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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 50. Rosenthal

Weitere Informationen

Albshausen

Stadtteil · 245 m über NN
Gemeinde Rauschenberg, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km nördlich von Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage (Einmündung des Hellenbachs in den Wadebach) sowie hangaufwärts im Zuge der B 3. Kirche in zentraler Lage.

Die B 3 (alte Landstraße Frankfurt - Kassel) führte bis zum Bau einer Ortsumgehung in leichtem Bogen durch den Ort.

Ortsform:

Dorf

Ersterwähnung:

1200/1220

Historische Namensformen:

  • Aleboldeshusen (1200/1220) [Klosterarchive 4: Die oberhessischen Klöster 2 S. 257-258, Nr. 546 = S. 376-377, Anhang II (Volltext)]
  • Albodeshusen (1283)
  • Albadishu^osen (1299)
  • Albolshusen (1308)
  • Albshusen (15. Jahrhundert)
  • Albtshausen (1577)
  • Albßhaußen (1629)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Auf wüste Siedlungsplätze deuten die Flurnamen: aufm Braunshof, Kleehof, im Wiesenhof (in der Flur karolingerzeitliche Keramik), Angersbach (in der Flur karolingerzeitliche Keramik).

Umlegung der Flur:

1895/1896, 1899/1900

Älteste Gemarkungskarte:

1723

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3493753, 5641731
UTM: 32 U 493681 5639914
WGS84: 50.910843° N, 8.910123° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534017010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 1865 stellbares Land, 1163 Wiesen, 603 Gärten, 720 Triesche, 1477 Wald
  • 1885 (Hektar): 382, davon 266 Acker (= 69.63 %), 47 Wiesen (= 12.30 %), 32 Holzungen (= 8.38 %)
  • 1961 (Hektar): 400, davon 13 Wald (= 3.25 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 20 Hausgesesse
  • 1629: 12 Dienste, 21 Einläuftige
  • 1681: 14 hausgesessene Mannschaften
  • 1744: 10 Leineweber, 1 Wagner (jeweils nur Eigenbedarf), 2 Tagelöhner
  • 1744: 36 Hausgeseß
  • 1838 (Familien): 36 Ackerbau, 7 Gewerbe, 26 nutzungsberechtigte, 12 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 18 Beisitzer
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch
  • 1885: 280, davon 279 evangelisch (= 99.64 %), 0 katholisch, 1 Juden (= 0.36 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 107 Land- und Forstwirtschaft, 43 Produzierendes Gewerbe, 12 Handel und Verkehr, 13 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 331, davon 279 evangelisch (= 84.29 %), 52 katholisch (= 15.71 %)
  • Um 1530: 14 Männer

Diagramme:

Albshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1367: Gericht Wohra in der Grafschaft Ziegenhain und mainzisches Gericht Bulenstruth im Amt Rosenthal
  • 1530: Iandgräfliches Gericht Bulenstruth
  • 1552/1570 und später: Amt Rauschenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Rauschenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Rauschenberg
  • 1867: Amtsgericht Rauschenberg
  • 1932: Amtsgericht Kirchhain

Gemeindeentwicklung:

Am 31.1.1971 wurde Albshausen im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Rauschenberg eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1200/1220 hat das Stift Wetter ein Mannlehen von 2 Hufen in Albshausen.
  • 1261 vertauscht Kloster Haina Güter in Albshausen an die von Erfurtshausen.
  • 1283 erwirbt das Kloster Caldern von der Nonne Hedwig von Seelheim einen Hof.
  • 1299 hat das Kloster Altenberg Güterbesitz.
  • 1310 sind die von Lehrbach mit einem fuldischen Lehen begütert.
  • 1334 tragen die von Anzefahr den von Hirzenhain Anteile an ihrem Hof als Erbburglehen auf.
  • 1374 haben die von Blöken einen Hof in Albshausen.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

Patronat:

bis 1570 von Hatzfeld; 1577 Iandgräflich

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Stephan, Dekanat Christenberg, Sendbezirk Grüßen

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Albshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/8978> (Stand: 29.4.2024)