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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 44. Seifertshausen
Gerichtsstätten
Anger in Obergude

Weitere Informationen

Obergude

Ortsteil · 285 m über NN
Gemeinde Alheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7,8 km nördlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen und lockerer Besiedlung am Oberlauf der in die Fulda fließenden Gude. Kirche in erhöhter Lage im Norden mit vorgelagertem ovalem Dorfanger, Siedlungskern im Südosten. Durch den Ort führt als Hauptachse in N-S-Richtung die L 3304 (Metzebacher Straße).

Ersterwähnung:

960

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Rotenburg-West und Guttels.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

In den frühen Quellen ohne präzisierenden Bestimmungsteil sind Ober- und Niedergude zunächst formal nicht zu unterscheiden. Die Differenzierung in den Schriftquellen setzt erst 1344 ein. Obergude besitzt jedoch die ältere Pfarrkirche, der die von Niedergude als Filiale angeschlossen war. Daher sind die frühen Belege auf Obergude bezogen.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (960)
  • Dorf (1372)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1906

Älteste Gemarkungskarte:

1779

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3550080, 5659422
UTM: 32 U 549986 5657598
WGS84: 51.067721° N, 9.713403° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632001090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 509, davon 345 Acker (= 67.78 %), 38 Wiesen (= 7.47 %), 83 Holzungen (= 16.31 %)
  • 1961 (Hektar): 809, davon 298 Wald (= 36.84 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 24 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 47 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1885: 307, davon 305 evangelisch (= 99.35 %), 2 katholisch (= 0.65 %)
  • 1961: 312, davon 289 evangelisch (= 92.63 %), 17 katholisch (= 5.45 %)
  • 1970: 301

Diagramme:

Obergude: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 960: Hessengau [...] Grafschaft des Grafen Megenfried [in pago Hessiun [...] in comitatu Megenfriedi comitis]
  • 1457: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg
  • 1498: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Gerichtsstuhl Seifertshausen
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Niedergericht Seifertshausen
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Niederamt, anderer Gerichtsstuhl
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Bebra
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg III
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

960 schenkt König Otto I. seinem Getreuen Thiatgaz dem Hunald gerichtlich entzogene Besitzungen, wozu im Hessengau u.a. Gude gehört. 1336 haben die Landgrafen von Hessen Hessen die Herrschaft in der Gude inne. 1372 gestattet Eckhard Eppeil Landgraf Heinrich, das Dorf Obergude auszulösen. Die Landgrafen vergeben Burglehen aus Oberguda.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Alheim zusammengeschlossen, deren Ortsteil Obergude wurde.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pfarrei (1410),
  • ecclesia (1425-1428)
  • Im Kern romanische Saalkirche des 13. Jahrhunderts, um 1500 durch Rechteckcor erweitert. Nach Zerstörungen im 30jährigen Krieg Veränderungen 1694, 1781 und 1840, 1973/74 revoniert

Pfarrzugehörigkeit:

1569 gehören Niedergude, Nausis, Landefeld und Metzbach, Erpenhausen und Hergershausen zur Pfarrei, 1585 die beiden letzteren aber bereits nicht mehr. 1872 sind Niedergude und Landefeld Filialen, Nausis und Metzebach sind eingepfarrt. 1994 ist Obergude Muttergemeinde für die Filialen Niedergude und Hergershausen, Landefeld 1975 als eigenständige Muttergemeinde ausgeschieden

Patronat:

1484 haben die von Eschwege das Patronat als hersfeldisches Lehen inne, 1569 und 1573 die von Wehren.

1585: Landgraf von Hessen

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Wilhelm Mosebach 1538 bis ca. 1572 (1578?)

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Braach

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Obergude, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3119> (Stand: 9.7.2025)