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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 11. Giessen
Gerichtsstätten
Nieder-Weisel, Gerichtsplatz

Weitere Informationen

Nieder-Weisel

Stadtteil · 179 m über NN
Gemeinde Butzbach, Wetteraukreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10,5 km nordwestlich von Friedberg

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1232)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3477496, 5586663
UTM: 32 U 477430 5584868
WGS84: 50.415414° N, 8.68233° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

440005110

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 6519, davon 3459 Acker, 485 Wiesen, 2574 Wald
  • 1961 (Hektar): 1702, davon 657 Wald (= 38.60 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 2424, davon 1906 evangelisch (= 78.63 %), 460 katholisch (= 18.98 %)
  • 1970: 2562 Einwohner

Diagramme:

Nieder-Weisel: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Grafschaft Solms-Hohensolms-Lich (Anteil an der Herrschaft Münzenberg), Amt Nieder-Weisel
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Lich (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Nieder-Weisel (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
  • 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis

Altkreis:

Friedberg

Gericht:

  • 1820: standesherrliches Amt Nieder-Weisel
  • 1822: Landgericht Lich
  • 1837: Landgericht Friedberg
  • 1840: Landgericht Butzbach
  • 1879: Amtsgericht Butzbach

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 zur Stadt Butzbach

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Seit 1245 Niederlassung des Johanniter-Ordens. 1787 umfasst das Gut der Johanniter-Ordens-Kommende zu Niederweise etwa 600Morgen.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1309: Pleban
  • 1319: Pfarrei

Pfarrzugehörigkeit:

Tochterpfarreien: Griedel und Ostheim

Patronat:

Herren von Falkenstein, 1355 der Johanniterkommende Niederweisel geschenkt, 1356 inkorporiert, die Kommende seitdem Patron

Klöster:

Diakonische Einrichtung:

1870 bauen Diakonissen des Elisabethenstifts das Krankenhaus des Johanniterordens mit auf und arbeiten dort; Gemeindepflege 1908 - 1935, 1936 - 1939, 1948 – 1969 (Angaben basieren auf Mitteilungen des Zentralarchivs der EKHNZA in Darmstadt vom 01.07.2021); nach Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Ausgabe von 1954 eine Schwesternstation mit 1, ein Kindergarten mit 1 Kraft

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Heinrich Möller 1526-1531

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1637 lutherisch, nach 1648 wieder reformiert.

1668 scheiterte die Einführung des katholischen Bekenntnisses.

Kirchliche Mittelbehörden:

Sendort für die Kirchspiele Niederweisel, Griedel, Ostheim

Erzdiözese Mainz, Archidiakonat des Propstes von St. Mariengreden, Sendbezirk des Dekanats Friedberg

Juden:

1830: 67, 1905: 85, 1910: 69

erste Erwähnung 1723

Synagoge, Friedhof

Kultur

Schulen:

Um 1575 Gründung einer Schule; Schulmeister: Gerhard Filges um 1595; bis 1803 sind die Schulmeister in Personalunion Pfarrer in Hausen bei Butzbach; 1910 Volksschule mit vier Klassen, zwei Schulhäuser von 1857 und 1881

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Zum Amt Nieder-Weisel gehörten 1787 Eberstadt, Hausen, Niederweisel, Ober-Hörgern und Oes

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Nieder-Weisel, Wetteraukreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12097> (Stand: 27.3.2026)