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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 26. Worms

Weitere Informationen

Biblis

Ortsteil · 90 m über NN
Gemeinde Biblis, Landkreis Bergstraße 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14 km nordwestlich von Heppenheim

Lage und Verkehrslage:

Haltepunkt der Eisenbahnlinie Frankfurt am Main/Sportfeld – (Darmstadt) – Mannheim/Neckarstadt (Inbetriebnahme der Strecke 1.6.1869).

Bahnhof der Eisenbahnlinie Frankfurt am Main/Sportfeld – (Darmstadt) – Worms ("Riedbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 24.11.1879). Die Teilstrecke Lampertheim - Biblis wurde am 24.11.1879 in Betrieb genommen.

Ersterwähnung:

836

Historische Namensformen:

  • Bibifloz (836, 846)
  • Bibiloz (897)
  • Bibeloz (um 900, 1071)
  • Bybeluz (1338), 1370
  • Bibles (1389)
  • Bybeloß (1393)
  • Bibelois (1406)
  • Bibilus (1418)
  • Bibelois (1436)
  • Byholoß (1437)
  • Biebelaß (1479)
  • Bobeloß (1483)
  • Bibles (1486)
  • Byholiß (1488)
  • Biebelaß, Bobeleß (1493)
  • Bibliz (1507)
  • Bieblis (1609)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Eine heute völlig verschwundene Burg befand sich am südöstlichen Rand des alten Stadtkerns.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3460742, 5505824
UTM: 32 U 460682 5504061
WGS84: 49.687791° N, 8.454907° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

431003010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 8851, davon 4114 Acker, 2457 Wiesen, 1745 Wald
  • 1961 (Hektar): 2250, davon 178 Wald (= 7.91 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1623: 81 Bürger
  • 1829: 2000 Einwohner
  • 1961: 5335, davon 702 evangelisch (= 13.16 %), 4544 katholisch (= 85.17 %)
  • 1970: 5605 Einwohner

Diagramme:

Biblis: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Starkenburg, Amtsvogtei Lorsch
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amtsvogtei Lorsch
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Lorsch
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Lorsch
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Heppenheim
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Heppenheim
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Worms
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße

Altkreis:

Bergstraße

Gericht:

  • 1821: Langericht Lorsch
  • 1839: Landgericht Gernsheim
  • 1979: Amsgericht Gernsheim
  • 1934: Amtsgericht Worms
  • 1945: Amtsgericht Lampertheim

Gemeindeentwicklung:

Für die Gemeindeentwicklung seit Einführung der hessischen Gebietsreform s. Biblis.

Sitz der Gemeindeverwaltung ist Biblis.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1623: Kurmainz
  • 1803: an Hessen

Zehntverhältnisse:

1461: war der Zehnten geteilt zwischen Maria ad gradus in Mainz und Kurpfalz.

Ortsadel:

von Biblis

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 836: ecclesia

Patrozinien:

  • Bartholomäus

Patronat:

Bis 836 Reich, danach Graf Wernher bis 846, danach Kloster Lorsch

1232-1436 Erzstift Mainz, danach Mariengredienstift in Mainz

Bekenntniswechsel:

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Knorr vor 1556-1571

Wiederholter Bekenntniswechsel: zunächst lutherisch, ab 1563 unter Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz reformiert, 1577 unter Kurfürst Ludwig VI. lutherisch, ab 1583 durch Pfalzgraf Johann Kasimir reformiert.

Katholischer Bekenntniswechsel: 1624, 1631 unter den Schweden wieder reformiert, 1635 wieder katholisch

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Viktor in Mainz, Landkapitel Bensheim

Juden:

Im Ort gab es eine Synagoge.

1806: 41, 1830: 75, 1905: 114 Juden, 1932/33: 58-63 Personen

Kultur

Schulen:

1566 Errichtung einer Schule; 1910 Volksschule mit acht Klassen, Schulhäuser von 1840 und 1906

Wirtschaft

Zoll:

1648: Zollstätte zur Erhebung der herrschaftlichen Gülten und des Lanzolls

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Biblis, Landkreis Bergstraße“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13051> (Stand: 29.4.2024)