Historisches Ortslexikon
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- 4924 Seifertshausen
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- KDR 100, TK25 1900 ff.
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 44. Seifertshausen
Weitere Informationen
Rautenhausen
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Stadtteil · 289 m über NN
Gemeinde Bebra, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
7,2 km nordöstlich von Rotenburg an der Fulda
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Lage und Verkehrslage:
Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte im Tal der Bebra, einem Teil des Richelsdorfer Gebirges. Wichtigster Bezugspunkt der Frühzeit war das nordöstlich von Rautenhausen gelegene Kloster Cornberg. Kleine Kirche in zentraler Lage auf einer Anhöhe.
Chausee nach Wichmannshausen und Bebra. Im Osten und Südosten führen die Bundesstraße 27 und die Bahnstrecke Bebra – Friedland („Bebra-Friedländer-Bahn“; „Werratalbahn III“) (Inbetriebnahme der Strecke 31.10.1875) am Ort vorbei; Straßenverkehrsanbindung zudem über die Kreisstraße K73 nach Bebra
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Ersterwähnung:
1290
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Siedlungsentwicklung:
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Rotenburg-Ost.
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Historische Namensformen:
- Rudenhusen, in (1290) [Urkunden und Regesten Kloster Cornberg, S. 19, Nr. 28]
- Ruthenhusen (1304) [Urkunden und Regesten Kloster Cornberg, S.28, Nr. 43]
- Rudenshusen (1304) [Urkunden und Regesten Kloster Cornberg, S.28-29, Nr. 44]
- Rutinhusin, czu (1362) [Urkunden und Regesten Kloster Cornberg, S. 62-63, Nr. 94]
- Rutinhusen, czu (1363) [Urkunden und Regesten Kloster Cornberg, S. 65, Nr. 97]
- Ruthenhusen, zu (1363) [Urkunden und Regesten Kloster Cornberg, S. 65-66, Nr. 98]
- Rutynhusyn, tzu (1363) [Urkunden und Regesten Kloster Cornberg, S. 68-69, Nr. 102]
- Retenshusin, czu (1366) [Urkunden und Regesten Kloster Cornberg, S. 80, Nr. 114]
- Ruͤtinhußin, zuͤ (1373) [Urkunden und Regesten Kloster Cornberg, S. 88, Nr. 125]
- Rudennhusen (um 1455) [HStAM Bestand S Nr. 567 a]
- Rauthenhaussen (1538) [HStAM Bestand S Nr. 569]
- Rauttenhausen (1585) [Der ökonomische Staat Landgraf Wilhelms IV., S. 90]
- Rautenhausen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 13]
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Bezeichnung der Siedlung:
- villa (1304)
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
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Umlegung der Flur:
1884-1886
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Älteste Gemarkungskarte:
1732
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3558365, 5654713
UTM: 32 U 558268 5652891
WGS84: 51.024615° N, 9.830829° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632003100
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 162, davon 111 Acker (= 68.52 %), 14 Wiesen (= 8.64 %), 11 Holzungen (= 6.79 %)
- 1961 (Hektar): 567, davon 405 Wald (= 71.43 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1585: 17 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
- 1747: 16 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1748: 19 Wohngebäude mit 78 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Grobschmied, 1 Müller, 1 Maurer, 7 Leineweber, so zugleich Ackerbau treiben, 1 Brandweinschenker, 2 Tagelöhner, 1 Ackermann, so nichts weiter treibet, 2 ledige, mit Nähen und Flicken sich nährende Weibspersonen
- 1885: 131, davon 131 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 194, davon 151 evangelisch (= 77.84 %), 28 katholisch (= 14.43 %)
- 1970: 161
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- Mitte 15. Jahrhundert: Landgrafschaft Hessen, Zentgericht Sontra
- 1538: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Sontra, Dorfgericht Rockensüß
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Sontra, Dritter Gerichtsstuhl Rockensüß
- 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Sontra
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Sontra
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Herfeld, Kanton Bebra
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Sontra
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Rotenburg
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Gericht:
- 1538: Gericht Rockensüß
- 1821: Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Sontra
- 1822: Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Sontra
- 1834: Justizamt Sontra
- 1867: Amtsgericht Sontra
- 1879: Amtsgericht Sontra
- 1933: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda
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Herrschaft:
1290 verkaufen Ritter Hermann von Wolfershausen und seine Frau Elisabeth dem Kloster Bubenbach ihre Güter in Rautenhausen.
Kloster Bubenbach-Cornberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld erwirbt 1304 die Hälfte des Dorfes Rautenhausen von Konrad von Boyneburg. Landgraf Heinrich von Hessen und seine Frau Mechthild überlassen im gleichen Jahr für ihr Seelgedenken dem Kloster Cornberg u.a. das Dorf Rautenhausen. Die Landgrafen reklamieren also die Herrschaft. 1538 ist das Dorf Rautenhausen mit aller Oberkeit, Gericht, Geboth und Verboth, Dienst und Schaftrifft im Besitz der Landgrafen von Hessen.
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Gemeindeentwicklung:
1.4.1954: Ausgliederung von Gebietsteilen zur Neugründung der Gemeinde Cornberg.
Am 31.12.1971 wurde Rautenhausen im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Bebra eingegliedert.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- Vgl. Herrschaft
- Von 1290-1375 ist das Kloster Cornberg wichtigster Grundherr in Rautenhausen. Nach anfänglichem Erwerb durch Kauf oder Schenkung gehen die Besitzungen durch Verpfändung oder Veräußerung verloren.
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- Kirche als geosteter Saalbau in Bruchsteinmauerwerk im 16. Jahrhundert errichtet 1672 und 1951 renoviert
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Pfarrzugehörigkeit:
1569, 1585 und 1748 Filial von Schwarzenhasel. 1872 ist Schwarzenhasel Mutterkirche von Asmushausen, Braunhausen und Rautenhausen. 1891 werden auf Beschluss des Presbyteriums die drei Filialen aus dem Kirchenverbund freigegeben und zunächst in die neugegründete Hilfspfarrei Bebra, 1904 dann in die Hilfspfarrrei Asmushausen überführt. 1911 wird Asmushausen Pfarrei, Braunhausen und Rautenhausen dessen Filialgemeinden; so auch noch 1994
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Patronat:
1748 haben die von Trott das Patronatsrecht
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Bekenntniswechsel:
Da wahrscheinlich Filial von Schwarzenhasel Einführung der Reformation vermutlich unter dem Schwarzenhaseler Pfarrer Martin Velmeden um 1540.
- Kultur ↑
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Schulen:
1748 ist kein Schulhaus, aber ein Schulmeister vorhanden, der in seinem Wohnhaus unterrichet. Schulgebäude 1845 errichtet.
1910 einklassige Volksschule
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
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Mühlen:
1748 ist ein unterschlägige Mühle vorhanden, die aber im das Dorf schon nicht mehr versorgen kann und im 19. Jahrhundert nicht mehr erwähnt wird.
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Zitierweise ↑
- „Rautenhausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3124> (Stand: 14.8.2025)

