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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 4. Biedenkopf

Niederdieten

Ortsteil · 340 m über NN
Gemeinde Breidenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km südwestlich Biedenkopf.

Lage und Verkehrslage:

Zweigliedriges Dorf in Talmündungslage. Hauptkomplex geschlossene Siedlung auf auslaufendem Hang, deren Hauptachse linear Nordwesten-Südosten verläuft. Nach Nordwesten abgesetzt, auf dem linken Ufer der Diete, kurze Gehöftzeile. Moderne Bebauung vorwiegend im Nordosten des Ortes.

Die B 253 führt auf der linken Talseite im Zuge der alten Straße von Dillenburg beziehungsweise Herborn nach Biedenkopf am nordwestlichen Ortsrand vorbei.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1962/74

Älteste Gemarkungskarte:

1831

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3460772, 5637419
UTM: 32 U 460713 5635604
WGS84: 50.870784° N, 8.441666° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534005040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 2481, davon 1194 Acker (= 48.13 %), 283 Wiesen (= 11.41 %), 911 Wald. (= 36.72 %)
  • 1885 (Hektar): 620, davon 184 Ackert. (= 29.68 %), 66 Wiesen (= 10.65 %), 228 Holz. (= 36.77 %)
  • 1961 (Hektar): 621, davon 284 Wald (= 45.73 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 25, 1630: 24 Hausgesesse 1677: 20 Männer, 3 Jungmannschaften, 13 ledige Mannschaften 1742: 38 Haushalte 1834: 289, 1885: 298, 1925: 333, 1939: 367, 1950: 521, 1961: 528 Einwohner. 1830: 268 evangelische Einwohner. 1961: 421 evangelische, 97 römisch-katholische Einwohner. 1630: 2 zweispännige, 19 einspännige Ackerländer, 3 Einläufige. 1867 (Erwerbspersonen): 56 Landwirtschaft, 1 Verkehr, 1 Gesundheitspflege, 1 Erziehung und Unterricht. 1961 (Erwerbspersonen): 116 Land- und Forstwirtschaft, 138 produzierendes Gewerbe, 17 Handel und Verkehr, 14 Dienstleistungen und sonstiges
  • 1885: 298 evangelisch, 0 katholisch
  • 1961: 528, davon 421 evangelisch (= 79.73 %), 97 katholisch (= 18.37 %)

Diagramme:

Niederdieten: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1575: Erb- (Samt-) Gericht Breidenbach, das um 1500 mit den Gericht Wallau und Meisbach zusammengefaßt war. 1577 und später: Gericht (Amt) Grund Breidenbach
  • 1821-1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Battenberg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (Umbenennung)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Biedenkopf

Gericht:

  • 1821: Patrimonialgericht Grund Breidenbach
  • 1823: Landgericht Biedenkopf
  • 1867: Amtsgericht Biedenkopf

Gemeindeentwicklung:

Zum 1.7.1974 wurde Niederdieten im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Breidenbach eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Der Zehnte zu Nieder-Dieten war 1339 (zu Teilen ?) nassau-dillenburgisches Lehen der von Hohenfels; Neubelehnungen bis 1517. 1403 verpfändet Wolf von Selbach den Zehnten zu Nieder-Dieten den von Breidenbach. 1476 belehnt Grafen Johann von Nassau-Diez Gerlach von Breidenbach mit 1 Viertel des Zehnten. 1577 besitzen die von Dernbach den Zehnten zu Nieder-Dieten. 1577 hat Robert von Breidenbach 2 Teile am so genannten Junkerngut zu Nieder-Dieten für 170 Gulden verpfändet. Ortsadel: 1299
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: nach Breidenbach eingepfarrt.

Seit 1965 Filiale von Ober-Dieten

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Breidenbach, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Breidenbacher Pfarrer Balthasar Kleinhenn ab 1528.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Breidenbach

Kultur

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

1802 und später werden 2 Mahlmühlen genannt, von denen sich eine am westlich, eine am südlichen Ortsrand (Heckenmühle) befindet. Auf eine Wüstung Mühle östlich Nieder-Dieten weist der Flurname Bei der Alten Mühle. Hinweise auf ehemalige Köhlerei geben die Flurnamen Auf dem Kohl, Hinter dem Kohl (im südöstlich Bereich der Gemeinde)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Niederdieten, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9524> (Stand: 4.8.2020)