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Historisches Ortslexikon

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4922 Homberg (Efze)
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 42. Homberg

Weitere Informationen

Berge

Stadtteil · 180 m über NN
Gemeinde Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3,5 km nordwestlich von Homberg (Efze)

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf der gegen das Efzetal steil abfallenden spornartigen Mittelterrasse. Kirche am Nord-Rand der Siedlung unmittelbar am Steilhang.

Straßen-Abzweigung von der Bundesstraße 254 (Wabern - Homberg) nach Mühlhausen.

Ersterwähnung:

1266

Siedlungsentwicklung:

Karolingerzeitliche Keramikfunde an der Kirchennordmauer.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1363: Sedelhof genannt
  • 1448: villa

Umlegung der Flur:

1869/1870

Älteste Gemarkungskarte:

1718

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3526621, 5658076
UTM: 32 U 526536 5656253
WGS84: 51.057187° N, 9.37864° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634009020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1537: 12 landgräfliche Huben
  • 1742 (Kasseler Acker): 494 Land, 124 Wiesen
  • 1885 (Hektar): 198, davon 147 Acker (= 74.24 %), 23 Wiesen (= 11.62 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 193, davon 1 Wald (= 0.52 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1537: 5 landgräfliche Hübner, 5 Köttner, 4 Beisassen, 14 Rauchhühner
  • 1575/85: 16, 1639: 4 verheiratet Hausgesesse
  • 1742 und 1747: 25 Häuser bzw. Hausgesesse
  • 1834: 232, 1885: 242 Einwohner
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert
  • 1885: 242, davon 242 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 257, 1939: 273, 1950: 542, 1961: 339 Einwohner
  • 1961 (Erwerbspersonen): 51 Land- und Forstwirtschaft, 83 Produzierendes Gewerbe, 12 Handel und Verkehr, 13 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 339, davon 272 evangelisch (= 80.24 %), 65 katholisch (= 19.17 %)
  • Um 1510: 8 wehrhafte Männer (4 Pflüge, 10 Fastnachtshühner)

Diagramme:

Berge: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1441 und um 1490: Amt Homberg
  • 1537 und später: Gericht auf der Efze
  • 1575/85 und später: Amt Homberg, niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Homberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis und Justizamt Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • Der 1273 erwähnte centurio erscheint 1282 und 1287 als comes.
  • Flurname Galgenfeld Im Westen der Gemarkung.
  • 1821: Justizamt Homberg
  • 1832: Justizamt Borken
  • 1833: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg

Herrschaft:

1331: Vogtei Mardorf

1418: Die von Falkenberg verpfänden Berge an den Landgrafen (Verpfändung noch 1426)

1441: Die von Falkenberg verkaufen erblich ihr Dorf Berge an den Landgrafen.

1485-1535: Die von Falkenberg sind vom Stift Hersfeld mit halbem Dorf Berge belehnt.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Homberg (Efze) eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1363: Hersfelder Sedelhof zu Berge an von Falkenberg verliehen.
  • 1432: Werner von Falkenberg überlässt eine Gülte zu Berge an Gottfried Bischof von Homberg.
  • 1448: Der Priester Johann Sinnig verschreibt seinen Verwandten einen Zins aus Berge.
  • 1449: Heinrich Wissener, landgräflicher Keller und Eckhard Sinnig, Bürger zu Marburg, erben Zehnte, Zins und Gülte zu Berge.
  • 1504-1527: Kloster Germerode hat Einkünfte zu Berge.

Ortsadel:

1266-1387

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1425: Pfarrer; vgl. auch Mardorf

Pfarrzugehörigkeit:

Pfarrkirche

1575/85: Lembach, Mühlhausen, Mardorf, Rockshausen, Roppershain, Unshausen Filiale von Berge; eingepfarrt Schloss Falkenberg

1780 und später: Unshausen Filiale; Mühlhausen, Mardorf, Rockshausen, Roppershain, Höfe Lembach und Sauerburg eingepfarrt nach Berge.

1954: Unshausen Filiale von Hebel.

Patronat:

Patronat: 1477 belehnt Stift Hersfeld die von Falkenberg mit Kirche zu Berge: folgend Belehnungen bis 1606. Nach Aussterben besaß 1613 der Landgraf den Patronat.

Diakonische Einrichtung:

1946 - 1955 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Hans von Falkenberg, seit 1510 Pastor von Berge und Verna, seit etwa 1530 lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Mardorf

Juden:

Flurname Judenweg

Kultur

Schulen:

Der Londoner Zuckersieder Johann George Wicke vermachte 1829 dem Pfarrer zu Berge 200 Pfund Sterling zur Erziehung und Bekleidung würdiger Kinder. 1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Mühle im Ort

Nachweise

Literatur:

  • Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg, S. 18 f.
  • Ph. Losch, Der Müller, der dem Landgrafen die Schweine lieferte. In: Heimatwarte Nr. 5 (1950)
  • Wicke' sche Stiftung zur Erziehung armer Kinder in den Gemeinden Unshausen, Mühlhausen und Berge 1829. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde Neue Folge 1 (1867) S. 367-370
Zitierweise
„Berge, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3974> (Stand: 29.4.2024)