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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 42. Homberg
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Berndshausen

Weitere Informationen

Berndshausen

Ortsteil · 314 m über NN
Gemeinde Knüllwald, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5,5 km nordöstlich von Homberg (Efze)

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf flachem Bergrücken im Quellbereich des Ertzelsbaches. Im nordwestlichen Ortsbereich Kirche innerhalb eines rechteckig ummauerten Wehrkirchhofs; östlich vorgelagert Lindenplatz. Halbkreisförmiger Ortsumriss wohl durch ehemalige Umwehrung bedingt (Gassenname: Im Hain).

Straße Beiseförth - Welferode - Homberg führt durch den südöstlichen Randbereich der Siedlung. Bundesautobahn 7 führt 1 km östlich am Ort vorbei.

Ersterwähnung:

1248

Historische Namensformen:

  • Bernishusin (1248) [Staatsarchiv Marburg. Urkunden Ziegenhain]
  • Bernshusen
  • Berndißhußenn
  • Berndishausen
  • Bermißhaußen
  • Brenndißhaußen
  • Berntshausen (1575/85)
  • Brendißhausen
  • Bernßhausen
  • Bernshausen
  • Brendishaußen
  • Bernßhaußen
  • Brendshaußen

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1354: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1902/1904

Älteste Gemarkungskarte:

1756

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3533858, 5656563
UTM: 32 U 533770 5654740
WGS84: 51.043207° N, 9.481717° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634011010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 769 Land, 121 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 403, davon 237 Acker (= 58.81 %), 49 Wiesen (= 12.16 %), 55 Holzungen (= 13.65 %)
  • 1961 (Hektar): 404, davon 62 Wald (= 15.35 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 28 Hausgesesse
  • 1742: 51 Häuser. 1747: 41 Hausgesesse
  • 1834: 228, 1885: 244 Einwohner
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert
  • 1885: 244, davon 243 evangelisch (= 99.59 %), 1 katholisch (= 0.41 %)
  • 1925: 272, 1939: 254, 1950: 396, 1961: 298 Einwohner
  • 1961 (Erwerbspersonen): 67 Land- und Forstwirtschaft, 41 Produzierendes Gewerbe, 8 Handel und Verkehr, 3 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 298, davon 248 evangelisch (= 83.22 %), 45 katholisch (= 15.10 %)

Diagramme:

Berndshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1575/85: Amt Homberg, niederes Gericht Riedesel, peinliches Gericht Hessen
  • 1735: Gericht der Riedesel in Ersrode (Altkreis Rotenburg)
  • 1742: Amt Homberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Homberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1303: Landgraf Heinrich belehnt die Riedesel mit Gericht zu Berndshausen.
  • Kurz nach 1376: Landgraf Heinrich II. belehnt Wigand Riedesel mit villa und iurisdictio zu Berndshausen.
  • 1407: Die Riedesel behalten sich Schöffen in Berndshausen vor.
  • 1459: Landgraf Ludwig III. belehnt die Riedesel mit Dorf und Gericht Berndshausen, ebenso 1471 und 1568 (Belehnungen folgen bis 1822).
  • 1488: Die Riedesel verkaufen ihr Dorf Berndshausen einem Homberger Bürger.
  • 1575/85: Amt Homberg, niederes Gericht Riedesel, peinliches Gericht Hessen.
  • 1735: Berndshausen gehört zum Gericht der Riedesel in Ersrode (Altkreis Rotenburg).
  • 1772: Den Riedesel steht die Kriminalgerichtbarkeit in Berndshausen zu.
  • An der Ost-Seite des Wehrkirchhofs Gerichtsplatz mit steinernem Gerichtstisch und zwei mächtigen geleiteten Linden.
  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1834: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg

Herrschaft:

1334: Wigand Riedesel weist seiner Mutter Berndshausen als Wittum zu.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Knüllwald eingegliedert.

Besitz

Zehntverhältnisse:

1480: Landgraf Heinrich belehnt Heinrich von Löwenstein mit dem Zehnten zu Berndshausen; folgend Belehnungen bis 1841

1500: Zehnter zu Berndshausen ist hessisches Lehen der von Löwenstein.

1608: Stift Hersfeld belehnt Christoph Pauli mit Zehnten zu Berndshausen; folgend Belehnungen der Familie Pauli bis 1760.

Ortsadel:

1248-1287

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1527: nach Sippershausen, 1552 und 1569: nach Nieder-Beisheim, 1575/85: nach Rengshausen (Altkreis Rotenburg) eingepfarrt.

1652, 1689-1735: Berndshausen mit Remsfeld verbunden.

Ab 1735: Berndshausen Vikariat von Nieder-Beisheim, 1777: von Hesserode (Altkreis Melsungen), 1786-1799: von Hesserode, seit 1813: von Nieder-Beisheim

Patronat:

Patronat (wohl seit 1303) bis 1910: die Riedesel

Bekenntniswechsel:

Da 1527 Filial von Sipperhausen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Sipperhäuser Pfarrer Henricus Rübenkönig um 1530.

Erster eigener evangelischer Pfarrer: Johannes Knabeschuh bis ca. 1545

Juden:

Flurname Judenstück im Norden der Gemarkung

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

  • Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg, S. 21 f.
  • E. E. Becker und F. Zschaeck, Die Riedesel von Eisenbach 1-4 (1923-57)
  • L. Wenzel, Die Kirchenkastelle zu Berndshausen, Nieder- und Ober-Beisheim. In: Heimatschollen 7 (1927) (mit Grundriss)
  • K. Trieschmann und H. Bode, Mein Heimatdorf. Bilder aus der Geschichte des Dorfes Berndshausen (1929)
  • H. Ruppel, Der Wehrkirchhof von Berndshausen. In: Hessischer Volkskalender 83 (1966) S. 3
  • Hessischer Gebirgsbote 67 (1966) S. 54 f.
  • Classen, Kirchliche Organisation, S. 217
Zitierweise
„Berndshausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3978> (Stand: 29.4.2024)