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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 53. Schwarzenborn
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 42. Homberg

Weitere Informationen

Sondheim

Stadtteil · 243 m über NN
Gemeinde Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4 km südwestlich Homberg (Efze)

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Eschwege/Niederhone – Schwalmstadt/Treysa ("Kanonenbahn III") (Inbetriebnahme der Strecke 1.8.1879).

Ersterwähnung:

1209

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1261: villani
  • 1309: villa
  • 1391: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3526957, 5651641
UTM: 32 U 526872 5649820
WGS84: 50.999329° N, 9.382955° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634009190

Flächennutzungsstatistik:

  • 1537: 20 landgräfliche Huben. 1742 (Kasseler Acker)
  • 1885 (Hektar): 623, davon 268 Acker (= 43.02 %), 80 Wiesen (= 12.84 %), 245 Holzungen (= 39.33 %)
  • 1961 (Hektar): 632, davon 67 Wald (= 10.60 %)

Einwohnerstatistik:

  • um 1490: 8 werhafte Manner (5 Pflüge).
  • 1537: 11 Hübner, 12 Köttner (vgl. Ziff. 2d).
  • 1575/85: 28, 1639: 16 verheiratete, 2 verwitwete Hausgesesse.
  • 1742 und 1747: 30 Häuser bzw. Hausgesesse
  • 1768: 172 Einwohner
  • 1834: 335
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert
  • 1885: 359, davon 356 evangelisch (= 99.16 %), 3 katholisch (= 0.84 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 72 Land- und Forstwirtschaft, 75 Produzierendes Gewerbe. 24 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 452, davon 399 evangelisch (= 88.27 %), 47 katholisch (= 10.40 %)

Diagramme:

Sondheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Landkreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1537: Gericht Vernika
  • 1575/85: Amt Homberg
  • 1587: Gericht Vernika
  • 1742: Gerichtstuhl Vernika
  • 1807: Kanton und Friedensgericht Frielendorf
  • 1814: Amt Homberg
  • 1821: Kreis und Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1932: Kreis Fritzlar-Homberg
  • - Flurname Galgenacker, -graben
  • 1968: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Homberg (Efze) eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1209 und um 1310: Stift Fritzlar hat Zehnteinkünfte zu Sondheim.
  • 1240: Stift Hersfeld übergibt auf Bitten der von Ufhausen dem Kloster Haina die Güter zu Sondheim, die diese vom Stift zu Lehen trugen.
  • Um 1250: Stift St. Stephan-Mainz hat Zehnte zu Sondheim.
  • 1262: Gerbert, Bürger zu Homberg, übergibt Kloster Spieskappel Haus und Hof zu Sondheim.
  • 1270: Die Holzsadel verkaufen eine Hufe zu Sondheim, die sie von den von Uttershausen zu Lehen trugen, dem Kloster Haina.
  • 1294: Die Gebrüder von Gershausen verkaufen ihre Güter zu Sondheim dem Deutscher Orden.
  • 1302: Adelheid, Witwe des Rupert von Brendeloh, vermacht dem Hermann von Felsberg eine halbe Hufe zu Sondheim.
  • 1309: Die von Stockhausen tauschen vom Kloster Ahnaberg eine Hufe zu Sondheim ein. 1323: Die Gebrüder Salman verkaufen dem Kloster Spieskappel eine Hufe zu Sondheim. 1325: Kloster Spieskappel kauft ein Viertel Zehnten zu Sondheim.
  • 1344: Die von Wahlen verkaufen ihr Gut zu Sondheim an Konrad Foßzahl, Bürger zu Homberg.
  • 1348: Stift Hersfeld eignet dem Kloster Homberg eine Hufe zu Sondheim.
  • 1351: Konrad Foßzahl schenkt dem Kloster Homberg seine Güter zu Sondheim.
  • 1352: Kloster Spieskappel erhält einen Acker zu Sondheim.
  • 1355: Kloster Spieskappel erhält den weißen Hof zu Sondheim.
  • 1357: Familie Zalemann verkauft dem Kloster Homberg einen Zins zu Sondheim.
  • 1362: Die von Leimsfeld übergeben dem Kloster Spieskappel 1/16 des Zehnten zu Sondheim.
  • 1367: Hans Buchholz verkauft dem Kloster Homberg das von Gilsa' sche Gotteslehen zu Sondheim.
  • 1369: Hans Buchholz verkauft eine halbe Hube zu Sondheim an Helwig von Gilsa.
  • 1371: Siegfried von Rückersfeld läßt dem Graf von Ziegenhain ein Drittel des halben Zehnten zu Sondheim auf.
  • 1372: Walter von Großenbach verkauft eine Gülte aus seinem Gut zu Sondheim.
  • 1373: Die von Rabenshausen verkaufen Güter zu Sondheim an Lutz von Solnhusen.
  • 1380: Kloster Breitenau verleiht den Holzsadel den Hof zu Sondheim.
  • 1391: Kloster Breitenau erhält eine Hufe zu Sondheim.
  • 1396: Die von Leimsfeld übergeben dem Kloster Spieskappel 1/16 des Zehnten zu Sondheim; eine Kasseler Bürgerin verkauft ihr Teil am Zehnten zu Sondheim an Kloster Spieskappel.
  • 1434: Die Glucke verkaufen ihr Gut zu Sondheim an Gottfried Bischof.
  • 1440: Die Foßzahl mit Zehnten zu Sondheim belehnt. Einigung Homberger Bürger wegen des Zehnten zu Sondheim.
  • 1444: Volprecht Mönch verkauft ein Viertel des Zehnten zu Sondheim an Kloster Spieskappel.
  • 1458: Landgraf Ludwig belehnt Thilo von Saasen mit Zehnten zu Sondheim.
  • 1460: Hans am Ende verkauft einen Zins aus dem Zehnten zu Sondheim.
  • 1462: Kloster Spieskappel verschreibt einen Zins aus seinem Zehnten zu Sondheim.
  • 1470: Hans am Ende verkauft dem Kloster Spieskappel ein Viertel des Zehnten zu Sondheim mit dem er durch Landgraf belehnt war.
  • 1508: Kloster Spieskappel erhält 2 Wiesen zu Sondheim.
  • 1516: Landgraf Philipp belehnt Balthasar Rückersfeld mit Teil des Zehnten zu Sondheim; folgend Belehnungen bis 1593.
  • 1550: Die Kasseler Räte verschreiben Wigand Heß Gefalle aus dem heimgefallenen Hof zu Sondheim.
  • 1673: Die von Goddäus mit Zehnten zu Sondheim belehnt; folgend Belehnungen bis 1837.

Ortsadel:

Ortsadel: 1238-1347

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1304: plebanus
  • 1445: rector capellae parrochialis

Patrozinien:

  • Margaretha [1485]

Pfarrzugehörigkeit:

Archipresbyterat Mardorf

Pfarrei, noch 1525

1557 und später: Sondheim mit Wernswig verbunden.

1575/85: Dörnishöfe eingepfarrt nach S. 1747 und später: Sondheim Filiale von Wernswig. 1455: Kirche Hersfelder Lehen

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Mardorf

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

  • L. Heinlein, Geographische Bilder aus dem Kreis Homberg. Hormberger Kreisblatt (1886). Becker, Wernswig
Zitierweise
„Sondheim, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14874> (Stand: 29.4.2024)