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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 65. Niederaula

Reckerode

Ortsteil · 320 m über NN
Gemeinde Kirchheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km westlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Wälsebach, einem kleinen linksseitigen Zufluss zur Aula. Kirche auf leichter Anhöhe. Durch den Ort führt als Hauptachse die L 3159 (Reckeröder Straße) von Kirchheim Richtung Bad Hersfeld. Am Westrand der Ortsgemarkung verläuft die A 7

Ersterwähnung:

1332

Siedlungsentwicklung:

1505 ist der Ort offenbar wüst

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Wüstung (1505)
  • Dorf, Dorfschaft (1766)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1906

Älteste Gemarkungskarte:

1732

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3542191, 5636530
UTM: 32 U 542100 5634715
WGS84: 50.862589° N, 9.598211° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632011090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 308, davon 179 Acker (= 58.12 %), 38 Wiesen (= 12.34 %), 12 Holzungen (= 3.90 %)
  • 1961 (Hektar): 1424, davon 1132 Wald (= 79.49 %)

Einwohnerstatistik:

  • um 1610: 35 Hausgesesse
  • 1628: 35 Hausgesesse
  • 1673: 9 Hausgesesse
  • 1747: 25 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 29 steuerpflichtige Häuser mit 154 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Maurer, 1 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Schneider, 2 Leineweber, so auch tagelohnen, 3 Leineweber so Ackerleute und nun auch ihre eigen Tuch machen, 2 Tagelöhner, 1 Wirt, und 14, so bloss Ackerbau treiben (HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 363)
  • 1885: 215, davon 215 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 230, davon 203 evangelisch (= 88.26 %), 25 katholisch (= 10.87 %)
  • 1970: 217

Diagramme:

Reckerode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
  • 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
  • 1943: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Spätestens Mitte des 14. Jahrhunderts hat Kloster Hersfeld Zinseinkünfte in Reckerode. Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Reckerode in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Es gehört zu den Dörfern, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Burgmannen in Hattenbach ausstatteten.

1362 bestätigt Ludwig von Hattenbach dem Apel Siferts aus Reckerode und dessen Ehefrau Gele die Veräußerung einer Hufe in Reckerode samt Zubehör. Die Hattenbacher hatten also neben Lehens- auch Eigenbesitz in Reckerode.

1505 treten die Schlitz genannt von Görtz dem Kloster Hersfeld in einem Vergleich ihre Gerechtigkeit an der Wüstung Reckerode ab. 1530 behauptet Hersfeld seinen Besitz in Reckerode gegenüber den Hattenbachern.

1766 steht das Dorf mit aller Gerichts- und Gerechtsbarkeit den Landgrafen von Hessen zu.

Gemeindeentwicklung:

Am 01.08.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.

Besitz

Ortsadel:

1332 bis nach 1727

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1766 ist eine Kirche vorhanden
  • Spätgotischer Chorturm mit kurzem Anfang des 19. Jahrhunderts verändertem Schiff. 1926 renoviert, 1963 innen neu gestaltet

Pfarrzugehörigkeit:

1560 zu Niederaula, 1747, 1766, 1872 und 1994 zu Kirchheim

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1766 ist ein Schulhaus vorhanden, in dem der Schulmeister wohnt.

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1766 ist keine Mühle vorhanden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Reckerode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3273> (Stand: 20.2.2026)