Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
5022 Schwarzenborn
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 53. Schwarzenborn

Schellbach

Ortsteil · 385 m über NN
Gemeinde Knüllwald, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5,5 km südöstlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss westlich des Pfuhl-Grabens in leichter Hanglage. Kirche am Nord-Rand der Siedlung.

Straße von Remsfeld führt durch den Ort und stößt auf die Straße Allmuthshausen - Homberg (Efze).

Ersterwähnung:

1197

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Wallenstein.

Historische Namensformen:

  • Scilpach, in (1197) [HStAM Bestand Urk. 18 Nr. 638; Druck: Wenck, Hessische Landesgeschichte 2,1 Urkundenbuch Nr. 90, S. 125-128, vgl. List, Spieskappel, S. 38-44]
  • Schiltbach, -pag (1255) (UA Haina)
  • Scelpach, de (1267)
  • Szelbach, de (1271)
  • Sziltbach, de (1276)
  • Schelbach, de (1282)
  • Skiltpach (1287) (Pfarrarchiv Fritzlar)
  • Scheltbach (1294)
  • Schelbaych (1376) (ZHG 49.213)
  • Scheltpach (um 1490)
  • Schelpach (1537) (Homberger Salbuch)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1287: villa
  • 1537: Dorf

Umlegung der Flur:

1906/1907

Älteste Gemarkungskarte:

1755

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3531899, 5651003
UTM: 32 U 531812 5649182
WGS84: 50.993342° N, 9.453297° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634011150

Flächennutzungsstatistik:

  • 1537: 3 1/2 landgräfliche Huben.
  • 1742 (Kasseler Acker): 277 Land, 64 Wiesen, 64 Wald.
  • 1885 (Hektar): 166, davon 82 Acker (= 49.40 %), 41 Wiesen (= 24.70 %), 19 Holzungen (= 11.45 %)
  • 1961 (Hektar): 246, davon 80 Wald (= 32.52 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 17 Hausgesesse.
  • 1639: 9 verheiratete, 2 verwitwete Hausgesesse.
  • 1777: 92 Einwohner.
  • 1834: 157, 1885: 156 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 156, davon 156 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 180, 1939: 187, 1950: 283, 1961: 218 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 49 Land- und Forstwirtschaft, 47 Produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 3 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 218, davon 201 evangelisch (= 92.20 %), 17 katholisch (= 7.80 %)
  • Um 1490: 3 wehrhafte Männer.

Diagramme:

Schellbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1490: Amt Homberg
  • 1537 und später: Gericht am Walde, Amt Homberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Frielendorf
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • um 1390 und um 1450 hat Stift Fritzlar Einkünfte aus dem iudicium minor zu Schellbach.
  • vor 1822: Amt Homberg
  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 neben anderen Gemeinden als Ortsteil zur neu gebildeten Gemeinde Knüllwald zusammengeschlossen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1197: Papst Cölestin III. bestätigt Kloster Spieskappel Einkünfte zu Schellbach in Höhe von 30 Schilling.
  • 1287: Kloster Spieskappel überlässt Stift Fritzlar seinen Zins aus Schellbach.
  • Um 1310 und noch um 1450: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Schellbach.

Zehntverhältnisse:

1255: Heinrich von Uttershausen entschädigt seinen Bruder Heinrich mit dem halben Zehnten zu Schellbach.

1368: Hermann von Falkenberg verkauft mit hersfeldischer Genehmigung den großen und kleinen Zehnten zu Schellbach an Otto von Höhrenfurth.

1395: Heinrich von Uttershausen hat als Falkenberger Lehen den halben Zehnten zu Schellbach inne.

1396 Erneuerung des Verkaufs von 1368.

1442: Hans von Falkenberg verschreibt den großen und kleinen Zehnten zu Schellbach seiner Frau.

1513: Einigung der von Falkenberg über den Zehnten zu Schellbach.

1519: Zehnter zu Schellbach kommt über Falkenberger Schwestern an Homberger Bürger.

Ortsadel:

1263-1304.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1282: capella.

Pfarrzugehörigkeit:

1525, 1575/85: Filiale von Remsfeld.

1747 und später: nach Remsfeld eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Remsfeld, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Remsfelder Pfarrer Adam Gossel um 1527.

Juden:

Flurname Judenkeppel.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schellbach, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4226> (Stand: 29.3.2022)