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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 23. Dieburg

Offenthal

Stadtteil · 180 m über NN
Gemeinde Dreieich, Landkreis Offenbach 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14 km südlich von Offenbach

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Dreieich/Buchschlag – Ober-Roden ("Dreieichbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.4.1905).

Historische Namensformen:

  • Ovemdan (876-881) [2. Hälfte XII. Jahrhundert, Codex Laureshamensis III, Nr. 3770]
  • Ovendan (1224-1239)
  • Ovendam (um 1290)
  • Ofindam (1421)
  • Ofendael (1428)
  • Offendann (1446)
  • Offendan (1489)
  • Ofenthan (1542)
  • Offendan (1555)
  • Offenthal (1710)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3481913, 5538366
UTM: 32 U 481845 5536590
WGS84: 49.981373° N, 8.746777° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

438002040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1924, davon 1405 Acker, 520 Wiesen
  • 1961 (Hektar): 1036, davon 511 Wald (= 49.32 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1829: 473 Einwohner
  • 1961: 1959, davon 1478 evangelisch (= 75.45 %), 417 katholisch (= 21.29 %)
  • 1970: 2517

Diagramme:

Offenthal: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 834: zur Mark Langen gehörig
  • 1556: Grafschaft Isenburg-Birstein, Amt Offenbach
  • 1729: Grafschaft Isenburg-Birstein, Oberamt Offenbach
  • 1787: Fürstentum Isenburg-Birstein, Anteil an der oberen Grafschaft Isenburg, Oberamt Offenbach, Amt Dreieich (Deputatort des Grafen zu Isenburg-Philippseich)
  • 1816: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Oberamt Offenbach, Amt Dreieich (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Amt Dreieich (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig)
  • 1823: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Offenbach
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Offenbach
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Offenbach
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Offenbach
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Offenbach
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Offenbach

Altkreis:

Offenbach

Gericht:

  • 1820: standesherrliches Amt Dreiech
  • 1823: Landgericht Offenbach
  • 1853: Landgericht Langen
  • 1879: Amtsgericht Langen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 zur Stadt Dreieich.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • (1224-1239) erwirbt Ulrich von Münzenberg mit seiner Frau Adelheid Güter in Offenthal von Kloster Dalem (Mainz).
  • 1420 erhält Graf Dieter von Isenburg bei der zweiten Falkensteinischen Teilung das Dorf Offenthal. 1489 ist alle Obrigkeit bei den Herren von Isenburg, ab 1556 bei Isenburg-Birstein.
  • 1816 kommt Offenthal mit dem Isenburgisch-Birsteinischen Erbe an Hessen.

Zehntverhältnisse:

1489 haben der Pastor zum Hain und Isenburg den großen und kleinen Zehnten je zur Hälfte

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Um 1400 ließ Anna von Falkenstein anstelle der Wallfahrtskirche eine Kapelle errichten.
  • 1594: Pfarrer belegt

Patrozinien:

  • Maria

Pfarrzugehörigkeit:

Mutterkirche ist Langen bzw. Dreieichenhain; 1594 löste Graf Philipp von Isenburg-Birstein Offenthal von Dreieichenhain und erhob es zur Pfarrei.

1614 wurde die reformierte Pfarrei Filial von Dreieichenhain.

Patronat:

1594: Isenburg-Birstein

Bekenntniswechsel:

Da bis 1594 Filial von Dreieichenhain, Einführung der Reformation vermutlich nach 1549.

Erster eigener evangelischer Pfarrer: Peter Lindau 1594-1596

Reformierter Bekenntniswechsel: 1596

1729 Errichtung einer lutherischen Pfarrei.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Viktor in Mainz, Landkapitel Groß-Gerau.

Kultur

Schulen:

1910 Volksschule mit zwei Klassen, Schulhaus von 1888

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Im 14./15. Jahrhundert dient die Kirche der Wallfahrt.

Zoll:

1489 fällt der Zoll je zur Hälfte an Kurmainz und Isenburg.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Offenthal, Landkreis Offenbach“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14131> (Stand: 7.3.2022)