Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historisches Ortslexikon

Oberndorf

Stadtteil · 240 m über NN
Gemeinde Wetter (Hessen), Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9,5 km östlich von Biedenkopf

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer, gruppenweiser Gehöftanordnung in Talrandlage am rechten Treisbach-Ufer.

Straße Amönau-Warzenbach führt durch Oberndorf

Ersterwähnung:

um 1130

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Mit den um 1130 genannten Orten Amenowa et Amenowa sind Ober-Amönau, heute Oberndorf und Nieder-Amönau, heute Amönau (Stadt Wetter, Kr. Marburg-Biedenkopf) gemeint.

Historische Namensformen:

  • Amenowa (um 1130) [Gensicke, Vogtei Ebsdorf, S. 101]
  • Amenowe (1234)
  • Obern Amenau (1292)
  • Aberinamenowe (1338)
  • Obern Amenowe (1428)
  • Oberndorf (1502)
  • Obern Amenau jetzt Oberndorf genannt (1571)

Bezeichnung der Siedlung:

Umlegung der Flur:

1920/1922

Älteste Gemarkungskarte:

18. Jahrhundert (1744 ?)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3476852, 5640653
UTM: 32 U 476787 5638837
WGS84: 50.900722° N, 8.66989° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534021040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 561 stellbares Land, 21 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 262, davon 182 Acker (= 69.47 %), 45 Wiesen (= 17.18 %), 8 Holzungen (= 3.05 %)
  • 1961 (Hektar): 260, davon 12 Wald (= 4.62 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 4 Männer. 1577: 14 Haushalte 1630: 9 hausgesessene 1681: 6 hausgesessene Mannschaften 1744: 90, 1838: 153, 1885: 142, 1925: 123, 1939: 136, 1950: 178, 1961: 160 Einwohner - 1861: alle Einwohner evangelisch-luth. 1961: 152 evangelisch, 7 römisch-katholisch Einwohner - 1580: 4 Ackerleute, 6 Einläuftige 6 ausw.Grundbesitzer. 1630: 3 zweispänn., 3 einspänn.Ackerleute, 3 Einläuftige 1744: 14 Ackerleute, 1 Leineweber, 1 Wagner, 1 Schmied. 1838 (Familien): 21 Ackerbau, 3 Gewerbe, 1 Tagelöhner 25 nutzungsberechtigte Ortsbürger. 1961 (Erwerbspersonen): 63 Land- und Forstwirtschaft, 15 Produzierendes Gewerbe, 6 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungenu.Sonstiges
  • 1885: 142, davon 142 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 160, davon 152 evangelisch (= 95.00 %), 7 katholisch (= 4.38 %)

Diagramme:

Oberndorf: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1374: Gfsch., später Amt Wetter
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Wetter
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Wetter
  • 1867: Amtsgericht Wetter
  • 1948: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 wurde Oberndorf im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Wetter eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1130 ist O. Zubehör der Villikation Ebsdorf des Mainzer St. Stephansstifts einschließlich des Zehnten; 1270 ist der Zehnte an die von Hohenfels verpachtet. - 1234 schenkt Wittekind von Naumburg dem Deutsche Orden Marburg Güterbesitz zu O. - 1292 schenkt Arnold von Hohenfels dem Kloster Galdern alle seine Güter in O. Nach der Ref. fällt der sog. Kallerhof an die Universität Marburg
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später nach Amönau eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Amönau, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Amönauer Pfarrer Seifert Fett bis 1536.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Wetter

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Oberndorf, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9256> (Stand: 29.3.2022)