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Historisches Ortslexikon

Oberbeisheim

Ortsteil · 295 m über NN
Gemeinde Knüllwald, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6,5 km östlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss. Kirche in zentraler Lage mit rechteckig ummauertem Wehrkirchhof.

Straße Homberg - Ober-Beisheim. Altmorschen (Zweig der alten Landstraße durch die Langen Hessen), auf die von Norden die Straße von Sippershausen trifft.

1 km südlich des Ortes ehemaliger Bahnhof der 1879 erbauten Eschwege/Niederhone - Schwalmstadt/Treysa ("Kanonenbahn (III)") von 1879 bis 1986 (Stillegung der Strecke bis Malsfeld 1988 und bis Homberg (Efze) 1983).

Ersterwähnung:

800

Weitere Namen:

  • Klein Beisheim

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Niederbeisheim.

Historische Namensformen:

  • Beisheim um (800) [Weirich Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1 Nr. 38]
  • Peisheim (9. Jahrhundert) [XI]
  • Bessiheim (9. Jahrhundert) [XI]
  • Begesheim (9. Jahrhundert) [XI]
  • Beysem, in (1209)
  • Beishem, de (1276)
  • Besheeym, de (1286)
  • superiori Beisseym, in (1295)
  • Klein-Beisgeim (1338)
  • Obirn Beysheim (1342)
  • Obern Besheym (1370)
  • Beißheim (1388)
  • Besheym, de (1407)
  • Obirn, Ubirn Beyßheim (1415)
  • Obern Beisheimb (1455)
  • Obernbeysheim (1490)
  • Obernbeysheim, zcu (1521)
  • Oberbeyßheim (1522)
  • Ubernnbeißheym (1525)
  • Obern Bessen, zu (1537)
  • Ober Beisheim, Obern Beinsheim (1575/85)
  • Beisheim, Ober-
  • Ober-Beisheim

Bezeichnung der Siedlung:

  • 9. Jahrhundert: villa.
  • 1358: Dorf.
  • 1415: Wüstung und lange Zeit unbesetzt.
  • 1575/85: Dorf.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1896/97, 1900

Älteste Gemarkungskarte:

1736

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3535130, 5655509
UTM: 32 U 535042 5653686
WGS84: 51.033657° N, 9.499752° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634011110

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 949 Land, 231 Wiesen, 114 Wald.
  • 1885 (Hektar): 365, davon 230 Acker (= 63.01 %), 62 Wiesen (= 16.99 %), 9 Holzungen (= 2.47 %)
  • 1961 (Hektar): 857, davon 463 Wald (= 54.03 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1358: Dorf.
  • 1415: wüst und lange Zeit unbesetzt.
  • 1575/85: Dorf mit 30 Hausgesessen.
  • 1747: 64 Hausgesesse.
  • 1834: 352, 1885: 340 Einwohner.
  • 1861: 335 evangelisch-reformierte, 1 römisch-katholische Einwohner.
  • 1885: 340, davon 338 evangelisch (= 99.41 %), 2 katholisch (= 0.59 %)
  • 1925: 408, 1939: 458, 1950: 736, 1961: 611 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 113 Land- und Forstwirtschaft, 116 Produzierendes Gewerbe, 38 Handel und Verkehr, 18 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 611, davon 544 evangelisch (= 89.03 %), 63 katholisch (= 10.31 %)

Diagramme:

Oberbeisheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 9. Jahrhundert: in pago Hassorum
  • 1575/85: Amt Homberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neumorschen
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1575/1585: niederes Gericht Hund, peinliches Gericht Hessen.
  • 1661 und später: Hintergericht.
  • 1807: Kanton und Friedensgericht Homberg.
  • Flurname Galgenbusch im Nordosten der Gemarkung.
  • vor 1822: Amt Homberg
  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg

Herrschaft:

1338: Landgraf Heinrich II. überträgt in Pfandbelehnung den von Falkenberg Gericht und Patronat der Kirche in Beisheim und Klein-Beisheim.

1376: Ober- und Nieder-Beisheim zahlen gemeinsam Landbede an das Amt Homberg (beide Dörfer Gerichtseinheit?).

1415: Die von Holzheim, seit langem Besitzer von Ober-Beisheim, werden erneut vom Landgraf mit Ober-Beisheim belehnt.

1522: Landgraf Philipp belehnt die von Reckerode mit Dorf Ober-Beisheim.

1528: Nach Heimfall des Lehens der von Reckerode belehnt Landgraf Philipp Heinz von Lüder mit Dorf Ober-Beisheim

1544: Landgraf Philipp überträgt der Familie Hund das Dorf Ober-Beisheim als Lehen; folgend Belehnungen bis 1655.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 neben anderen Gemeinden als Ortsteil zur neu gebildeten Gemeinde Knüllwald zusammengeschlossen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 800: Kloster Hersfeld hat Besitz in Ober-Beisheim.
  • 9. Jahrhundert: Ruthwin überträgt dem Kloster Fulda sein Gut zu Ober-Beisheim.
  • 1209 und 1310: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Ober-Beisheim.
  • 1295: Die von Gerwigshain verschreiben dem Kloster Homberg einen Zins aus Gütern zu Ober-Beisheim.
  • 1358: Landgraf Heinrich versetzt den von Holzheim einen Zins aus Ober-Beisheim.
  • 1359: Johann von Frielingen pachtet vom Stift Fritzlar eine Hufe zu Ober-Beisheim.
  • 1370: Heinz Godebold von Ober-Beisheim verkauft dem Kloster Homberg einen Zins aus Gütern zu Ober-Beisheim.
  • 1372: Landgraf Heinrich versetzt Korngülte aus seinem Vorwerk zu Ober-Beisheim.
  • Kurz nach 1376: Die von Rodemann haben einen Mansus zu Beisheim als hessisches Lehen, den sie vorher von den von Falkenberg hatten; desgleichen tragen drei Homberger Bürger den halben Zehnten zu Ober-Beisheim als hessisches. Lehen.
  • Vor 1415: Landgraf Hermann hat 7 Mark aus Ober-Beisheim an die von Holzheim zu zahlen.
  • 1490: Die von Holzheim verschreiben Getreidezins aus Ober-Beisheim.
  • 1494: Wigand von Holzheim verkauft einen Getreidezins von Äckern zu Ober-Beisheim.
  • 1521: Die von Holzheim verschreiben dem Kloster Heydau einen Zins zu Ober-Beisheim.

Zehntverhältnisse:

1474: Die Riedesel verkaufen ihren Zehnten zu Beisheim der Äbtissin des Kloster Heydau.

1484: Ernst von Besse verpfändet einen Zins aus Zehnten zu Ober-Beisheim.

Ortsadel:

comes (de Beisheim) 1286.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1326: plebanus.
  • 1338: ecclesia parrochialis.
  • 1356: pherner.

Pfarrzugehörigkeit:

Pfarrkirche;

1575/85: Beisheim von Nieder-Beisheim versorgt. 1780 und später: Ober-Beisheim Filial von Nieder-Beisheim.

Patronat:

1338: Patronat als landgräfliches Lehen durch die von Falkenberg an Landgraf verkauft.

1575/85: Patron Hund.

Diakonische Einrichtung:

1034 - 1950 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Oberbeisheim, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3967> (Stand: 15.1.2024)