • 1879: Amtsgericht Gernsheim
  • 1934: Amtsgericht Groß-Gerau
Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1487 Grundbesitzer: Kloster Eberbach, St. Alban zu Mainz
  • 1519 verpachtet Kloster Lorsch 60 Morgen Äcker und Wiesen.
  • 1552 Beschlagnahme der Gefälle des Albanstifts zu Leeheim und Stockstadt.
  • 1794 Grundbesitz: Kurpfälz. Mühlwört 240 Morgen, St. Alban 144 Morgen in Erbbestand, 89 Morgen in Temporalbestand, Kloster Eberbach 144 Morgen, Kirchengut 44 Morgen, Pfarrgut 32 Morgen

Zehntverhältnisse:

1558 hat Kurmainz den großen und den kleinen Zehnten.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1184: erster Beleg für das Vorhandensein einer Kirche
  • Pfarrkirche

Patrozinien:

  • Albanus

Patronat:

1184: Albanstift in Mainz

bis 1579 bei den Bischöfen von Mainz, 1579 durch Kauf an die Landgrafen von Hessen

Diakonische Einrichtung:

Röschen, Beschreibung der evangelischen Pfarreien des Großherzogtum Hessen nennt für 1900 eine Kleinkinderschule im Eigentum der Kirche, dient als kirchliches Gemeindehaus; für 1928 nennt Röschen eine Kleinkinderschule mit einer Schwester und eine Krankenpflegestation; hier arbeitet eine Schwester, die der Ev. Frauenverein bezahlt; nach Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Ausgabe von 1954 eine Schwesternstation mit 1, ein Kindergarten mit 2 Kräften

Bekenntniswechsel:

1535 führt Landgraf Philipp von Hessen die Reformation gegen den Widerspruch von Kurmainz ein.

Erster evangelischer Pfarrer: Decius Kaldenbach 1555-1567

Kirchliche Mittelbehörden:

St. Viktor in Mainz; Bensheim

Juden:

1830: 17, 1905: 18 Juden

Kultur

Schulen:

1585 Schulmeister erwähnt; 1823 Aufteilung in eine Jungen- und eine Mädchenschule; 1910 Volksschule mit sechs Klassen, zwei Schulhäuser von 1840, 1878 mit Erweiterung von 1904, ein Klassenraum im Rathaus

Wirtschaft

Wirtschaft:

Fischerei

Mühlen:

1487: Conrait off deme Molewirt

16. Jahrhundert stößt das Stockstädter alte Mühlwört an die Biebesheimer Aue.

1927: Hahnlachmühle

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Stockstadt am Rhein, Landkreis Groß-Gerau“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13745> (Stand: 27.3.2026)