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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 42. Homberg
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Rockshausen

Rockshausen

Ortsteil · 285 m über NN
Gemeinde Wabern, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5 km nördlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit komplexem Grundriss auf einem nach Westen zum Baumbach ziehenden Hang. Im Norden Höfegruppe an Straßengabel; südlich anschließend Lindenplatz und straßendorfartiger Siedlungskomplex.

Straße Falkenberg - Hesserode.

Ersterwähnung:

1228

Siedlungsentwicklung:

Am West-Rand von Rockshausen karolingerzeitliche Keramikfunde.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1322: Dorf
  • 1338: villa
  • 1434: wüst
  • 1609: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Wüstung Apostelkirche,
  • Wüstung Streithof,

Umlegung der Flur:

1896/1900

Älteste Gemarkungskarte:

1756

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3528846, 5660334
UTM: 32 U 528760 5658510
WGS84: 51.077376° N, 9.410554° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634025050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 258 Land, 47 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 119, davon 90 Acker (= 75.63 %), 17 Wiesen (= 14.29 %), 2 Holzungen (= 1.68 %)
  • 1961 (Hektar): 123, davon 2 Wald (= 1.63 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1434: wüst.
  • 1575/85: 8 Hausgesesse.
  • 1742 und 1747: 12 Häuser bzw. Hausgesesse.
  • 1834: 110, 1885: 127 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 127, davon 127 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 107, 1939: 88, 1950: 192, 1961: 114 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 31 Land- und Forstwirtschaft, 17 Produzierendes Gewerbe, 1 Handel und Verkehr, 1 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 114, davon 100 evangelisch (= 87.72 %), 14 katholisch (= 12.28 %)

Diagramme:

Rockshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1575/85: Amt Homberg, niederes Gericht von Falkenberg, peinliches Gericht Hessen
  • 1742: Amt Homberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Homberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • Geleitete Linde mit Steintisch, datiert 1787; Gerichtsstätte.
  • 1807: Friedensgericht Homberg
  • 1821: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Borken
  • 1833: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg

Herrschaft:

1338: Die "iurisdictio ville" landgräfliches Lehen der von Falkenberg.

1575/85: Amt Homberg, niederes Gericht von Falkenberg, peinliches Gericht Hessen.

1606: Georg von Falkenberg verkauft an Landgraf Moritz Dorf und Zehnten zu Rockshausen.

1616: Landgraf Moritz gibt Rockshausen seiner Frau Juliane und Sohn Moritz, seitdem Rockshausen Hessen-Rotenburg.

1628: Bestätigung der Schenkung durch Kaiser Ferdinand II.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Wabern, deren Ortsteil Rockshausen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1228: Kloster Homberg erhält bei seiner Gründung durch seinen Gründer Arnold von Eppenberg Güter zu Rockshausen.
  • 1332: Kloster Homberg hat eine Hufe zu Rockshausen von Kloster Eppenberg in Besitz.
  • 1338 / um 1350: Wigand Holzsadel hat 2 Mansen zu Rockshausen als Homberger Burglehen.
  • 1416: Hermann Falkenberg versetzt Hermann Lugelin Gut zu Rockshausen.
  • 1467: Die Gebrüder von Falkenberg verkaufen Kloster Haina Getreidezins aus ihren Vorwerken und Höfen zu Rockshausen.
  • 1485: Hans von Falkenberg gibt seiner Frau seinen Teil am Gut zu Rockshausen.
  • 1535: Die Witwe und Kinder des Thilo von Falkenberg erhalten die 3 Höfe zu Rockshausen zugewiesen.
  • 1540: Albert Krengel, Bürger zu Kassel, verschreibt seinem Onkel den freien Hof zu Rockshausen.
  • 1606: Georg von Falkenberg verkauft an Landgraf Moritz Dorf und Zehnten zu Rockshausen.
  • 1829: Gut Rockshausen an Ernst von Blumenstein verkauft.

Zehntverhältnisse:

1398: Zehnter zu Rockshausen in Hand der von Homberg.

1606: Georg von Falkenberg verkauft an Landgraf Moritz Dorf und Zehnten zu Rockshausen.

1612: Die von Falkenberg tauschen mit den von Löwenstein den Zehnten zu Rockshausen gegen den zu Mühlhausen.

Ortsadel:

1269-1273.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1527 zu Sipperhausen

1575/85: Filiale von Berge.

1780 und später: nach Berge eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Sipperhausen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Sipperhäuser Pfarrer Henricus Rübenkönig um 1530.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Rockshausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4206> (Stand: 29.3.2022)